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Rentenretter Migranten? Die 22-Milliarden-Lücke in Fratzschers Rechnung

Rentenretter Migranten? Die 22-Milliarden-Lücke in Fratzschers Rechnung
Symbolbild: KI-generiert

DIW-Präsident Marcel Fratzscher legt nach. In einer neuen Kolumne für die „Zeit“ beschreibt der Berliner Ökonom Zugewanderte als tragende Säulen des deutschen Sozialstaats und fordert mehr Zuwanderung statt weniger. In seiner Bilanz fällt ein Posten kaum ins Gewicht: knapp 22 Milliarden Euro, die 2025 auf ausländische Bürgergeldempfänger entfielen.

Jeder siebte Rentenbeitrag – aber von wem?

Fratzschers Hauptargument klingt zunächst eindrucksvoll. Nach seiner Überschlagsrechnung zahlen rund 5,9 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ohne deutschen Pass jedes Jahr etwa 40 Milliarden Euro in die gesetzliche Rentenkasse ein. Damit komme ungefähr jeder siebte Beitragseuro von ausländischen Staatsangehörigen.

Die Zahl der Beschäftigten stimmt, die Bundesagentur für Arbeit belegt sie. Laut der Behörde geht der Jobzuwachs seit 2024 sogar ausschließlich auf ausländische Arbeitnehmer zurück. Der Haken liegt in der Statistik: Fratzscher zählt nicht nur Flüchtlinge mit, sondern auch den polnischen Handwerker, die französische Ingenieurin und den indischen IT-Spezialisten. Die Bundesagentur trennt Erwerbsmigration ausdrücklich von Fluchtzuwanderung. In Fratzschers Rentenrechnung verschwimmt dieser Unterschied, kritisieren Beobachter.

Die Prognose von 2016 – wirklich eingetroffen?

Für Fratzscher hat die Kolumne auch eine persönliche Note. Im März 2016, mitten in der Flüchtlingskrise, sagte er dem Evangelischen Pressedienst:

„Viele der Geflüchteten werden die Renten der Babyboomer zahlen.“

Zehn Jahre später sieht er sich bestätigt. Die Daten zeichnen ein gemischteres Bild. Laut einer IAB-Studie hatten neun Jahre nach ihrer Ankunft 64 Prozent der 2015 eingereisten Flüchtlinge eine Anstellung. Bei den Männern waren es 76 Prozent, bei den Frauen nur 35 Prozent. Vollzeitbeschäftigte Flüchtlinge verdienten 2024 im Mittel nur 70 Prozent dessen, was alle Vollzeitkräfte verdienten. Weniger Lohn bedeutet auch geringere Rentenbeiträge.

Die andere Seite der Bilanz

Was in der Kolumne kaum vorkommt, steht in einer Bundestagsdrucksache vom Juli. Danach beliefen sich die Ansprüche ausländischer Bürgergeldempfänger 2025 auf 21,75 Milliarden Euro. Das sind knapp 47 Prozent der insgesamt 46,64 Milliarden Euro, die an Regelleistungsberechtigte flossen.

  • Ukrainische Staatsangehörige: rund 5,99 Milliarden Euro
  • Die acht wichtigsten außereuropäischen Asylherkunftsländer, darunter Syrien, Afghanistan, Irak und Somalia: 7,23 Milliarden Euro
  • Leistungsbezieher im Jahresschnitt: rund 2,51 Millionen Ausländer, 2,8 Millionen Deutsche

Fairerweise muss man sagen: Auch diese Zahlen ergeben keine vollständige Kosten-Nutzen-Rechnung. Viele Ausländer zahlen Steuern und Abgaben, und auch Deutsche mit Migrationshintergrund beziehen Leistungen. Seit Juli 2026 heißt die Leistung Grundsicherungsgeld. Am Milliardenvolumen ändert der neue Name nichts.

Modell gegen Kassenlage

Für seine positive Gesamtbilanz beruft sich Fratzscher außerdem auf den Ökonomen Martin Werding. Nach dessen Berechnung könnte eine dauerhaft um 200.000 Personen höhere Nettozuwanderung pro Jahr die langfristige Finanzierungslücke der öffentlichen Haushalte um rund 104 Milliarden Euro jährlich verringern. Das wären 7.100 Euro pro zusätzlichem Zuwanderer.

Dabei handelt es sich allerdings um eine Modellrechnung, die auf Annahmen über Wachstum und Zuwanderung beruht. Die Bürgergeld-Milliarden dagegen sind tatsächlich entstandene Ansprüche aus einem abgeschlossenen Haushaltsjahr. Hier steht eine Prognose gegen echte Ausgaben.

Was das für die Bürger bedeutet

Wer pauschal von „der Migration“ spricht, macht es sich zu leicht. Gezielt angeworbene Fachkräfte und ungesteuerte Fluchtmigration wirken sich ganz unterschiedlich auf die Sozialkassen aus. Für viele Beitragszahler ist das ein weiterer Grund, sich im Alter nicht allein auf die gesetzliche Rente und die Versprechen von Politik und Wissenschaft zu verlassen.

Gefragt ist Eigenverantwortung. Physisches Gold und Silber können als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Ergänzung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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