
Ölfonds-Schock in Oslo: Zinswende frisst 30 Milliarden Dollar!

Der größte Staatsfonds der Welt hat im dritten Quartal 2026 rund 30 Milliarden Dollar verloren. Laut der Fondsverwaltung Norges Bank Investment Management (NBIM) lag die Rendite des norwegischen Ölfonds von Juli bis September bei minus 0,5 Prozent. Als Hauptgrund nennt sie steigende Zinsen, die das Anleiheportfolio belastet hätten.
Erst der Rekord, dann der Dämpfer
Noch im Sommer war die Stimmung in Oslo glänzend. Für das erste Halbjahr 2026 meldete der Fonds einen Rekordgewinn von 185 Milliarden Dollar, getragen vor allem von asiatischen Technologieaktien. Jetzt kam der Rückschlag.
In Landeswährung beträgt der Verlust 278 Milliarden norwegische Kronen, umgerechnet etwa 29,7 Milliarden Dollar. Am Gesamtvermögen gemessen ist das wenig. In absoluten Zahlen ist es eine gewaltige Summe. Und sie zeigt: Auch der reichste Investor der Welt ist der Zinsentwicklung ausgeliefert.
Ausgerechnet die „sicheren“ Anleihen
NBIM-Vizechef Trond Grande sprach von einem Ergebnis, das nahezu flach und am Ende leicht negativ ausgefallen sei. Sinngemäß erklärte er:
„Die Rendite des Fonds lag nahe null und fiel am Ende leicht negativ aus, weil steigende Zinsen zu schwächeren Ergebnissen bei unseren festverzinslichen Anlagen geführt haben.“
Auch die Aktien hätten kaum etwas eingebracht, so Grande. Zwischen den Branchen habe es aber große Unterschiede gegeben. Energiewerte legten am stärksten zu. Zinsempfindliche Sektoren wie Versorger und Immobilien gaben dagegen nach.
Warum steigende Zinsen Anleihen schaden, ist schnell erklärt: Kommen neue Papiere mit höherem Kupon auf den Markt, verlieren ältere Anleihen mit niedrigeren Zinsen an Wert. Medienberichten zufolge bestehen rund 70 Prozent des Anleiheportfolios aus Staatsanleihen. Gerade die Papiere, die als besonders sicher gelten, haben also die Bilanz belastet.
Ein Riese mit Schlagseite Richtung Wall Street
Zum 30. September 2026 war der Fonds 22,014 Billionen Kronen wert, nach aktuellem Kurs rund 2,35 Billionen Dollar. So ist das Geld verteilt:
- 72,1 Prozent Aktien
- 25,8 Prozent Anleihen
- 1,6 Prozent nicht börsennotierte Immobilien
- 0,5 Prozent nicht börsennotierte Infrastruktur für erneuerbare Energien
Im Schnitt gehören dem Fonds 1,5 Prozent aller börsennotierten Unternehmen der Welt. Mehr als die Hälfte seiner Aktien liegt am US-Markt. Die größten Positionen sind Nvidia, Apple und Microsoft. Laut Medienberichten hält sich der Fonds bei Aktien und bei manchen großen Tech-Konzernen inzwischen selbst „leicht zurück“. Kritiker sehen in der starken Ausrichtung auf wenige US-Tech-Konzerne ein Klumpenrisiko.
Schon 2022 und 2023 im Minus
Ganz neu ist das nicht. Der Fonds entstand in den 1990er-Jahren, um die Einnahmen aus Öl und Gas langfristig für das Land anzulegen. Auch im dritten Quartal 2022 machte er Verlust: minus 4,4 Prozent oder 449 Milliarden Kronen, damals belastet durch Inflation, steigende Zinsen und den Krieg in Europa. Ein Jahr später waren es im dritten Quartal minus 2,1 Prozent oder 374 Milliarden Kronen.
Was deutsche Sparer daraus lernen können
Bemerkenswert ist der Vergleich mit Deutschland. Norwegen hat seinen Rohstoffreichtum über Jahrzehnte für kommende Generationen angespart. Berlin plant dagegen ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro, das auf Schulden beruht. Kritiker sagen: Hier wird nicht für die Kinder gespart, die Rechnung geht an sie.
Für Privatanleger ist die Lehre einfach. Selbst ein Profi-Fonds mit den besten Analysten kann sich steigenden Zinsen und Marktschwankungen nicht entziehen. Ob Anleihen, Aktien oder Immobilien: Ihr Wert hängt an Zentralbanken, Märkten und an der Zahlungsfähigkeit der Herausgeber. Physisches Gold und Silber kennen kein solches Ausfallrisiko. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie deshalb eine sinnvolle Ergänzung zur langfristigen Vermögenssicherung sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung. Er ist keine Aufforderung, Wertpapiere, Edelmetalle oder andere Anlageprodukte zu kaufen oder zu verkaufen. Bitte informieren Sie sich vor jeder Anlageentscheidung selbst. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie selbst verantwortlich.
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