
Rückkehr des Kronprinzen: Schah-Sohn Pahlavi fordert das Mullah-Regime heraus

Die Geschichte schreibt bisweilen ihre eigenen Kapitel – und manchmal kehrt sie mit einer Wucht zurück, die selbst hartgesottene Beobachter überrascht. Reza Pahlavi, der 65-jährige Sohn des 1979 gestürzten persischen Schahs, hat aus seinem amerikanischen Exil eine Ankündigung gemacht, die das ohnehin erschütterte Teheraner Regime in Alarmbereitschaft versetzen dürfte: Er will zurückkehren und die Aufständischen anführen.
„Das iranische Volk hat mich gerufen"
In einem auf der Plattform X verbreiteten Video verkündete der frühere Kronprinz mit bemerkenswerter Entschlossenheit seine Absichten. „Ich werde zurückkehren", erklärte Pahlavi, während die Worte „Das ist die letzte Schlacht" eingeblendet wurden. Eine Kampfansage, die deutlicher kaum sein könnte. Der Exil-Iraner, dem auf den sozialen Medien mittlerweile Millionen seiner Landsleute folgen – allein auf X sind es 1,9 Millionen – beansprucht damit offen die Führungsrolle in einer zerstrittenen und zersplitterten Opposition.
Die Iraner, so Pahlavi, lehnten nicht nur das bestehende Regime ab, sondern forderten einen glaubwürdigen neuen Weg in die Zukunft. Ein Satz, der angesichts der brutalen Unterdrückung der jüngsten Massenproteste besonderes Gewicht erhält. Das Regime hat mittlerweile offiziell „mehrere Tausend" Tote nach den Protesten bestätigt – eine Zahl, die das wahre Ausmaß der Gewalt vermutlich nur unzureichend widerspiegelt.
Teheran reagiert mit Kriegsdrohungen
Die Reaktion aus Teheran ließ nicht lange auf sich warten – und sie fiel erwartungsgemäß scharf aus. Präsident Massud Peseschkian verkündete, jeden Angriff auf das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei betrachte der Iran als Kriegserklärung. „Ein Angriff auf den großen Führer unseres Landes ist gleichbedeutend mit einem umfassenden Krieg gegen die iranische Nation", schrieb er auf X.
Diese Drohgebärde richtete sich offensichtlich gegen US-Präsident Donald Trump, der in einem Interview mit dem Nachrichtenportal „Politico" unmissverständlich erklärt hatte: „Es ist an der Zeit, einen neuen Anführer im Iran zu suchen." Den 86-jährigen Chamenei bezeichnete Trump als „einen kranken Mann, der sein Land richtig führen und aufhören sollte, Menschen zu töten". Worte, die in Teheran wie ein Donnerschlag eingeschlagen sein dürften.
Die Realität einer möglichen Rückkehr
Doch wie realistisch ist Pahlavis Ankündigung tatsächlich? Ein konkretes Datum für seine Rückkehr nannte der Kronprinz wohlweislich nicht. Es gilt als äußerst unwahrscheinlich, dass das Mullah-Regime ihm überhaupt die Einreise gestatten würde. Sollte er dennoch iranischen Boden betreten, droht ihm mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die sofortige Festnahme und ein Schauprozess – mit absehbarem Ausgang.
Dennoch sendet seine Ankündigung ein wichtiges Signal: Die Opposition lebt, sie organisiert sich, und sie hat einen Namen, hinter dem sich die Unzufriedenen sammeln können. In einer Zeit, in der das Regime durch internationale Isolation, wirtschaftliche Schwäche und innere Unruhen geschwächt ist, könnte dies der Funke sein, der das Pulverfass endgültig zur Explosion bringt.
Ein historischer Moment?
Die Parallelen zur Geschichte sind frappierend. Vor über vier Jahrzehnten musste Pahlavis Vater das Land verlassen, als die islamische Revolution das Kaiserreich hinwegfegte. Nun könnte ausgerechnet sein Sohn zum Symbol einer Gegenbewegung werden, die das theokratische System hinwegfegen will. Ob dies gelingt, steht in den Sternen. Eines jedoch ist gewiss: Der Iran steht an einem Scheideweg, und die kommenden Monate werden zeigen, ob Pahlavis „letzte Schlacht" mehr ist als bloße Rhetorik.

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