
Revolut-Totalausfall: Millionen Kunden kommen nicht an ihr Geld!

Karte abgelehnt, App tot, Konto unerreichbar: Am Dienstagmorgen, dem 20. Oktober, ging für Millionen Kunden der Digitalbank Revolut plötzlich nichts mehr. Bezahlen mit Karte, Überweisungen, Geld abheben – alles war über Stunden gestört. Im Verdacht steht eine Panne in den Google-Rechenzentren in London.
„Etwas ist schiefgelaufen“ – und dann nichts mehr
Wer die App öffnete, bekam statt seines Kontostands nur eine Fehlermeldung zu sehen: Etwas sei schiefgelaufen, man möge es später erneut versuchen. Die Probleme begannen deutschen Medienberichten zufolge gegen 8.50 Uhr. Laut der Statusseite des Unternehmens waren zahlreiche Funktionen nur noch teilweise verfügbar.
Betroffen waren unter anderem:
- Anmeldung und Registrierung
- Kartenzahlungen und Kontoaufladungen
- Überweisungen und Bargeldabhebungen am Automaten
- Kundenservice per Live-Chat
- Handel mit Aktien und Kryptowährungen
Auch Geschäftskunden hatten Probleme, unter anderem mit den Web-Anwendungen und den Schnittstellen für Firmenzahlungen. Für Händler und Selbstständige, die ihr Tagesgeschäft über das Smartphone abwickeln, ist so etwas ein echter Albtraum.
Die Bank beschwichtigt
Revolut wurde 2015 gegründet, sitzt in London und hat nach eigenen Angaben weltweit mehr als 68 Millionen Privatkunden. Das Unternehmen bestätigte die Störung und bemühte sich sofort um Schadensbegrenzung:
„Wir können bestätigen, dass sämtliche Gelder und Daten unserer Kunden sicher sind.“
Man arbeite seit dem Morgen an einer Lösung und entschuldige sich für die Unannehmlichkeiten, hieß es weiter. Eine konkrete Ursache nannte die Bank zunächst nicht. Auch einen Zeitpunkt, ab dem wieder alles läuft, gab es nicht. Nur: Was nützt ein sicheres Guthaben, wenn man an der Supermarktkasse nicht bezahlen kann?
Die Spur führt zu Google
Revolut betreibt seine Dienste im Rahmen einer strategischen Partnerschaft auf der Cloud-Infrastruktur von Google. Und genau dort klemmte es. Google meldete erhöhte Fehlerraten und Netzwerkausfälle in der Region „europe-west2“, also in London. Laut Fachmedien begann die Störung um 6.08 Uhr Weltzeit. Eine Notlösung gebe es vorerst nicht, teilte der Konzern mit. Später empfahl er betroffenen Kunden, ihre Anwendungen nach Möglichkeit an andere Standorte zu verlagern.
Revolut war offenbar nicht allein. Auf Störungsportalen gingen Berichten zufolge auch Meldungen über Probleme bei britischen Großbanken wie Lloyds und HSBC sowie bei Royal Mail und dem Paketdienst DPD ein. In Deutschland hatte zeitgleich die ING Probleme beim Login. Ob es dort einen Zusammenhang gibt, ist allerdings offen: Die Bank erklärte, es gebe keine Hinweise auf eine externe Ursache. Für einen Cyberangriff gibt es nach bisherigem Stand keine belastbaren Hinweise.
Ein Rechenzentrum fällt aus, und ein ganzes Land merkt es
Der Vorfall zeigt sehr deutlich, wie verletzlich das digitale Finanzsystem geworden ist. Millionen Kunden hängen an der Technik eines einzigen US-Konzerns. Fällt dort ein Rechenzentrum aus, steht ein Teil des europäischen Zahlungsverkehrs still. Neu ist das nicht: Erst vor genau einem Jahr legte ein großer Ausfall bei Amazons Cloud-Sparte weltweit unzählige Dienste lahm.
Trotzdem treiben Politik und Finanzbranche die bargeldlose Gesellschaft mit großem Eifer voran. Bargeld gilt vielen als Auslaufmodell. Tage wie dieser zeigen aber, warum es weiter gebraucht wird. Ein Geldschein in der Tasche läuft nicht über Server in London.
Was ein solcher Tag lehrt
Wer sein ganzes Vermögen digital verwaltet, gibt einen Teil der Kontrolle an Dritte ab. Ein Notgroschen in bar und ein zweites Konto bei einer anderen Bank sind deshalb mehr als eine Vorsichtsmaßnahme. Wer langfristig vorsorgen will, kann zusätzlich auf physisches Gold und Silber setzen. Edelmetalle brauchen keinen Server und keine App, und sie gehen bei keinem Cloud-Ausfall verloren. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie für mehr Unabhängigkeit sorgen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der Information und ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich vor jeder Anlageentscheidung selbst. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie selbst verantwortlich.
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