
Personalkarussell bei der Deutschen Bahn: Ex-Lufthansa-Chef soll Aufsichtsrat führen

Während Millionen Pendler täglich auf zugige Bahnsteige starren und über verspätete Züge fluchen, dreht sich an der Spitze des Staatskonzerns munter das Personalkarussell. Der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Gatzer soll seinen Sessel im Jahr 2027 räumen. Sein designierter Nachfolger: der frühere Lufthansa-Chef Christoph Franz, der seit März bereits im Kontrollgremium des Bahn-Konzerns sitzt. Über diesen Wechsel hatte zuerst die "Bild"-Zeitung berichtet, die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte bereits im Februar entsprechende Pläne öffentlich gemacht.
Ein Staatssekretär wandert weiter
Gatzer, einst Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und seit September 2022 Chefkontrolleur der Deutschen Bahn, soll nicht etwa in den wohlverdienten Ruhestand wechseln – nein, der gut vernetzte Berufsbeamte wird offenbar gleich an die nächste staatliche Großbaustelle weitergereicht: an den Flughafen Berlin Brandenburg. Dort soll er den bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Jörg Simon beerben. Ein Sprecher des BER mochte sich auf Anfrage zu Personalien nicht äußern und verwies routiniert auf die Zuständigkeit der Gesellschafterversammlung. Ein Sprecher von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder bestätigte lediglich, Gatzer habe selbst angekündigt, nicht die gesamte Wahlperiode im Amt bleiben zu wollen.
Vom Cockpit ins Kontrollgremium
Christoph Franz bringt zweifellos beachtliche Konzernerfahrung mit. Der Manager, der bei der Lufthansa und später beim Pharmariesen Roche an der Spitze stand, soll nun den maroden Staatskonzern Deutsche Bahn aus der Aufsichtsratsperspektive auf Kurs bringen. Die formelle Wahl muss noch erfolgen – ein bürokratischer Akt, der angesichts der bereits durchgesickerten Pläne kaum mehr als eine Formsache sein dürfte.
Schon der zweite große Umbau im Konzern
Es ist nicht der erste personelle Paukenschlag bei der Bahn seit dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz. Bereits im Herbst löste Evelyn Palla den glücklosen Richard Lutz an der operativen Spitze ab. Die Botschaft an die Belegschaft – und an die geplagten Fahrgäste – scheint klar: Es muss sich etwas ändern. Ob es das aber tatsächlich tut, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Schöne neue Bahn-Welt?
Man darf gespannt sein, ob ein weiterer Topmanager aus der Konzernwelt das schaffen wird, woran ganze Politikergenerationen gescheitert sind: einen Staatskonzern zu sanieren, der seit Jahren zwischen ideologischer Klima-Mission, milliardenschweren Sanierungsstaus und chronischer Unpünktlichkeit hin- und herschwankt. Die geplanten 500 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur sollen es richten – finanziert auf Pump, zu Lasten kommender Generationen. Wer angesichts solch gigantischer Schuldenberge sein Vermögen krisensicher aufstellen möchte, tut gut daran, einen Blick auf physische Edelmetalle zu werfen. Während Politiker neue Stellen schaffen und alte umbesetzen, behalten Gold und Silber seit Jahrtausenden ihre Kaufkraft – ganz ohne Aufsichtsratswechsel.
Bemerkenswert bleibt am Ende vor allem eines: In Deutschland scheinen verdiente Spitzenposten kaum jemals verloren zu gehen. Sie wandern lediglich von einem Staatsunternehmen zum nächsten. Ein bequemes System – jedenfalls für die Wenigen, die davon profitieren.

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