
Raketen auf Kuwait: Irans Vergeltung erreicht jetzt die Golfstaaten

Der Krieg zwischen den USA und dem Iran greift auf immer mehr Nachbarstaaten über. In der Nacht zum Donnerstag heulten in Kuwait die Sirenen, die Luftabwehr fing nach Angaben des Verteidigungsministeriums Raketen und Drohnen ab. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate sollen erstmals ins Visier geraten sein.
Angriffe trotz verkündeter Feuerpause
Das US-Zentralkommando hatte am Mittwoch das Ende seiner Bombenoperation verkündet. Teheran feuerte trotzdem weiter. Zuvor waren bereits Bahrain und Jordanien beschossen worden – Länder, die amerikanische Stützpunkte beherbergen.
Nach einer von iranischen Staatsmedien verbreiteten Armeeerklärung habe man die Luftwaffenbasis Ahmad al-Jaber in Kuwait mit Raketen und Kampfdrohnen getroffen: Satellitenkommunikation, Lagerhallen, Hangars. Ebenso sei die Basis Al Minhad in den Emiraten attackiert worden. Unabhängig bestätigt ist der Umfang der Schäden bislang nicht.
Kuwaits Außenministerium sprach von einer eklatanten Verletzung der Souveränität und behielt sich eine Reaktion vor. Die Emirate verurteilten den Angriff auf das Nachbarland scharf – ob eigenes Territorium getroffen wurde, ließ Abu Dhabi zunächst offen.
Eine Hochzeit, ein Bombeneinschlag – und viele Fragen
Besonders schwer wiegt ein Vorfall in der südiranischen Küstenstadt Kuhestak. Dort soll am Dienstagabend gegen 21:30 Uhr eine Hochzeitsfeier von einer Bombe getroffen worden sein. Die "New York Times" berichtet unter Berufung auf einen Waffenexperten und eine visuelle Analyse, die Bombe sei von amerikanischen Streitkräften abgeworfen worden.
Dem Bericht zufolge sollen mindestens fünf Gäste getötet worden sein, darunter ein sechsjähriger Junge, dazu 67 Verletzte laut iranischem Roten Halbmond. Irans Gesundheitsministerium spricht von 18 Toten und über 140 Verletzten seit dem 30. August. Westliche Medien prüfen die Angaben noch – belastbare unabhängige Zahlen fehlen.
Zwischenwahlen als heimlicher Taktgeber
In Washington wächst derweil der politische Druck. Dem "Wall Street Journal" zufolge soll Präsident Trump intern erwogen haben, den Krieg für beendet zu erklären. Öffentlich gab er sich siegesgewiss:
"I like our position now much better, with almost total control of the Hormuz Strait, and their economy totally collapsing."
Wahlkampfsorgen wies er zurück: Er selbst trete ja nicht an. Beobachter sehen das anders. Benzinpreise entscheiden in den USA Wahlen – und Bloomberg titelte am Donnerstag nüchtern, der Konflikt sei festgefahren. Goldman Sachs sieht in den Manövern beider Seiten ein klassisches "Eskalieren, um zu deeskalieren".
Was das für deutsche Sparer bedeutet
Öl notiert seit Monaten über 90 Dollar, zeitweise jenseits der 100er-Marke. Wer glaubt, das bleibe ein fernes Problem, verkennt die Mechanik: Energiepreise sickern über Transport, Produktion und Heizkosten direkt in die deutsche Inflationsrate – in einem Land, das seine eigene Energieversorgung ohnehin politisch verknappt hat.
Gold pendelt Medienberichten zufolge um die Marke von rund 4.100 Dollar je Feinunze und hat den Kriegsverlauf mit erstaunlicher Gelassenheit begleitet. Genau das ist der Punkt: Physische Edelmetalle sind kein Wettschein auf die nächste Schlagzeile, sondern eine jahrhundertealte Versicherung gegen Krieg, Inflation und politische Fehlentscheidungen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bleiben sie aus unserer Sicht ein solider Anker.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden.
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