
Schüsse beim Burgfest: Panik in Siegmunds Heimatstadt

Tangermünde, Samstagnacht: Auf dem traditionsreichen Burgfest in der Altmark sollen Schüsse gefallen sein. Besucher flüchteten, es brach nach Medienberichten eine Massenpanik aus. Noch vor Mitternacht soll die Polizei einen Verdächtigen gefasst und eine Schreckschusswaffe sichergestellt haben.
Nach Angaben der Leitstelle Altmark wurden keine Verletzten gemeldet. Laut Berichten der regionalen Presse sollen zwei bis drei schwarz gekleidete Personen Schreckschuss- oder Gasdruckwaffen abgefeuert haben. Zu den Hintergründen gibt es bislang kaum gesicherte Informationen. Für den Festgenommenen gilt die Unschuldsvermutung.
Wenn ein Volksfest zum Polizeieinsatz wird
Das 37. Tangermünder Burgfest läuft seit Freitag und sollte bis Sonntag dauern. Es zieht sich über mehrere Bereiche der historischen Altstadt — mittelalterliches Flair, Fachwerk, Familien, Kinder. Genau dort rückte in der Nacht ein Großaufgebot der Polizei an.
Ein Volksfest, das im Ausnahmezustand endet — das war vor 20 Jahren in der Altmark undenkbar. Heute ist es eine Meldung unter vielen.
Die bittere Pointe: Genau davor hatte er gewarnt
Ausgerechnet dieses Fest hatte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wenige Wochen zuvor im Landtagswahlkampf als Beispiel genannt. Tangermünde ist sein Wohnort, er sitzt dort im Stadtrat und gab bei der Landtagswahl in der Stadt seine Stimme ab.
In der MDR-Spitzenrunde Ende August sprach er über ausufernde Sicherheitsauflagen bei öffentlichen Veranstaltungen:
„Jeder Weihnachtsmarkt sieht aus wie eine Festung."
In einem weiteren MDR-Interview wurde er konkret: Im Stadtrat werde über das Burgfest diskutiert, man könne sich die Auflagen kaum noch leisten — Zufahrtssperren, stichschutzsichere Westen für Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Das dürfe nicht normal werden, sagte er sinngemäß.
Streit um die Ursachen — und um die Deutungshoheit
Siegmund fragte damals die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz, die im Stadtrat von Quedlinburg sitzt, ob es dort ähnliche Probleme gebe. Sie bejahte, ordnete es aber anders ein: Es sei ein Sicherheitsproblem, kein Migrationsproblem, und man solle aufhören, Menschengruppen dafür verantwortlich zu machen. Sie verwies dabei auf das Münchner Oktoberfest, dessen Sicherheitsvorkehrungen auf den rechtsextremen Anschlag von 1980 zurückgehen.
Richtig ist: Sicherheitskonzepte haben viele Ursachen. Richtig ist aber auch, dass wesentliche Teile der heute sichtbaren Maßnahmen — Betonpoller, Taschenkontrollen, Zufahrtssperren — erst nach den islamistischen Anschlägen der vergangenen Jahre flächendeckend ausgebaut wurden, allen voran nach dem Attentat auf dem Berliner Breitscheidplatz 2016.
Warum das weit über Tangermünde hinausweist
Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist bundesweit ein Rekordniveau bei der erfassten Kriminalität und einen deutlichen Anstieg bei Messerangriffen aus. Aus Sicht unserer Redaktion ist das kein Naturereignis, sondern das Ergebnis jahrelanger politischer Weichenstellungen — bei Migration, Justiz und Polizeiausstattung.
Für viele Bürger ist der Poller vor dem Marktplatz längst das Symbol dieser Politik. Bei der Landtagswahl am 6. September wurde die AfD in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent stärkste Kraft, die CDU kam auf 17,2 Prozent. Wer Ursache und Wirkung verwechselt, wird sich über solche Ergebnisse weiter wundern.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Rechtsberatung dar.
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