Telefonisch Mo–Fr 8–20 Uhr erreichbar
280.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
24.07.2026
15:27 Uhr

Öl über 100 Dollar: Wie China die Energiekrise am Golf aussitzt – und warum das Zeitfenster sich schließt

Öl über 100 Dollar: Wie China die Energiekrise am Golf aussitzt – und warum das Zeitfenster sich schließt

Es ist ein Szenario, das die Rohstoffmärkte in Atem hält: Über Nacht hat sich das Chaos an den maritimen Nadelöhren von der Straße von Hormus bis zur Bab-el-Mandeb-Straße ausgeweitet. Iran-treue Huthi-Milizen sollen zwei saudi-arabische Tanker ins Visier genommen haben. Die Folge? Ein weiterer neuralgischer Punkt der globalen Energieversorgung liegt in Trümmern, und die Händler preisen einen fetten Kriegsrisiko-Aufschlag in die Brent-Terminkontrakte ein. Am Donnerstagmorgen kletterte der Preis über die psychologisch bedeutsame Marke von 100 US-Dollar je Barrel.

Zwei blockierte Chokepoints – und Peking im Fokus

Wer glaubt, das gehe uns nichts an, der irrt gewaltig. Denn während die deutsche Politik sich in Genderdebatten und Klimaträumereien verliert, entscheidet sich am Persischen Golf, wie teuer künftig unser Sprit, unsere Heizung und letztlich jedes Industrieprodukt wird. Öl, das nach Asien fließt, nimmt üblicherweise nur eine der beiden Routen: Die Exporte aus dem Persischen Golf passieren Hormus, während saudisches Rohöl aus Yanbu durch das Rote Meer und weiter durch die Bab-el-Mandeb-Straße gen Süden zieht.

Die entscheidende Größe in diesem Spiel heißt China. Aus Hormus absorbiert das Reich der Mitte allein fast zwei Fünftel der Rohölmengen. Auf der saudischen Rotmeer-Route soll China zuletzt sogar über die Hälfte der Exporte aufgenommen haben. Wenn beide Nadelöhre gleichzeitig verstopfen, wird Peking zum Dreh- und Angelpunkt der Weltmärkte.

Drei Hebel, mit denen Peking den Schock abfedert

Nach Einschätzung von Rohstoffstrategen zieht die chinesische Führung derzeit an drei Hebeln, um die wirtschaftlichen Folgen abzufangen: den Abbau der eigenen Treibstoffvorräte, den Umstieg auf Kohle und erneuerbare Energien sowie die gezielte Drosselung öl- und gasintensiver Industrien.

Chinas reales BIP-Wachstum sackte im zweiten Quartal auf annualisierte 3,6 Prozent ab, nach 5,3 Prozent im ersten Quartal. Trotzdem stieg der gesamte Energiebedarf im April und Mai noch um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bemerkenswert ist, mit welcher Kaltblütigkeit Peking hier agiert. Der Abbau von Kohle-, Öl- und Gasbeständen soll allein 5,4 Prozentpunkte zum Wachstum des Energiebedarfs beigetragen haben. Der geringere Öl- und Gasverbrauch zog zwar 1,7 Punkte ab, doch der verstärkte Griff zu Kohle und erneuerbaren Energien fügte 2,2 Punkte hinzu.

Vom Verbrenner zum Stromnetz – die stille Verschiebung

Ein Detail lässt aufhorchen: Der Benzinverbrauch brach um satte 23 Prozent ein, während das Laden von Elektrofahrzeugen um 60 Prozent explodierte. China verlagert seine Transporttätigkeit schlicht auf die Steckdose. Der Verkehr floss praktisch unverändert weiter, während die Chinesen offenbar sowohl beim Autokauf als auch bei der Wahl des Antriebs auf Strom umschwenkten.

Man stelle sich vor, wie eine solche Flexibilität in Deutschland aussähe – hierzulande, wo man erst die Kernkraftwerke abschaltet und dann verwundert feststellt, dass Strom teuer und knapp wird. Während Peking pragmatisch alle verfügbaren Register zieht, klammert sich Berlin an ideologische Dogmen.

Die zentrale Frage: Wie lange hält Peking durch?

Doch jede Strategie hat ihre Grenzen. China verfügte zuletzt über 1,3 bis 1,4 Milliarden Barrel in seinen Rohöllagern, davon rund 400 Millionen Barrel, die im Jahr 2025 angehäuft wurden. Bei dem gegenwärtigen Importdefizit von etwa 3,5 Millionen Barrel pro Tag reicht dieser Vorrat für rund vier Monate.

Und die Substitutionsstrategie stößt ebenfalls an Mauern: Kohle, Erneuerbare und E-Autos mögen gasbefeuerte Kraftwerke und einen Teil des Benzinverbrauchs ersetzen. Doch Luftfahrt, Fernverkehr, Petrochemie und industrielle Prozesse lassen sich mit Strom eben nicht vollständig betreiben. Das größere Risiko lauert dort, wo Peking aufhört, an seinen strategischen Reserven zu zehren, und aggressiv auf den Weltmarkt zurückkehrt.

Der Krieg tritt in eine gefährliche Phase ein, in der das Rote Meer und kritische Infrastruktur bedroht sind.

Was das für den Anleger bedeutet

Die Lektion aus dieser Gemengelage ist unmissverständlich: Wer sein Vermögen einzig auf Papierwerte, Aktien oder wackelige Immobilienfinanzierungen stützt, spielt in einer Welt maritimer Nadelöhre und geopolitischer Erpressbarkeit ein riskantes Spiel. Steigende Ölpreise treiben die Inflation, und die trifft am Ende jeden Sparer. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie in genau solchen Zeiten der Unsicherheit ihren Wert bewahren – als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portefeuille.

Hinweis: Die vorstehenden Ausführungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Sie stellen ausdrücklich keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für etwaige Verluste übernehmen wir keine Haftung.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen