Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
12.02.2026
14:20 Uhr

Schweizer Pflegeunternehmen schließt Generation Z aus – und trifft damit einen Nerv

Was passiert, wenn ein Arbeitgeber ausspricht, was viele denken, aber niemand zu sagen wagt? Ein Schweizer Pflegeanbieter hat genau das getan – und damit eine Debatte entfacht, die weit über die Eidgenossenschaft hinausreicht. Das Unternehmen Fit for Care aus Rümlang bei Zürich veröffentlichte eine Stellenanzeige für eine Pflegeteamleitung, in der unmissverständlich stand: „Keine Bewerber der Generation Z" und „Keine Montag/Freitag-Krankheitsmentalität".

Schonungslose Ehrlichkeit oder Diskriminierung?

Die Formulierungen sind inzwischen aus der Anzeige verschwunden. Eine öffentliche Stellungnahme? Fehlanzeige. Das Unternehmen hat die brisanten Passagen still und leise entfernt – offenbar unter dem Druck einer medialen Empörungswelle. Doch die Frage, die bleibt, ist unbequem und verdient eine ehrliche Antwort: Ist es wirklich so abwegig, dass ein Arbeitgeber im Pflegesektor – einem Bereich, in dem Zuverlässigkeit über Leben und Tod entscheiden kann – bestimmte Erwartungen an die Arbeitsmoral seiner Bewerber stellt?

Kritiker warfen dem Unternehmen vor, eine ganze Generation pauschal auszuschließen. Die Jungunternehmerin Yael Meier nannte das Vorgehen laut Schweizer Medien „kurzsichtig und unverantwortlich". Unternehmen dürften die Erwartungen junger Menschen an den Arbeitsmarkt nicht einfach ignorieren. Das klingt zunächst vernünftig. Doch wer sich die Realität in Pflegeheimen und Krankenhäusern anschaut, erkennt schnell: Hier geht es nicht um flexible Homeoffice-Regelungen oder den neuesten Kickertisch im Pausenraum. Hier geht es um Schichtdienst, Nachtarbeit und die Bereitschaft, auch dann zur Stelle zu sein, wenn andere ihr Wochenende genießen.

Die Statistik erzählt eine andere Geschichte

Interessanterweise widersprechen die nackten Zahlen dem Pauschalurteil über die Generation Z. Laut dem Schweizer Bundesamt für Statistik wiesen im Jahr 2024 ausgerechnet Beschäftigte zwischen 55 und 64 Jahren mit durchschnittlich 10,6 Krankheitstagen die längsten Abwesenheitszeiten auf. Die Jungen sind also gar nicht die größten Krankmacher – zumindest nicht auf dem Papier.

Dennoch berichten Personalvermittler dem Tages-Anzeiger zufolge, dass jüngere Pflegekräfte deutlich seltener bereit seien, Nacht- oder Doppelschichten zu übernehmen. Es ist also nicht die Krankheit an sich, sondern vielmehr eine veränderte Einstellung zur Arbeit, die Arbeitgeber verzweifeln lässt. Und genau hier liegt der eigentliche Kern des Problems.

Ein gesellschaftliches Symptom, kein Einzelfall

Was wir hier beobachten, ist kein isoliertes Schweizer Phänomen. Es ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen gesellschaftlichen Entwicklung, in der Leistungsbereitschaft, Pflichtbewusstsein und Durchhaltevermögen systematisch entwertet wurden. Eine Generation, die mit dem Mantra der „Work-Life-Balance" aufgewachsen ist und der man eingetrichtert hat, dass Selbstverwirklichung wichtiger sei als Verantwortung, trifft nun auf eine Arbeitswelt, die genau diese Tugenden dringend braucht. Der Pflegesektor ist dabei nur die Spitze des Eisbergs.

In Deutschland wäre eine solche Stellenanzeige nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz ohnehin undenkbar gewesen. Hierzulande hat man die Regulierung so weit getrieben, dass Arbeitgeber kaum noch aussprechen dürfen, wen sie eigentlich suchen. In der Schweiz hingegen sind Altersgrenzen in Stellenanzeigen grundsätzlich erlaubt – das Bundesrecht verbietet sie nicht ausdrücklich. Ein Stück Freiheit, das man in Deutschland längst aufgegeben hat.

Wer eine ganze Generation verprellt, schneidet sich ins eigene Fleisch

Trotz aller Sympathie für die Frustration des Arbeitgebers muss man nüchtern feststellen: Wer im Pflege- und Betreuungssektor, der ohnehin unter massivem Fachkräftemangel leidet, eine komplette Altersgruppe kategorisch ausschließt, handelt strategisch unklug. Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ist generell niedrig, Nachwuchskräfte werden händeringend gesucht. Analysten warnen bereits, dass Pflegeanbieter langfristig in ernsthafte Schwierigkeiten geraten könnten, wenn sie junge Menschen pauschal abschrecken.

Die eigentliche Lösung liegt weder in der Diskriminierung noch in der grenzenlosen Anpassung an jeden Wunsch der jungen Generation. Sie liegt in einer Rückbesinnung auf traditionelle Arbeitswerte – Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Gemeinschaftssinn – die man bereits in der Erziehung und Ausbildung vermitteln müsste. Doch solange unsere Gesellschaft lieber über Gendersternchen und Vier-Tage-Wochen diskutiert als über Pflichtgefühl und Leistungsbereitschaft, werden solche Stellenanzeigen wohl kein Einzelfall bleiben. Sie sind vielmehr ein Symptom einer Gesellschaft, die ihre Prioritäten gründlich durcheinander gebracht hat.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen