
Schweizer Finanzaufsicht zwingt UBS zu Milliarden-Puffer – Steuerzahler sollen nicht mehr bluten

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma macht Ernst: Ihr Chef Stefan Walter verteidigt die geplanten verschärften Kapitalvorschriften für die Großbank UBS mit einer Vehemenz, die aufhorchen lässt. Bis zu 26 Milliarden Dollar an zusätzlichem Kernkapital könnte die Bank künftig vorhalten müssen – eine Summe, die selbst hartgesottene Banker ins Schwitzen bringt.
Das Erbe der Credit-Suisse-Pleite
Die Forderungen der Aufsichtsbehörde sind kein Zufall, sondern eine direkte Konsequenz aus dem spektakulären Zusammenbruch der Credit Suisse im Jahr 2023. Damals musste der Schweizer Staat in einer beispiellosen Notrettungsaktion eingreifen, um das Finanzsystem vor dem Kollaps zu bewahren. Die UBS übernahm ihre strauchelnde Rivalin – und wurde damit zur einzigen systemrelevanten Großbank der Eidgenossenschaft.
Walter stellte auf einer Veranstaltung der Zeitung „Finanz und Wirtschaft" in Zürich unmissverständlich klar: Die neuen Vorschriften seien „sehr, sehr gezielt und sehr fokussiert". Sie zielten exakt auf jene Schwachstellen ab, die beim Untergang der Credit Suisse offenkundig geworden seien. Eine bemerkenswert deutliche Ansage an die Adresse der Bankenchefs.
Die Gretchenfrage: Wer trägt das Risiko?
Der Finma-Chef brachte es auf den Punkt, als er die fundamentale Frage stellte: Wie viel vom Risiko soll beim Steuerzahler und wie viel bei den Aktionären der Bank liegen? Eine rhetorische Frage, deren Antwort für jeden vernünftig denkenden Bürger auf der Hand liegen sollte. Die Zeiten, in denen Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert wurden, müssen endlich der Vergangenheit angehören.
„Letztendlich ist es eine politische Frage, wie viel vom Risiko beim Steuerzahler oder bei den Aktionären der Bank liegen soll."
UBS wehrt sich – vergeblich?
Erwartungsgemäß hat die UBS die Pläne scharf kritisiert. Die Bank befürchtet Wettbewerbsnachteile gegenüber Geldhäusern in anderen Ländern. Ein Argument, das Walter jedoch elegant konterte: Selbst wenn die USA unter der Trump-Administration deregulieren sollten und die Schweiz ihre Reformen wie geplant umsetze, sei die Eidgenossenschaft im internationalen Vergleich keineswegs überreguliert.
Ein Lehrstück für Deutschland?
Die Schweizer Entschlossenheit könnte durchaus als Vorbild für andere Länder dienen. Während hierzulande die Politik oft vor der Finanzlobby einknickt, zeigt die Finma, dass eine konsequente Regulierung möglich ist – wenn der politische Wille vorhanden ist. Die Berner Regierung unterstützt die Pläne der Aufsichtsbehörde vollumfänglich.
Die UBS mag zwar ihr Ergebnis zuletzt gesteigert und die Dividende erhöht haben, doch diese Erfolge dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine einzelne Bank mittlerweile ein systemisches Risiko für ein ganzes Land darstellt. Die Schweizer haben aus der Credit-Suisse-Katastrophe gelernt. Die Frage ist nur, ob andere Nationen diesem Beispiel folgen werden – oder ob sie erst auf die nächste Bankenkrise warten, um dann wieder den Steuerzahler zur Kasse zu bitten.

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