280.000
Kunden
Sicherer
Versand
26.10.2026
22:53 Uhr
KI-generiert

PĂ€sse weg, Land dicht: Bolsonaro-Sohn darf Brasilien nicht verlassen!

PĂ€sse weg, Land dicht: Bolsonaro-Sohn darf Brasilien nicht verlassen!
Symbolbild: KI-generiert

Brasília schlÀgt zu, kaum dass die Wahlurnen ausgezÀhlt sind. Einen Tag nach seiner Niederlage in der Stichwahl um das PrÀsidentenamt muss Senator Flåvio Bolsonaro sÀmtliche ReisepÀsse abgeben, auch seinen Diplomatenpass. Angeordnet hat das Richter Alexandre de Moraes vom Obersten Gerichtshof. Die Frist betrÀgt 24 Stunden.

Der Wahlverlierer darf Brasilien also vorerst nicht verlassen. Der Zeitpunkt hat es in sich.

GeldwÀsche, Sportwetten und ein Anwalt

Grundlage der Anordnung ist ein Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher GeldwĂ€sche. Dabei geht es um VorgĂ€nge rund um Unternehmen und Online-Sportwetten. Die Bundespolizei will laut den Berichten Hinweise gefunden haben, dass Bolsonaro mit einem Bankkonto in Verbindung steht. Das Konto gehöre einer Firma des Anwalts Willer Tomaz, gegen den ebenfalls ermittelt wird.

Moraes untersagte dem Senator außerdem jeden Kontakt zu Tomaz. FlĂĄvio Bolsonaro weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Brasilianischen Medien zufolge hatte er schon wenige Tage vor der Stichwahl Akteneinsicht in das Verfahren beantragt. Im Wahlkampfteam habe der Fall damals fĂŒr erhebliche Unruhe gesorgt.

Ruhiger dĂŒrfte es jetzt nicht werden. Gegen den 45-JĂ€hrigen lĂ€uft ein zweites Verfahren: Ermittler prĂŒfen mögliche Korruption und GeldwĂ€sche bei der Finanzierung von „Dark Horse“, einem Film ĂŒber seinen Vater Jair Bolsonaro. Auch hier bestreitet er jedes Fehlverhalten.

„Klarer Versuch, mich einzuschĂŒchtern“

Nach eigener Darstellung forderte die Bundespolizei die Dokumente am Montag von ihm an. Zuvor habe er seinen Vater besucht, der unter Hausarrest steht. Den Grund fĂŒr die Maßnahme sieht der Senator bei seinem Bruder Eduardo. Der lebt in den USA und hatte vor der Wahl öffentlich dafĂŒr geworben, dass FlĂĄvio bei einer Niederlage das Land verlassen solle. In einem Video reagierte FlĂĄvio Bolsonaro scharf:

„Ich habe nie daran gedacht, das Land zu verlassen. Ich werde meine ReisepĂ€sse abgeben und mich gegen diese AbsurditĂ€t wehren, die ein klarer Versuch ist, mich einzuschĂŒchtern.“

Neu ist die Konfrontation zwischen der Familie und Moraes nicht. Medienberichten zufolge ordnete derselbe Richter erst vor rund zwei Wochen die Festnahme von Eduardo Bolsonaro an und ließ dessen PĂ€sse annullieren. Mitten im Wahlkampf hatte FlĂĄvio Moraes als Gegner auserkoren. Er rief seinen AnhĂ€ngern zu, wer Lula wĂ€hle, wĂ€hle in Wahrheit Moraes. Der Richter werde fallen, kĂŒndigte er an.

Lula holt sich die vierte Amtszeit

Gefallen ist stattdessen der Herausforderer. Laut Wahlgericht siegte der linke Amtsinhaber Luiz InĂĄcio Lula da Silva am Sonntag mit 51,8 zu 48,2 Prozent der Stimmen. Damit tritt der Veteran der Arbeiterpartei seine vierte Amtszeit an. Vor wenigen Monaten galt FlĂĄvio Bolsonaro in Umfragen noch als Favorit.

Die Niederlage will er nicht hinnehmen. Er fordert, Lulas Sieg fĂŒr ungĂŒltig zu erklĂ€ren, weil der Amtsinhaber staatliche Mittel und politische Macht fĂŒr den Wahlkampf missbraucht haben soll. Zuerst hatte er sogar verlangt, die gesamte Wahl zu annullieren. Beobachter rechnen mit hohen juristischen HĂŒrden fĂŒr einen solchen Vorstoß.

Ein Land im Dauerstreit

Wie ist das Ganze einzuordnen? FĂŒr AnhĂ€nger der Opposition passt die Passabgabe in ein Muster: Ausgerechnet ihr wichtigster Kandidat wird unmittelbar nach der Wahl in seiner Bewegungsfreiheit eingeschrĂ€nkt, und zwar von dem Richter, gegen den er monatelang Wahlkampf gefĂŒhrt hat. Kritiker der brasilianischen Justiz sehen darin eine bedenkliche Vermischung von Strafverfolgung und Politik. Die Gegenseite verweist dagegen auf die laufenden Ermittlungen und die öffentlich geĂ€ußerten Fluchtgedanken aus der eigenen Familie.

Eine Wahl, die das Land befriedet, sieht anders aus. Gegen die halbe Bolsonaro-Familie wird ermittelt, das Ergebnis wird angefochten, und die beiden Lager trennt kaum noch etwas als ein paar Prozentpunkte. Brasilien geht damit gespalten in Lulas vierte Amtszeit.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schĂŒtzen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmĂ€ĂŸig ĂŒber Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier fĂŒr den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende EinwilligungserklĂ€rung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail ĂŒber Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von GrĂŒnden mit Wirkung fĂŒr die Zukunft widerrufen. Die RechtmĂ€ĂŸigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberĂŒhrt.“