
Sabotage an deutschen Marineschiffen: Zwei Ausländer nach Anschlägen auf Korvetten verhaftet
Was sich im Hamburger Hafen abgespielt hat, liest sich wie das Drehbuch eines Spionagethrillers – nur dass es bittere Realität ist. Ein Rumäne und ein Grieche wurden vom Staatsschutz der Hamburger Polizei in Zusammenarbeit mit der Generalstaatsanwaltschaft festgenommen. Der Vorwurf wiegt schwer: gezielte Sabotagehandlungen an Korvetten der Bundesmarine, die auf einer Werft lagen und für den Einsatz in der Ostsee vorgesehen waren.
Systematische Zerstörungsakte an Milliardenausrüstung
Die Dimension der mutmaßlichen Sabotage ist erschreckend. Die beiden Verdächtigen sollen im Jahr 2025 mehrere für die Marine bestimmte Schiffe manipuliert haben. Dabei gingen sie offenbar mit erschreckender Präzision vor: Sicherheitsschalter in der Schiffselektronik wurden deaktiviert, Schläuche für die Trinkwasserzufuhr zerstochen und Deckel von Treibstofftanks entfernt. Der wohl gravierendste Akt: 20 Kilogramm Stahlkies sollen sie in den Motor eines Schiffes geschüttet haben.
Nur durch eine routinemäßige Kontrolle vor der ersten Abfahrt der Korvette „Emden" Mitte Januar 2025 wurden Teile der Beschädigungen überhaupt entdeckt. Man mag sich nicht ausmalen, was hätte passieren können, wäre das Schiff mit diesen versteckten Mängeln ausgelaufen. Die betroffenen Korvetten gehören zu einer Bestellung von fünf Schiffen mit einem Gesamtwert von rund zwei Milliarden Euro – Steuergelder, die nun möglicherweise für aufwendige Reparaturen aufgewendet werden müssen.
Festnahmen in Hamburg und Griechenland
Die Festnahmen erfolgten koordiniert durch Eurojust – in Hamburg sowie in einem Dorf in Griechenland. Parallel wurden Wohnungen der Tatverdächtigen in Hamburg, Rumänien und Griechenland durchsucht. Die Ermittlungen dauern an, und die Behörden prüfen derzeit, ob die Männer im Auftrag eines Dritten gehandelt haben könnten. Eine brisante Frage, die unweigerlich Spekulationen über mögliche staatliche Hintermänner aufwirft.
Wie konnten Saboteure Zugang zu Militärschiffen erhalten?
Die drängendste Frage, die sich aufdrängt: Wie ist es möglich, dass Personen mit offenbar feindlichen Absichten überhaupt Zugang zu hochsensiblen Marineanlagen erhalten konnten? Militärschiffe sind Hoheitsgebiet, ihre Sicherheit sollte oberste Priorität haben. Entweder haben die Täter die Sicherheitsüberprüfung für die Tätigkeit in einer Marinewerft bestanden – was gravierende Fragen an die Überprüfungsverfahren aufwirft – oder sie wurden nur nachlässig oder gar nicht überprüft.
Dieser Vorfall reiht sich ein in eine beunruhigende Serie von Sicherheitslücken bei kritischer Infrastruktur in Deutschland. Man erinnere sich nur an die bis heute nicht vollständig aufgeklärte Sprengung der Nord-Stream-Pipelines. Die Bundesrepublik scheint ein leichtes Ziel für Saboteure geworden zu sein – ein Zustand, der angesichts der geopolitischen Spannungen schlicht inakzeptabel ist.
Ein Symptom tieferliegender Probleme
Dieser Fall offenbart einmal mehr die erschreckende Verwundbarkeit deutscher Sicherheitsstrukturen. Während die Politik sich in ideologischen Debatten verliert, gelingt es ausländischen Akteuren, ungehindert Sabotageakte an militärischer Ausrüstung durchzuführen. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor der gewaltigen Aufgabe, nicht nur die Bundeswehr materiell aufzurüsten, sondern auch die Sicherheitsarchitektur grundlegend zu überdenken.
Die Auswertung der Beweise dauert laut Generalstaatsanwaltschaft noch an. Deutschland und seine Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, wer hinter diesen Anschlägen steckt – und welche Konsequenzen gezogen werden, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen.
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