
Schaulaufen am East River: USA scheitern erneut an Moskau und Peking

Die Vereinten Nationen werden einmal mehr zur diplomatischen Bühne, auf der sich die geopolitischen Bruchlinien unserer Zeit offen zeigen. Während Washington verzweifelt versucht, Teheran mit einer Resolution zur Räson zu zwingen, kündigen sich aus Moskau und Peking bereits die nächsten Vetos an. Die Bühne ist bereitet, das Stück bekannt – nur das Drehbuch liefert keinerlei Hoffnung auf einen Wendepunkt.
Der zweite Anlauf – und das nächste Scheitern?
Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, trat am Donnerstag mit den Diplomaten der Golfstaaten vor die Presse, um Druck auf jene Länder aufzubauen, die im Sicherheitsrat eine erneute Blockade vorbereiten. Der Resolutionsentwurf, gemeinsam mit Bahrain ausgearbeitet und von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Katar mitgetragen, fordert vom Iran ein sofortiges Ende der Angriffe und der Verminung der Straße von Hormus. Doch Diplomaten in New York rechnen bereits jetzt mit dem Worst Case: einem doppelten Veto Chinas und Russlands. Ein Veto, wohlgemerkt, das zeitlich denkbar ungünstig fiele – immerhin steht in der kommenden Woche die China-Reise von Präsident Donald Trump an, bei der die Iran-Frage ohnehin ganz oben auf der Agenda stehen dürfte.
Eine bekannte Choreografie
Bereits im Vormonat war ein US-gestützter Resolutionsentwurf, der einen möglichen Pfad zur Legitimierung amerikanischer Militäraktionen gegen den Iran eröffnet hätte, am geschlossenen Widerstand Moskaus und Pekings gescheitert. Die Geschichte wiederholt sich – und mit ihr die Erkenntnis, dass der Sicherheitsrat als handlungsfähiges Gremium längst zur Karikatur seiner selbst geworden ist. Waltz formulierte es in gewohnt scharfer Manier: Wer einen derart simplen Vorschlag ablehne, müsse sich fragen lassen, ob er den Frieden überhaupt wolle. Eine rhetorische Frage, deren Antwort in Moskau und Peking offenbar schon längst gegeben ist.
Teherans Konter: Moralische Schuldzuweisungen aus dem Mullah-Regime
Der iranische UN-Botschafter Amir Saeid Iravani bezeichnete den Entwurf als "zutiefst fehlerhaft, einseitig und politisch motiviert". Die USA hätten weder die rechtliche noch politische oder moralische Stellung, sich als Verteidiger der Schifffahrtsfreiheit oder maritimer Sicherheit zu inszenieren – so der Vorwurf aus Teheran, der auf die amerikanische Seeblockade iranischer Schiffe abzielte. Dass ausgerechnet ein Regime, das die freie Schifffahrt durch eine der wichtigsten Seestraßen der Welt zur Geisel seiner geopolitischen Interessen macht, den Westen über Moral belehren möchte, gehört zur Folklore der internationalen Diplomatie.
Die wahren Motive Pekings und Moskaus
Hinter den Kulissen, so berichten Diplomaten, habe Russland gefordert, den Entwurf zurückzuziehen oder vollständig neu zu formulieren. China kritisierte den Text als einseitig und bemängelte insbesondere die Berufung auf Kapitel VII der UN-Charta – jene Bestimmung, die es dem Sicherheitsrat erlaubt, Maßnahmen von Sanktionen bis hin zur militärischen Intervention zu beschließen. Es ist eben jene Klausel, die Peking und Moskau seit Jahren konsequent zu verhindern wissen, wenn sie westliche Interessen tangieren.
Hinter den Kulissen: Annäherung trotz Eskalation?
Während im UN-Hauptquartier die diplomatischen Klingen gewetzt werden, mehren sich Hinweise auf eine vorsichtige Annäherung zwischen Washington und Teheran. Quellen und Offizielle zufolge nähern sich beide Seiten einer temporären Vereinbarung zur Beendigung der Kampfhandlungen. Teheran prüfe einen Vorschlag, der zwar die Kämpfe stoppen, aber die heikelsten Streitpunkte unangetastet lassen würde. Ein Waffenstillstand mit Verfallsdatum also – kein Frieden, sondern eine Atempause, in der die fundamentalen Konflikte ungelöst bleiben.
Was das für Anleger bedeutet
Die geopolitische Gemengelage rund um die Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports läuft, bleibt brandgefährlich. Märkte hassen Unsicherheit – und davon liefert der Nahe Osten derzeit reichlich. Wer in solchen Zeiten ausschließlich auf Aktien, Anleihen oder andere Papierwerte setzt, lebt finanziell auf dünnem Eis. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie in Krisen ihren Wert nicht nur halten, sondern oft sogar deutlich steigern. Sie sind die Versicherung gegen genau jene geopolitischen Verwerfungen, die uns die Bilder aus New York, Teheran und der Straße von Hormus täglich vor Augen führen.
Fazit: Die UN als zahnloser Tiger
Der erneute Anlauf der USA im Sicherheitsrat zeigt eindrücklich, wie weit die Vereinten Nationen von ihrem ursprünglichen Anspruch entfernt sind. Statt Krisenherde zu löschen, dient das Gremium längst als Bühne für geopolitische Machtspiele. US-Außenminister Marco Rubio nannte die Resolution einen Test für die Nützlichkeit der Vereinten Nationen – ein Test, den die Institution erneut zu bestehen droht zu verfehlen. Für aufmerksame Beobachter ist das längst keine Überraschung mehr, sondern ernüchternde Realität.
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