
Peinliche Verwechslung: Außenminister Wadephul postet falsches Afrika-Foto

Man könnte meinen, dass ein Bundesaußenminister und sein Stab zumindest wissen sollten, in welcher Stadt sie sich gerade befinden. Doch weit gefehlt! Johann Wadephul (CDU), der neue Chefdiplomat der Bundesrepublik, hat sich auf seiner Afrika-Reise einen Fauxpas geleistet, der symptomatisch für den Zustand der deutschen Außenpolitik sein dürfte. Auf dem offiziellen Instagram-Account des Ministers wurde die Ankunft in Äthiopien mit einem Foto dokumentiert, das nicht etwa die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba zeigte – sondern die Skyline von Nairobi, der Hauptstadt Kenias.
Der Britam Tower lügt nicht
In der mittlerweile gelöschten Instagram-Story hieß es vollmundig: „Guten Morgen aus Äthiopien. Die zweite Station meiner Reise führt mich heute nach Addis Abeba, die höchste Hauptstadt Afrikas." Dazu wurde stolz auf die beeindruckenden 2.200 bis 2.300 Höhenmeter verwiesen. Das Problem dabei? Im Hintergrund ragte unübersehbar der Britam Tower empor – das höchste Gebäude Kenias und ein Wahrzeichen Nairobis. Aufmerksame Nutzer erkannten den Fehler sofort und wiesen das Auswärtige Amt darauf hin.
Besonders pikant: Der begleitende Text sprach von „120 Jahren diplomatischen Beziehungen" zwischen Deutschland und Äthiopien. Nach der stillschweigenden Korrektur ist plötzlich nur noch von „mehr als 60 Jahren" die Rede. Ob hier jemand die Geschichtsbücher nicht richtig gelesen hat oder schlicht die Zahlen durcheinandergebracht wurden, bleibt im Dunkeln. Das Auswärtige Amt konnte auf Anfrage jedenfalls nicht erklären, wie es zu diesem doppelten Patzer kommen konnte.
Afrika als „Chancenkontinent" – aber welche Stadt ist welche?
Die Ironie dieser Panne könnte kaum größer sein. Wadephul hatte zuvor in Nairobi – also dort, wo das falsche Foto tatsächlich aufgenommen wurde – Afrika als „Chancenkontinent" bezeichnet, der aus deutscher Sicht bislang zu wenig Beachtung finde. Deutschland müsse „flexibler" und „schneller" werden, so der Minister, insbesondere mit Blick auf das wachsende chinesische Engagement auf dem Kontinent. Wie soll man einen Kontinent ernst nehmen und dort Einfluss gewinnen, wenn man nicht einmal die Hauptstädte auseinanderhalten kann?
Es ist bezeichnend für den Zustand der deutschen Diplomatie, dass solche Fehler überhaupt passieren. In Zeiten, in denen China und andere Mächte systematisch um Einfluss in Afrika werben, leistet sich das Auswärtige Amt Amateurpannen, die man eher von einem überforderten Praktikanten erwarten würde. Die stillschweigende Löschung und Korrektur ohne jede Erklärung macht die Sache nicht besser – sie zeugt von einer Kultur des Vertuschens statt des offenen Umgangs mit Fehlern.
Wichtige Termine in Addis Abeba
Immerhin: In der äthiopischen Hauptstadt – der echten diesmal – standen für Wadephul durchaus bedeutsame Gespräche auf dem Programm. Treffen mit dem äthiopischen Außenminister Gedion Timothewos sowie Termine bei der Afrikanischen Union (AU) sollten die Reise inhaltlich untermauern. Die AU, deren Hauptquartier sich in Addis Abeba befindet, gilt als zentraler Akteur für Sicherheit, Entwicklung und politische Koordination auf dem afrikanischen Kontinent. Seit 2023 ist die Organisation zudem Mitglied der G20.
Doch welchen Eindruck hinterlässt ein deutscher Außenminister, dessen Team nicht einmal die Grundlagen der Geographie beherrscht? Die Verwechslung zweier afrikanischer Hauptstädte mag auf den ersten Blick wie eine Lappalie erscheinen. Sie offenbart jedoch eine erschreckende Nachlässigkeit im Umgang mit einem Kontinent, den man angeblich als strategisch wichtig erachtet. Wer Afrika wirklich ernst nimmt, sollte zumindest wissen, wo er sich gerade befindet.
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