
Raketen auf Getreidefrachter vor Odessa: Der Krieg im Schwarzen Meer eskaliert – und Europa schaut zu

Es sind Bilder, die einem den Atem stocken lassen: dichter, schwarzer Rauch über einem havarierten Frachter, Rettungskräfte im Kampf gegen die Zeit, Tote und Vermisste im schwarzen Wasser vor der ukrainischen Küste. Nach Angaben aus Kiew soll vor der Hafenstadt Odessa ein ziviles Handelsschiff von russischen Marschflugkörpern getroffen worden sein. Fünf Menschen hätten dabei ihr Leben verloren, so die ukrainische Marine.
Was bislang bekannt ist
Der betroffene Frachter, die «Golden Leo», soll unter der Flagge von Guinea-Bissau gefahren sein und einer türkischen Reederei gehören. An Bord: eine Getreideladung. Laut ukrainischer Darstellung hätten drei Marschflugkörper der Typen Ch-59 beziehungsweise Ch-69 die Steuerbordseite des Schiffsaufbaus getroffen und ein Feuer entfacht. Acht Besatzungsmitglieder seien gerettet und in Krankenhäuser nach Odessa gebracht worden, fünf weitere galten zunächst als vermisst.
Die ukrainische Marine sprach von einem gezielten Angriff auf ein unbewaffnetes ziviles Schiff und warf Moskau einen schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht vor. Das russische Verteidigungsministerium hingegen erklärte, die Angriffe hätten Frachter getroffen, die angeblich Güter für die ukrainischen Streitkräfte transportiert hätten. Wo die Wahrheit liegt? Man weiß es nicht – und genau das ist das Problem.
Zwei Kriegsparteien, zwei Wahrheiten – und keine unabhängige Prüfung
Man muss es an dieser Stelle mit aller Deutlichkeit sagen: Sämtliche Angaben stammen entweder aus Kiew oder aus Moskau. Beide Seiten betreiben in diesem Krieg eine Propagandamaschinerie, die jeden Vorfall reflexartig in die eigene Erzählung presst. Eine unabhängige, neutrale Überprüfung der Ereignisse vor Odessa gibt es bislang nicht. Der aufmerksame Leser sollte also jene Formulierung, die sich durch die gesamte Berichterstattung zieht – «nach ukrainischen Angaben» – stets als das lesen, was sie ist: eine Behauptung einer Kriegspartei, nicht mehr und nicht weniger.
Im Nebel des Krieges ist die erste Wahrheit stets die Lüge – und die zweite kommt selten ans Licht.
Der Angriff reiht sich in eine gefährliche Eskalationsspirale
Der Vorfall ereignete sich nur wenige Stunden nach einer erneuten Welle russischer Luftschläge gegen die Ukraine. In der Nacht seien nach ukrainischen Angaben mehr als 40 Raketen und 120 Drohnen eingesetzt worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Angriff auf Kiew als einen der schwersten ballistischen Schläge seit Kriegsbeginn. Mindestens ein Mensch sei getötet, sechzehn weitere verletzt worden, Wohnhäuser und Infrastruktur wurden beschädigt. Bereits am Vortag war Odessa Ziel russischer Angriffe – auch dort soll es Tote gegeben haben.
Das Schwarze Meer als Pulverfass – und die deutsche Wegschau-Politik
Das Schwarze Meer ist längst zur gefährlichsten Handelsroute der Welt geworden. Jeder Getreidefrachter, der dort auslief, war und ist ein schwimmendes Risiko. Die Getreidekorridore, einst mühsam ausgehandelt, sind faktisch Makulatur. Und während die zivile Schifffahrt zum Spielball geopolitischer Machtinteressen wird, ergeht sich der Westen in ritualisierter Empörung, ohne eine tragfähige Strategie zur Beendigung dieses Blutvergießens vorzuweisen.
Statt endlich mit diplomatischer Härte auf einen Frieden hinzuwirken, verharrt man auch in Berlin in Phrasen und Symbolpolitik. Milliarden fließen, Waffen werden geliefert, doch ein klarer Plan, wie dieser Krieg beendet werden soll, fehlt bis heute. Die Zeche zahlt am Ende – wie so oft – der deutsche Steuerzahler und Verbraucher, dessen Brotpreis mit jeder brennenden Getreideladung ein Stück weiter steigt.
Was der Anleger daraus lernen sollte
Krieg, Unsicherheit, brennende Handelsrouten und eine Politik, die keine Antworten liefert – all das erschüttert Märkte und entwertet Papierwährungen. In solchen Zeiten zeigt sich einmal mehr, weshalb physische Edelmetalle wie Gold und Silber seit Jahrtausenden als Fels in der Brandung gelten. Sie kennen keine Kriegspartei, keine Propaganda und keine Notenpresse. Wer sein Vermögen breit streuen und krisenfest aufstellen möchte, tut gut daran, physische Edelmetalle als soliden Bestandteil eines gesunden Portfolios in Betracht zu ziehen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für Verluste wird keine Haftung übernommen.

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