
Schüsse auf Kölner Café: Schütze flüchtet – Polizei riegelt Südstadt ab

Mehrere Schüsse, klaffende Löcher in einer Schaufensterscheibe, Polizeihunde zwischen Absperrbändern: In der Kölner Südstadt hat ein Unbekannter am Montagmorgen, dem 31. August, auf ein Café an der Bonner Straße geschossen. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand. Der mutmaßliche Schütze ist flüchtig.
Notruf um kurz vor acht – dann rollt der Großeinsatz an
Zeugen meldeten die Schüsse Medienberichten zufolge zwischen 7.30 und 7.45 Uhr über den Notruf. Die Beamten fanden am Tatort mehrere Einschusslöcher an dem Café und stellten Patronenhülsen sicher.
Menschen sollen sich zum Zeitpunkt der Schüsse nicht in dem Lokal befunden haben. Ein Zufall? Oder ein gezielter Warnschuss ohne Interesse an Opfern? Genau das dürfte die Ermittler jetzt am meisten beschäftigen.
Nach Angaben der Polizei beschrieben Zeugen den Verdächtigen als etwa 1,70 bis 1,80 Meter großen, dunkel gekleideten Mann mit Kapuzenpullover. Er soll zu Fuß in Richtung Zugweg geflüchtet sein. Die Bonner Straße wurde ab Chlodwigplatz stadtauswärts gesperrt, ebenso Bereiche rund um Elsaßstraße, Zugweg und Kurfürstenstraße.
Die vierte Schießerei auf ein Kölner Geschäft binnen weniger Wochen
Was den Fall brisant macht: Er reiht sich in eine Serie ein. In der Nacht zum 21. August sollen Unbekannte laut Medienberichten auf ein Juweliergeschäft an der Keupstraße geschossen haben. Zuvor war demnach ein Uhrengeschäft an der Breite Straße gleich zweimal binnen weniger Tage beschossen worden – Einschüsse im Schaufenster und in der Fassade.
Ein Polizeisprecher erklärte, mögliche Zusammenhänge mit Taten der vergangenen Wochen würden geprüft, ein konkreter Hinweis liege bislang nicht vor. Auch Verbindungen zur organisierten Kriminalität würden untersucht.
„Zusammenhänge zu Taten, die in den letzten Wochen stattgefunden haben, werden derzeit geprüft“ – so ein Polizeisprecher gegenüber Medienvertretern.
Wenn Schüsse in der Innenstadt zur Randnotiz werden
Die Südstadt ist kein Problemviertel am Stadtrand, sondern eines der beliebtesten Wohnquartiere Kölns – Altbau, Cafés, Familien. Dass dort morgens um halb acht, wenn Kinder zur Schule und Eltern zur Arbeit gehen, scharf geschossen wird, ist eine Zäsur.
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart sich hier ein Muster, das viele Bürger längst spüren: Bestimmte Formen der Gewaltkriminalität scheinen zunehmend im öffentlichen Raum auszubrechen, statt im Verborgenen zu bleiben. Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist bundesweit ein Rekordniveau bei der erfassten Kriminalität aus – die Debatte über innere Sicherheit ist damit keine gefühlte, sondern eine belegbare.
Kritiker der bisherigen Sicherheits- und Justizpolitik verweisen darauf, dass Ermittler bei mutmaßlich organisierten Strukturen weder personell noch rechtlich ausreichend ausgestattet seien. Für viele Anwohner bleibt eine simple Frage: Wer schützt eigentlich den Bäcker, den Juwelier, den Cafébetreiber an der Ecke?
Was jetzt gilt
- Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Schützen läuft.
- Für den Verdächtigen gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
- Hintergründe und Motiv sind nach bisherigem Stand ungeklärt.
Die Polizei bittet Verkehrsteilnehmer, den Bereich weiträumig zu umfahren, und sucht weiter Zeugen. Sicher ist bislang nur eines: Ein Täter läuft frei herum – mitten in einer Millionenstadt.
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