
Obama-Paukenschlag: Hat Trumps Iran-Krieg Teheran sogar gestärkt?

Barack Obama greift Donald Trump frontal an. Auf einer Wahlkampfbühne in Detroit hat der frühere US-Präsident am Samstag behauptet, der Iran stehe nach sieben Monaten Krieg strategisch besser da als vor dem ersten Schuss. Kurz vor den Zwischenwahlen wird der Krieg am Golf damit zum Wahlkampfthema Nummer eins.
Wahlkampf mit dem Krieg
Bühne war die Cass Technical High School in Detroit, und zwar ausgerechnet am ersten Tag der vorgezogenen Stimmabgabe in Michigan. Obama warb dort für den demokratischen Senatskandidaten Abdul El-Sayed. Teheran verfüge inzwischen über ein Vetorecht an der Straße von Hormus, also an dem Nadelöhr, durch das ein großer Teil des Weltöls fließt. Deshalb, so Obama wörtlich:
"So they're in a stronger strategic position now than before the war started."
Schon am Vormittag hatte er in Cleveland für Sherrod Brown und Amy Acton geworben. Medienberichten zufolge nannte er den Konflikt dort einen unnötigen Krieg, den niemand verlangt und über den niemand abgestimmt habe. Die Regierungsmannschaft um Verteidigungsminister Pete Hegseth bestehe aus Leuten, die man nicht ernst nehmen könne.
Der Atomdeal als Lieblingsargument
Den Iran habe nur sein Abkommen von 2015 von der Bombe abgehalten, sagte Obama. Trump habe es aufgekündigt und dann diesen Krieg begonnen. Laut dem Faktencheck-Portal PolitiFact hatte Teheran damals zugesagt, rund 97 Prozent seines angereicherten Urans und etwa 70 Prozent seiner Zentrifugen abzugeben. In den 28 Monaten bis zum US-Ausstieg 2018 habe die Atomenergiebehörde IAEA nur kleinere Verstöße festgestellt.
Die Botschaft ist allerdings nicht ganz einheitlich. Im Juni hatte Obama im US-Fernsehen noch erklärt, man sei ungefähr wieder am Ausgangspunkt, vielleicht sogar etwas schlechter dran. Jetzt soll der Iran also der Gewinner sein. Ein Unterschied, den Obamas Gegner genüsslich ausschlachten dürften.
Hormus: Wo sich die Wahrheit entscheidet
Ob Obama recht hat, zeigt sich auf dem Wasser. Nach Daten von UBS Evidence Lab sind die Ölmengen aus dem Golf von Oman Mitte Oktober auf 9,1 Millionen Barrel pro Tag eingebrochen. Anfang des Monats waren es in der Spitze noch 17 Millionen. Beim Flüssiggas lagen die Mengen zuletzt bei rund einem Viertel des Vorkriegsniveaus. Iranische Rohölverladungen zählte die Bank keine einzige.
Gleichzeitig eskaliert die Gewalt. Bis zum 14. Oktober sollen iranische Drohnen allein in diesem Monat 24 Handelsschiffe getroffen haben, zwei emiratische Containerschiffe sanken binnen 24 Stunden. Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, prahlte im Staatsfernsehen, man nehme jede Nacht fünf oder sechs solcher Schiffe ins Visier. Berichten zufolge will Teheran US-amerikanische und israelische Schiffe ganz aus der Meerenge verbannen und von allen anderen Maut kassieren.
Pikant: Medienberichten zufolge hatte das Weiße Haus nur zwei Tage vor Obamas Auftritt erklärt, durch Hormus fließe mehr Öl als vor dem Konflikt. Die Märkte sehen das offenbar anders. Brent kletterte zuletzt über 111 Dollar und damit auf ein Fünf-Monats-Hoch.
Gegenwind aus Washington
Kritiker halten Obamas These für Unsinn. Rebeccah Heinrichs vom Hudson Institute verwies darauf, dass dem Regime sein Ayatollah, seine Raketenstreitkräfte und seine Atomwissenschaftler abhandengekommen seien. Auch Ölexportkapazität, Schattenflotte, Marine, Stahlsektor und Währungsstabilität habe Teheran eingebüßt. Trump selbst will am Sonntag in Port Huron, Michigan, für den republikanischen Senatskandidaten Mike Rogers auftreten.
Was das für Europa bedeutet
Für deutsche Verbraucher ist der Schlagabtausch in Amerika keine Nebensache. Jedes Barrel, das am Golf festhängt, kommt irgendwann an der Zapfsäule und auf der Heizkostenabrechnung an. Ein Land, das sich mit seiner Energiepolitik selbst verwundbar gemacht hat, bekommt solche Schocks besonders hart zu spüren. Und es heizt die Inflation an, die die Ersparnisse der Bürger auffrisst. In solchen Zeiten zeigt sich, warum viele Anleger einen Teil ihres Vermögens in physischem Gold und Silber halten. Edelmetalle hängen von keinem Seeweg und keinem Wahlausgang ab.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fürs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld ändert und was Sie vorher tun können.

PeterHahne
ErnstWolff
Dr.Brandenburg
Prof. Dr.Polleit
MichaelMross
OutdoorChiemgau
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













