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Putins Prophezeiung: Zerfällt die EU wirklich ganz von allein?

Putins Prophezeiung: Zerfällt die EU wirklich ganz von allein?
Symbolbild: KI-generiert

Kremlchef Wladimir Putin hat der Europäischen Union öffentlich den Zerfall vorhergesagt, und zwar „ohne jede Hilfe von uns“. Der Satz fiel Anfang Oktober beim Jahrestreffen des Waldai-Diskussionsklubs bei Moskau. Eine aktuelle Analyse warnt nun: Gefährlich sei weniger der Satz selbst als das, was der russische Machtapparat daraus machen könnte.

Ein halber Scherz mit Sprengkraft

Der Anlass klang fast beiläufig. Ein Teilnehmer wollte wissen, ob Russland die EU nicht gleich „aufbrechen“ solle. Mit einzelnen Staaten lasse es sich schließlich leichter verhandeln als mit einem Block, der jede Annäherung an Moskau verbietet. Putin antwortete sinngemäß, die Europäer würden auch ohne russisches Zutun auseinanderfallen.

Die Frage war erkennbar locker gemeint. In kremlfreundlichen Kreisen außerhalb Russlands wurde die Antwort trotzdem sofort als ernsthafte Prognose gefeiert. In einem Essay, den ein US-Finanzportal veröffentlicht hat, spricht ein geopolitischer Analyst von reinem Wunschdenken. Putins Worte gälten diesen Anhängern als Evangelium, solange sie ins eigene Weltbild passten. Passten sie nicht, würden sie als raffiniertes Täuschungsmanöver abgetan.

Die eigentliche Gefahr sitzt im Kreml

Für den Autor ist eine andere Frage wichtiger als die, ob Putin selbst an den Zerfall der EU glaubt. Entscheidend sei, ob Außenministerium und Geheimdienste ihre Lageberichte so zurechtbiegen, dass sie den mutmaßlichen Wünschen des Präsidenten entsprechen. Wer dem Chef nach dem Mund redet, liefert eben keine Analyse mehr.

Das Rückmeldesystem in Moskau sei ohnehin schon gestört, heißt es in dem Text. Darin sieht der Autor einen wesentlichen Grund für die außenpolitischen Rückschläge, die Russland unter Donald Trumps zweiter Amtszeit erlitten habe. Er nennt Trumps Kurs eine „Neo-Reagan-Doktrin“. Würde der angeblich unvermeidliche Kollaps der EU zur Grundlage der russischen Europapolitik, könnte Moskau Chancen verspielen und sich am Ende selbst schaden.

Pikant ist dabei: Putin selbst hatte auf derselben Veranstaltung vor Wunschdenken gewarnt und „realistische Einschätzungen“ verlangt. Diese Mahnung solle man wörtlich nehmen, rät der Analyst.

Russland ist der größere Gegner, nicht China

Der Essay ordnet Moskau als die größte Herausforderung für den Westen ein, noch vor Peking. Chinas Wirtschaftskraft sei zwar ein langfristiges Problem für das System. Durch die enge Verflechtung von Lieferketten und Finanzströmen mit dem Westen seien Peking aber Grenzen gesetzt. Russland dagegen könne sich dank seiner strategischen Unabhängigkeit einen jahrelangen Stellvertreterkrieg in der Ukraine leisten.

Wie aufgeheizt die Lage ist, zeigte das Treffen selbst. Laut der veröffentlichten Mitschrift drohte Putin für den Fall eines Angriffs auf die Exklave Kaliningrad mit dem Einsatz „aller Mittel“. Die europäische Aufrüstungsrhetorik führte er auf wirtschaftliche und innenpolitische Probleme in den großen EU-Staaten zurück.

Brüssel liefert die Vorlage selbst

So unangenehm es ist: Ganz aus der Luft gegriffen ist das Szenario nicht. Selbst der Analyst räumt ein, dass ernsthafte Beobachter aus sachlichen Gründen über einen Zerfall der EU diskutieren. Brüssel produziert immer neue Regeln, die Mitgliedstaaten sind sich zunehmend uneins, und viele Bürger trauen der Union immer weniger. Konservative und rechtskonservative Parteien halten inzwischen mehr als ein Viertel der Sitze im EU-Parlament.

Die Ironie dabei: Den größten Schaden richtet die EU womöglich selbst an. Moskau muss dafür nicht einmal etwas tun. Das sollte in Brüssel und Berlin mehr Sorge auslösen als jede Bemerkung aus dem Kreml.

Was bedeutet das für Sparer?

Wenn Großmächte offen über den Zerfall politischer Bündnisse reden, steigt die Unsicherheit. Vielen Bürgern zeigt das, wie wichtig ein Vermögen ist, das von keiner Regierung und keiner Währungsunion abhängt. Physisches Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Krisenschutz bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie ein sinnvoller Baustein sein.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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