
Rossmann gegen die halbe Republik: Wenn ein Drogerie-Erbe zum politischen Sittenwächter mutiert
Es scheint mittlerweile zum guten Ton in deutschen Chefetagen zu gehören: Wer etwas auf sich hält, distanziert sich öffentlich von der AfD – am besten möglichst lautstark, möglichst medienwirksam und möglichst mit erhobenem Zeigefinger. Der jüngste Vertreter dieser Disziplin heißt Raoul Roßmann, Erbe und Chef der gleichnamigen Drogeriekette. In einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung ließ der Unternehmer keinen Zweifel daran, wo er politisch steht – und vor allem, wer bei ihm nicht willkommen sei.
Höcke unerwünscht – der Türsteher der Republik
Björn Höcke, den Thüringer Landeschef der AfD, würde er nicht in seinem Unternehmen empfangen, ließ Roßmann wissen. Mit Wählern müsse man reden, mit Argumenten der Partei sich auseinandersetzen – aber „hoffähig machen" wolle er sie nicht. Eine bemerkenswerte Wortwahl, erinnert sie doch an höfische Zeiten, in denen Adel und Klerus bestimmten, wer durch welche Tür treten durfte. Der Drogerie-Erbe als Türsteher der Demokratie – ein durchaus aufschlussreiches Selbstbild.
Bezeichnend ist auch Roßmanns weitere Argumentation. Er könne unterschiedliche Meinungen „wunderbar aushalten", doch wenn er „Verachtung spüre", tue er sich schwer. Viele AfD-Politiker, so der Chef, hätten einen verachtenden Umgang mit anderen. Den feinen Widerspruch, ausgerechnet jenen die Tür zu weisen, denen man Verachtung vorwirft, scheint Roßmann nicht zu bemerken. Die Ironie ist beinahe greifbar.
Austritt aus dem Familienunternehmer-Verband – die zweite Eskalationsstufe
Bereits zuvor hatte Roßmann den Verband der Familienunternehmer verlassen – und blieb bei dieser Entscheidung, auch nachdem dieser sich auf öffentlichen Druck hin ausdrücklich von der AfD distanziert hatte. Wem das nicht genügt, der lässt tief blicken. Es geht hier offenbar nicht mehr um sachliche Auseinandersetzung, sondern um symbolische Reinheit – um die endgültige Markierung politischer Lagergrenzen.
Bemerkenswert ist auch der Vergleich, den Roßmann zwischen der AfD und der ungarischen Regierung unter Viktor Orbán zog. Man habe durch dessen Politik „große Nachteile" erfahren, sagte er, und sei „dankbar", dass Orbán abgewählt worden sei. Eine Aussage, die historisch interessante Fragen aufwirft, ist Orbáns Fidesz doch nach wie vor in der Regierungsverantwortung. Hier scheint der Wunsch Vater des Gedankens gewesen zu sein.
Tesla-Boykott und der Kreuzzug gegen Musk
Auch den im Sommer 2024 verhängten Boykott gegen Tesla verteidigt Roßmann weiterhin vehement. Elon Musks Unterstützung für Donald Trump sei mit seinen Werten unvereinbar, dessen Klimapolitik liege nicht in seinem Interesse. Zudem habe Musk sich „penetrant" in den europäischen Wahlkampf eingemischt. Ob er selbst durch seine ständigen öffentlichen Positionierungen zum aggressiven Ton in den sozialen Medien beitrage? Natürlich nicht – dies tue er nach eigener Aussage selbstverständlich nicht. Selbsterkenntnis sieht anders aus.
Wenn Unternehmer zu Moralaposteln werden
Was Roßmanns Auftritt offenbart, ist ein zunehmend bedenkliches Phänomen der deutschen Wirtschaft: Statt sich um Produkte, Preise und Service zu kümmern, mutieren Unternehmer reihenweise zu politischen Predigern. Bahlsen-Chef Alexander Kühnen schlug bereits in dieselbe Kerbe, wetterte gegen die Forderung nach Remigration und betonte, Deutschland brauche „qualifizierte Zuwanderung". Eine Aussage, die angesichts der realen Migrationslage in Deutschland zumindest gewagt erscheint.
Bemerkenswert dabei ist die Einseitigkeit dieser Distanzierungen. Während die AfD – die in Umfragen mittlerweile bei weit über zwanzig Prozent steht – als politischer Aussätziger behandelt wird, hört man von denselben Unternehmern erstaunlich wenig kritische Worte zu jenen Parteien, die Deutschland in eine wirtschaftliche Dauerkrise manövriert haben. Energiewende, Bürokratiemonster, Steuerlast, Wettbewerbsfähigkeit – all das scheint weniger erwähnenswert als die immer gleiche Brandmauer-Rhetorik.
Der Kunde als Souverän – diese Lektion könnte zurückschlagen
Roßmann selbst lieferte das stärkste Argument gegen seine eigene Strategie: „Als Kunde darf ich entscheiden, welche Marken ich bevorzuge." Ein Satz, der in den Kommentarspalten unter dem Original-Bericht bereits dankbar aufgegriffen wurde. Wenn ein Unternehmer einen erheblichen Teil seiner potentiellen Kundschaft als politisch nicht satisfaktionsfähig brandmarkt, sollte er sich über die Konsequenzen nicht wundern. Der Markt – zumindest dieser eine – kennt schließlich Konkurrenten.
Die deutsche Geschichte kennt viele Beispiele dafür, was passiert, wenn Wirtschaftseliten sich anmaßen, dem Volk vorzuschreiben, was es zu denken hat. Selten endete dies gut – weder für die Eliten noch für das Vertrauen in die politische Kultur. Ein Drogerist, der sich als Hüter der demokratischen Etikette inszeniert, dürfte schnell feststellen, dass Konsumenten heute eigenständiger denken und entscheiden, als es ihm lieb sein mag.
Edelmetalle als Antwort auf politische Bevormundung
In einer Zeit, in der unternehmerische Entscheidungen zunehmend von ideologischen Vorgaben statt von wirtschaftlicher Vernunft geprägt werden, gewinnt die Frage nach echter, politisch unabhängiger Vermögenssicherung an Bedeutung. Wer sein Geld nicht in Unternehmen investieren möchte, deren Führung mehr Energie in Distanzierungsrituale als in unternehmerische Substanz steckt, findet in physischen Edelmetallen wie Gold und Silber eine bewährte Alternative. Sie kennen weder Brandmauern noch Boykottlisten – sie sind schlicht und einfach Werte, die seit Jahrtausenden Bestand haben. In Zeiten politischer und wirtschaftlicher Verwerfungen sind sie eine sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio zur Vermögenssicherung.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion. Jeder Anleger ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Investition eigenständig recherchieren oder einen qualifizierten Berater konsultieren.

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