
Pandora kapituliert vor dem Silberpreis: Schmuckgigant flüchtet in billigere Alternativen
Der dänische Schmuckkonzern Pandora, einst Synonym für erschwinglichen Silberschmuck, vollzieht eine bemerkenswerte Kehrtwende. Die neue Vorstandschefin Berta de Pablos-Barbier verkündete am Donnerstag eine strategische Neuausrichtung, die das Unternehmen von seiner bisherigen Kernkompetenz wegführen soll. Der Grund? Die dramatischen Preisschwankungen am Silbermarkt haben dem Weltmarktführer offenbar die Grenzen seiner bisherigen Geschäftsstrategie aufgezeigt.
Vom Silberhändler zur Schmuckmarke – eine fragwürdige Unterscheidung
„Wir sind eine Schmuckmarke, wir sind kein Silberhändler", erklärte de Pablos-Barbier in einem Interview mit Reuters. Eine Aussage, die bei näherer Betrachtung durchaus Fragen aufwirft. Schließlich hat Pandora seinen weltweiten Erfolg maßgeblich auf dem Fundament von Silberschmuck aufgebaut. Das berühmte Charm-Armband, mit dem Kundinnen ihre persönlichen Geschichten erzählen können, besteht traditionell aus dem weißen Edelmetall.
Nun soll der Anteil von Silberschmuck am Portfolio von derzeit fast 60 Prozent auf magere 20 Prozent zusammenschrumpfen. Stattdessen setzt der Konzern auf eine neue Produktlinie mit Platinbeschichtung. Bereits 2027 will Pandora mindestens die Hälfte des relevanten Silbersortiments auf diese Variante umstellen.
Platinbeschichtung als kostengünstige Alternative
Der Clou an der neuen Strategie: Die platinbeschichteten Produkte basieren auf einer speziellen Metalllegierung und sind in der Herstellung deutlich kostengünstiger als reiner Silberschmuck. Platin selbst ist zwar teurer als Silber, wird hier jedoch nur als hauchdünne Beschichtung verwendet. Für die Kunden soll der Reiz eines Edelmetalls erhalten bleiben – ob diese Rechnung aufgeht, bleibt abzuwarten.
Die Börse jedenfalls zeigte sich zunächst begeistert: Die Pandora-Aktie legte um fünf Prozent zu. Doch die Frage drängt sich auf, ob Kunden, die bewusst Silberschmuck kaufen, tatsächlich mit einer beschichteten Legierung zufrieden sein werden.
Silberpreis auf wilder Achterbahnfahrt
Die Entscheidung Pandoras kommt nicht von ungefähr. Der Silberpreis erlebte zuletzt eine historische Achterbahnfahrt, die auch die Pandora-Aktie stark schwanken ließ. Spekulationen trieben den Preis für das Edelmetall in der vergangenen Woche auf ein Rekordhoch von über 121 Dollar pro Feinunze, bevor er nur einen Tag später um mehr als ein Viertel einbrach. Am Donnerstag notierte die Feinunze bei rund 75 Dollar.
Diese Volatilität verdeutlicht einmal mehr, warum physische Edelmetalle als langfristige Vermögenssicherung so wertvoll sind. Während Unternehmen wie Pandora vor den Preisschwankungen kapitulieren und auf billigere Alternativen ausweichen, erkennen kluge Anleger die Chancen, die sich in solchen Marktphasen bieten.
Trübe Aussichten im wichtigsten Markt
Geschäftlich steht Pandora vor erheblichen Herausforderungen. Zwar legte der organische Umsatz im vierten Quartal um vier Prozent zu, doch für das laufende Jahr warnte das Management vor einer möglichen Stagnation oder gar einem Umsatzrückgang von bis zu einem Prozent. De Pablos-Barbier verwies auf eine anhaltende Kaufzurückhaltung im wichtigsten Markt USA. Weder die Kundenfrequenz in den Läden noch die Stimmung der Verbraucher hätten sich dort bislang gebessert.
Die Flucht in billigere Materialien mag kurzfristig die Margen stabilisieren, doch langfristig könnte Pandora damit genau das verlieren, was die Marke einst ausgemacht hat: authentischen Edelmetallschmuck zu erschwinglichen Preisen.
Edelmetalle als sichere Anlage
Während Schmuckhersteller vor den Preisen von Gold und Silber zurückschrecken, erkennen vorausschauende Anleger den wahren Wert dieser Edelmetalle. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und volatiler Märkte bieten physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine bewährte Möglichkeit zur Vermögenssicherung. Sie sind nicht nur ein Schutz gegen Inflation, sondern auch eine sinnvolle Ergänzung für ein breit gestreutes Anlageportfolio.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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