
Neuer Finanzchef für die Deutsche Bahn: Ein VW-Mann soll das Milliardendebakel retten
Es ist ein Schauspiel, das man sich kaum noch ausdenken könnte: Die Deutsche Bahn, jener Staatskonzern, der für unzählige verspätete Züge, marode Schienen und ein Milliardengrab im Konzernhaushalt steht, sucht händeringend nach einem Mann, der die Finanzen wieder ins Lot bringen soll. Und ausgerechnet jetzt soll mit Michael Obrowski ein langjähriger Manager des Volkswagen-Konzerns das Ruder übernehmen. Der Aufsichtsrat werde der Berufung am Donnerstag zustimmen, hieß es aus Bahnkreisen gegenüber dem Handelsblatt.
Vom Wolfsburger Controlling auf das brennende Bahngleis
Obrowski, seit 1995 bei Volkswagen und seit Juli 2021 für die Finanzen der Nutzfahrzeugsparte verantwortlich, übernimmt damit eine der undankbarsten Aufgaben, die der deutsche Staatssektor derzeit zu vergeben hat. Denn die Bilanz spricht eine erbarmungslose Sprache: 2,3 Milliarden Euro Verlust allein im vergangenen Jahr. Ein Loch, das tiefer kaum sein könnte. Und während der Bürger an überfüllten Bahnsteigen auf seinen ständig verspäteten Zug wartet, soll sich der Konzern nach dem Willen von Bahnchefin Evelyn Palla im Jahr 2026 immerhin einer schwarzen Null „annähern". Man beachte die Wortwahl – nicht erreichen, lediglich annähern. Mehr traut man sich beim Staatskonzern offenbar selbst nicht zuzutrauen.
Ein Drehtür-Posten der besonderen Art
Besonders pikant wird die Personalie, wenn man sich vor Augen führt, wie lange dieser Stuhl bereits leer steht. Ende März trennte sich die Bahn von ihrer vorigen Finanzchefin Karin Dohm – und zwar nach nicht einmal vier Monaten im Amt. Die von der Baumarktkette Hornbach gekommene Managerin hatte sich Berichten zufolge bereits zwei Wochen nach ihrem Antritt im Dezember 2025 mit den Betriebsräten überworfen. Diese fühlten sich bei der geplanten Ausgliederung von Geschäftseinheiten schlicht übergangen.
Ein Finanzchef-Posten, der sich nach wenigen Wochen wieder leert – das ist sinnbildlich für einen Konzern, der seit Jahren mehr mit sich selbst beschäftigt ist als mit der pünktlichen Beförderung seiner Fahrgäste.
Die Quote bleibt diesmal außen vor
Bemerkenswert ist eine weitere Randnotiz dieser Entscheidung. Aufsichtsratschef Werner Gatzer und Bahnchefin Palla hätten sich darauf verständigt, ausnahmsweise auf eine möglichst ausgeglichene Frauenquote im Vorstand zu verzichten. Mit Ausnahme von Palla selbst, die zwischenzeitlich nebenbei auch die Finanzen verwaltet hatte, bestehe der Konzernvorstand damit weiterhin ausschließlich aus Männern. Man darf gespannt sein, wie sich dieses Bekenntnis zur sachlichen Eignung statt zur ideologischen Quote mit dem vielbeschworenen Zeitgeist verträgt – immerhin scheint man hier ausnahmsweise nach Kompetenz und nicht nach Geschlechterproporz entschieden zu haben.
Steuergeld ohne Ende – wann ist Schluss?
Was bei alledem oft untergeht: Es ist der deutsche Steuerzahler, der diesen Dauerverlustbringer am Leben hält. Während die Politik gerne von Modernisierung und Verkehrswende schwadroniert, versickern Milliarden in einem System, das organisatorisch und finanziell aus dem Ruder gelaufen ist. Ob ein einzelner Manager – sei er noch so erfahren – diesen Tanker herumreißen kann, darf bezweifelt werden. Die Probleme der Bahn sind struktureller Natur und reichen tief in eine jahrelange politische Fehlsteuerung hinein.
Wer in diesen Zeiten sein Vermögen schützen will, sollte sich nicht auf staatlich gelenkte Großkonzerne oder volatile Anlageformen verlassen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie ihren Wert auch dann bewahren, wenn ganze Konzernbilanzen in den roten Zahlen versinken. Als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie eine Stabilität, die kein defizitärer Staatskonzern garantieren kann.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier wiedergegebenen Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion sowie den uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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