
Pulver-Alarm vor den Midterms: Wer schickt diese Drohbriefe?

Wenige Tage vor den US-Zwischenwahlen am 3. November rollt eine Welle verdächtiger Briefe durch Amerika. Wahlbehörden, Medienhäuser, Meinungsforscher und Wahlaufseher in den Bundesstaaten bekommen Umschläge mit weißem Pulver. Das FBI ermittelt gemeinsam mit der Postermittlungsbehörde US Postal Inspection Service und hat am Freitag eine offizielle Warnung herausgegeben.
Die einzige gute Nachricht bisher: Laut FBI hat man bisher kein gefährliches Material gefunden. Die Ermittler versuchen, weitere Sendungen abzufangen, bevor sie ihre Empfänger erreichen.
Evakuierungen von Arizona bis Louisiana
Im Arizona Department of State öffnete eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter Mitte Oktober einen Umschlag, aus dem weißes Pulver kam. Das Büro wurde evakuiert, die Substanz und alle Personen, die damit in Kontakt gekommen waren, wurden isoliert. Arizonas Secretary of State Adrian Fontes ist in seinem Bundesstaat für die Wahlen zuständig. Er sagte damals:
„Dies ist ein ernüchternder Moment, der die Realität der Wahlverwaltung in diesem Land heute verdeutlicht.“
Auch in Oklahoma und Louisiana entdeckten Beschäftigte von Wahlbehörden Pulver in Briefen, die Büros mussten geräumt werden. Die Wahlkommission von Wisconsin bekam ebenfalls einen solchen Umschlag. Tests ergaben nach ihren Angaben, dass der Inhalt ungefährlich war.
Andere Briefe hat das FBI rechtzeitig abgefangen. Nach Angaben der Behörden waren sie an die Wahlaufsicht in Ohio unter Frank LaRose, an die Behörde von Michael Watson in Mississippi und an das Büro der Secretary of the State in Connecticut adressiert.
Mindestens 32 Bundesstaaten im Visier
Das Ausmaß ist größer, als viele zunächst dachten. Medienberichten zufolge haben Wahlbehörden in mindestens 32 Bundesstaaten verdächtige Post bekommen. Außerdem sollen die Büros von mehr als drei Dutzend Kongressabgeordneten betroffen sein. Wer dahintersteckt, ist offiziell noch nicht bekannt.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Die Briefe kamen genau dann, als die Behörden die Midterms vorbereiteten und die Briefwahlunterlagen verschickten. Wer Wahlhelfer in dieser Phase verunsichert, legt die Verwaltung lahm. Dafür muss das Pulver gar nicht giftig sein.
Masken und Handschuhe für die Poststelle
Das FBI rät allen, die in wahlbezogenen Einrichtungen Post bearbeiten, zu Schutzmaßnahmen, die eher in ein Labor passen:
- Schutzausrüstung tragen, also Masken, Schürzen und Nitrilhandschuhe
- Feste Abläufe für den Ernstfall festlegen und alle Mitarbeiter darin schulen
- Bei verdächtigem Pulver alles vermeiden, was es aufwirbeln könnte
- Den Raum verlassen, den Bereich absperren und Rettungsdienst sowie Polizei rufen
Schon im Oktober hatte die Behörde gewarnt, dass Wahlhelfer auch direkt bedroht werden könnten. Man nehme jede Gewaltdrohung gegen sie ernst.
Ein beklemmendes Déjà-vu
Für Amerika ist das nicht neu. 2001, kurz nach den Anschlägen vom 11. September, wurden Briefe mit Milzbranderregern verschickt. Fünf Menschen starben. Das Land hat diese Angst bis heute nicht vergessen.
Die jüngste Parallele liegt noch näher. Im November 2023 bekamen Wahlbehörden in mindestens fünf Bundesstaaten verdächtige Briefe, darunter Fulton County in Georgia. In mindestens einem Fall war laut Medienberichten Fentanyl im Umschlag. Die Auszählung wurde zeitweise unterbrochen. Georgias Secretary of State Brad Raffensperger sprach damals von inländischem Terrorismus.
Angriff auf das Fundament der Demokratie
Hinter all dem steckt eine bittere Wahrheit. Wahlen funktionieren nur, wenn die Menschen, die sie organisieren, ohne Angst arbeiten können. Wer ihnen Pulverbriefe schickt, greift nicht irgendeine Behörde an. Er greift das Vertrauen in die Abstimmung selbst an.
Bisher war jeder Fund harmlos. Die Wirkung ist trotzdem real: geräumte Büros, verunsicherte Mitarbeiter, Zeitverlust mitten im Wahlkampf. Gerade in einem politisch tief gespaltenen Land sollten die Ermittler die Täter schnell fassen. Bleiben die Absender unbekannt, könnten sie Nachahmer ermutigen, in Amerika und vielleicht auch anderswo.
- Themen:
- #Wahlen
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fürs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld ändert und was Sie vorher tun können.

PeterHahne
ErnstWolff
Dr.Brandenburg
Prof. Dr.Polleit
MichaelMross
OutdoorChiemgau
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













