
Nobelpreisträger übernimmt: Neuer Chefökonom der Weltbank

Washington, 16. September 2026: Die Weltbankgruppe holt sich einen Nobelpreisträger an die Spitze ihrer Forschungsabteilung. Weltbank-Präsident Ajay Banga gab am Mittwoch bekannt, dass der US-Entwicklungsökonom Michael Kremer neuer Chefökonom und Senior Vice President für Entwicklungsökonomie wird. Sein Dienst beginnt laut der offiziellen Mitteilung am 1. Oktober.
Wer ist der Mann, der die Zahlen der Weltbank deuten soll?
Kremer, 61, lehrt Medienberichten zufolge an der University of Chicago, zuvor forschte er in Harvard. 2019 erhielt er gemeinsam mit Esther Duflo und Abhijit Banerjee den Wirtschaftsnobelpreis – ausgezeichnet wurde ein experimenteller Ansatz zur Bekämpfung globaler Armut.
Das Prinzip klingt bestechend einfach: Entwicklungshilfe wird nicht nach Bauchgefühl verteilt, sondern in kontrollierten Feldversuchen getestet. Was messbar wirkt, wird ausgerollt. Was nicht wirkt, fliegt raus. Ein Gedanke, den man auch deutschen Ministerien gelegentlich wünschen würde.
Berichten zufolge ist Kremer der erste Weltbank-Chefökonom, der den Nobelpreis schon vor Amtsantritt in der Tasche hat. Joseph Stiglitz und Paul Romer bekamen ihn erst nach ihrer Zeit in Washington.
Banga: "Genau diese Denkweise brauchen wir"
Banga begründete die Personalie mit der Lage der Welt. Kremer habe seine Karriere nicht nur damit verbracht herauszufinden, was in der Entwicklungszusammenarbeit funktioniere, sondern dies auch im großen Maßstab bewiesen.
"Er kommt zu uns in einer Zeit, in der die Welt mutige Lösungen für ihre dringendsten Entwicklungsherausforderungen braucht"
Konkret nennt Banga eine Zahl, die die kommenden Jahrzehnte prägen dürfte: Mehr als 1,2 Milliarden junge Menschen erreichten im nächsten Jahrzehnt das Arbeitsalter. Kremer selbst sprach von enormen Aufgaben – von der Schaffung von Arbeitsplätzen über die Mobilisierung privaten Kapitals bis zum Zugang zu Gesundheit und Bildung.
Der Hintergrund: Das Geld wird knapper
Der Zeitpunkt ist brisant. Kremer folgt auf Indermit Gill, der sich Berichten zufolge im vergangenen Monat zurückgezogen hat. Und er übernimmt in einer Phase, in der die klassische Entwicklungsfinanzierung wegbricht: Für 2025 wird ein Rückgang der offiziellen Entwicklungshilfe um rund 23 Prozent erwartet – laut Medienberichten der stärkste Einbruch, der je registriert wurde.
Gleichzeitig kämpfen Schwellenländer mit hohen Zinsen und teurer Energie. Banga setzt seit seinem Amtsantritt 2023 verstärkt auf privates Kapital und Jobs statt auf reine Zuschüsse. Übersetzt heißt das: Die Geberländer zahlen weniger, also muss die Weltbank Investoren überzeugen – nicht Bürokraten.
Seinen ersten großen Auftritt hat Kremer schon bald. Kurz nach Amtsbeginn treffen sich Weltbank und Internationaler Währungsfonds zur Jahrestagung, diesmal in Bangkok.
Was das für deutsche Sparer bedeutet
Deutschland zählt zu den größten Beitragszahlern solcher Institutionen – finanziert aus Steuergeldern, in Zeiten schwacher Konjunktur und wachsender Schuldenberge. Aus Sicht unserer Redaktion ist deshalb jede Personalie, die Wirksamkeit über Symbolpolitik stellt, ein Fortschritt.
Klar ist aber auch: Sinkende Hilfsbudgets, Zinsdruck und geopolitische Spannungen sind die Zutaten eines nervösen Jahrzehnts. Wer sein Vermögen gegen solche Schwankungen absichern will, hat mit physischem Gold und Silber seit Jahrhunderten eine bewährte Beimischung – unabhängig davon, wer in Washington die Prognosen schreibt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt unsere Einschätzung auf Basis der vorliegenden Informationen. Jeder Anleger sollte eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.
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