
Öl-Schock am Golf: Brent knackt 110 Dollar – Iran würgt Hormus ab!

Der Ölmarkt brennt. Am Freitag, dem 16. Oktober, kletterte die Nordseesorte Brent im Handelsverlauf erstmals seit Mai auf 110 Dollar je Barrel und ging mit 109,86 Dollar aus dem Handel, ein Plus von 3,7 Prozent. Auslöser sind die eskalierenden Angriffe des Iran in der Straße von Hormus, Raketenbeschuss auf Saudi-Arabien und das Ende einer kurzlebigen Waffenruhe im Ukraine-Krieg.
Auch die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 3,5 Prozent auf 101,41 Dollar und liegt damit wieder deutlich über der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke. Auf Wochensicht verteuerte sich WTI um mehr als 10 Prozent, Brent um knapp 5 Prozent.
Hormus: Die Schlagader der Weltwirtschaft unter Feuer
Seit Sonntag sind in der Meerenge mindestens neun Tanker und Frachter attackiert worden. Teheran will offenbar den Ölexport durch das Nadelöhr abwürgen. Nach Angaben des US-Zentralkommandos versenkte der Iran am Mittwoch das Containerschiff „GFS Pride“. Die Besatzung des in Singapur registrierten Schiffs habe sich laut der dortigen Seebehörde retten können.
Die Bilanz der Woche ist bitter: Laut der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO wurden drei Seeleute verletzt, zwei gelten als vermisst. Im September hatten die Exporte durch die Meerenge zwischenzeitlich wieder das Vorkriegsniveau erreicht. Inzwischen sind sie eingebrochen. Nach Daten des Analysehauses Kpler flossen in der Woche bis Mittwoch nur noch 9,4 Millionen Barrel pro Tag hindurch, rund 70 Prozent des Durchschnitts vor dem Iran-Krieg.
Saudi-Arabien im Visier der Huthis
Gleichzeitig feuern die mit dem Iran verbündeten Huthi-Milizen aus dem Jemen immer wieder auf das Königreich. Am Freitag fing die saudische Armee nach eigenen Angaben mehrere Raketen über dem Roten Meer ab. Eine davon soll auf das Ölexportterminal Yanbu zugeflogen sein. Drei Drohnen seien über Riad und dem Süden des Landes zerstört worden.
Bereits am Dienstag war laut Energieministerium ein Verwaltungsgebäude des Ölkonzerns Aramco in Dhahran getroffen worden. Beim Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad am 10. Oktober starben zwölf Menschen, mehr als 300 wurden verletzt.
Warum ausgerechnet Yanbu? Der Hafen am Roten Meer ist der Endpunkt der rund 1.200 Kilometer langen Ost-West-Pipeline, Saudi-Arabiens wichtigster Ausweichroute um Hormus herum. Medienberichten zufolge musste die Leitung im September nach Drohnenangriffen stillgelegt werden. Nach dem Neustart wurde sie nach einer erneuten Attacke auf eine Pumpstation bei Khurais wieder gestoppt.
Trumps „Energie-Waffenruhe“: Nach wenigen Tagen Makulatur
Die sogenannte Energie-Waffenruhe, die US-Präsident Donald Trump zwischen Kiew und Moskau vermitteln wollte, ist schnell gescheitert. Der Kreml habe die ukrainische Infrastruktur trotz der vereinbarten Feuerpause weiter angegriffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte daraufhin an, die Ukraine werde wieder russische Raffinerien ins Visier nehmen.
Diesel wird zum Luxusgut
Den Preis zahlen die Verbraucher. In den USA kostete eine Gallone Diesel am Freitag laut dem Automobilclub AAA im Schnitt 6,33 Dollar, über 70 Prozent mehr als vor einem Jahr. Hinzu kommt ein Sondereffekt: Wegen Förderausfällen an der Golfküste durch Hurrikan „Isaias“ schrumpften die kommerziellen US-Lagerbestände laut Energiebehörde EIA in der Woche bis 9. Oktober um mehr als acht Millionen Barrel.
Auch in Deutschland hatte Diesel im Frühjahr Medienberichten zufolge ein Allzeithoch erreicht. Für Spediteure, Landwirte und Pendler ist das ein Albtraum. Dazu kommen hausgemachte Lasten wie CO₂-Preis und Energiesteuer. Von spürbarer Entlastung durch die Bundesregierung ist bisher wenig zu sehen.
Ölschock, Inflation und Vermögensschutz
Die Geschichte zeigt, wohin anhaltend teure Energie führen kann. Nach den Ölkrisen von 1973 und 1979 stiegen die Preise kräftig, und das Ersparte verlor rapide an Kaufkraft. In jenem Jahrzehnt erwies sich Gold als einer der verlässlichsten Wertspeicher.
Wer sein Vermögen gegen geopolitische Schocks und Geldentwertung absichern möchte, kann physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen. Sie sind nicht von Lieferketten, Pipelines oder Waffenruhen abhängig.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich.
- Themen:
- #Energie
Kostenloses Live-Webinar
Der digitale Euro kommt
Was er für Ihr Erspartes bedeutet und wie Sie jetzt vorsorgen.

DieterBohlen
ErnstWolff
Prof. Dr.Werner
Tom-OliverRegenauer
JochenStaiger
GeraldGrosz
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













