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31.07.2026
04:30 Uhr

Sechs Monate Krieg, kein Plan: Pentagon will Trump mit einem "Zwei-Wochen-Bombardement" aus der Sackgasse führen

Sechs Monate Krieg, kein Plan: Pentagon will Trump mit einem "Zwei-Wochen-Bombardement" aus der Sackgasse führen

Es ist das immer gleiche Drehbuch, nur die Schauspieler wechseln. Ein Krieg, der als chirurgischer Eingriff angekündigt wurde, mausert sich zum Dauerzustand. Seit dem 28. Februar läuft die amerikanische Luftkampagne gegen den Iran – "Operation Epic Fury" –, und was als schneller Schlag gedacht war, hat inzwischen die Sechs-Monats-Marke gerissen. Über 150 Tage. Und der einzige strategische Einfall, der aus Washington dringt, lautet: mehr davon.

Ein Bombardement auf der Suche nach einer Strategie

Die vielleicht treffendste Beschreibung dieses Konflikts stammt von einem ehemaligen Anti-Terror-Beamten der Trump-Administration, der aus Protest gegen den Kriegseintritt zurückgetreten sei. Es handle sich, so sein Befund, um eine Bombenkampagne auf der Suche nach einer Strategie. Man wähle die Eskalation, obwohl Deeskalation weiterhin möglich wäre, und grabe sich immer tiefer in einen breiteren Krieg ein, für den weder die Fähigkeiten noch der politische Wille zum Durchhalten vorhanden seien. Eine militärische Lösung, die in einem Sieg münde, existiere schlicht nicht. Noch mehr Bomben würden Teheran weder dazu bewegen, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, noch den gewünschten Deal zu unterschreiben – sie würden die Position des Gegners nur weiter verhärten.

Man muss kein Freund des iranischen Regimes sein, um zu erkennen, dass hier ein altbekannter Mechanismus abläuft. Afghanistan. Irak. Libyen. Syrien. Jedes Mal die Versicherung, es werde kurz, sauber und billig. Jedes Mal das Gegenteil.

Das Angebot vom Air-Force-One-Bordtisch

US-Medienberichten zufolge hat der Chef des US-Zentralkommandos dem Präsidenten nun eine Option präsentiert, die intern als "Go Big"-Variante gehandelt werde: zehn bis vierzehn Tage massiver Luftschläge, mit dem Ziel, die iranischen Raketenkapazitäten endgültig zu zertrümmern. Die Logik dahinter klingt beinahe buchhalterisch – je weniger Raketen der Gegner abfeuern könne, desto weniger teure Abwehrmunition müsse man selbst verbrauchen. Und genau daran mangelt es offenbar bereits: Warnungen über zur Neige gehende Bestände an Flugabwehrmunition zirkulieren seit Wochen.

In dieser Argumentation steckt ein bemerkenswertes Eingeständnis. Denn wenn nach sechs Monaten Dauerbeschuss die iranische Raketenfähigkeit erst noch "erheblich abgestumpft" werden muss, dann waren sämtliche Erfolgsmeldungen der vergangenen Monate offenbar Propaganda für den Hausgebrauch. Der Pentagon-Chef beteuert unverdrossen, dies sei kein Sumpf. Ein Sumpf, das wusste schon jeder Wanderer, erkennt man daran, dass man ihn erst bemerkt, wenn man bis zur Hüfte drinsteckt.

"Schickt niemals eine Truppe in einen Einsatz, wenn ihr nicht bereit seid, ihr die Mittel zum Erfolg zu geben. Inkrementalismus – ein bisschen tun, schauen was passiert, dann wieder ein bisschen mehr – ist ein Rezept für die Katastrophe." – General Colin Powell

"Nur noch zwei Wochen" – das ewige Versprechen

Bereits im März und April hieß es aus Washington, es seien nur noch zwei Wochen. Man kennt diese Zwei-Wochen-Frist aus der Politik wie den Satz "Die Rente ist sicher". Sie ist kein Zeitplan, sondern ein Beruhigungsmittel. Inzwischen wird offen darüber spekuliert, ob sich der Konflikt bis über die Zwischenwahlen hinausschleppen könnte.

Warum das für deutsche Sparer alles andere als fern ist

Wer nun glaubt, das sei ein amerikanisches Problem, verkennt die Geografie der Weltwirtschaft. Die Straße von Hormus – jener Nadelöhr-Seeweg, durch den ein erheblicher Teil des global gehandelten Öls fließt – gilt faktisch als geschlossen. Im Roten Meer setzen die Huthi der Schifffahrt zu. Das bedeutet: längere Routen, höhere Frachtraten, teurere Energie. Und teurere Energie bedeutet in einem Industrieland, das seine eigenen Kraftwerke aus ideologischen Gründen abgeschaltet hat, schlicht: teurere Alles.

Deutschland trifft diese Gemengelage in denkbar schlechter Verfassung. Eine Bundesregierung, die 500 Milliarden Euro an neuen Schulden als "Sondervermögen" etikettiert, während der Kanzler im Wahlkampf noch das Gegenteil versprochen hatte, besitzt keinerlei Puffer für einen externen Energiepreisschock. Die Zeche zahlt, wie immer, der Bürger – über Steuern, Abgaben und die stille Enteignung durch Inflation.

Krieg, Schulden, Papiergeld – ein historisches Muster

Es gibt eine Konstante, die sich durch die Geschichte zieht: Kriege werden selten aus laufenden Einnahmen bezahlt. Sie werden über die Notenpresse finanziert. Vom römischen Denar über den amerikanischen Bürgerkrieg bis zur Nachkriegsinflation des 20. Jahrhunderts – am Ende steht stets die Entwertung der Währung. Genau in solchen Phasen erinnern sich Menschen daran, dass physisches Gold und Silber keine Gegenpartei kennen, kein Ausfallrisiko tragen und sich weder per Knopfdruck vermehren noch per Sanktion abschalten lassen. Edelmetalle stellen keine Wette auf den Krieg dar – sie sind die Versicherung gegen die Folgen politischer Fehlentscheidungen.

Die eigentliche Nachricht dieser Woche ist nicht, dass das Pentagon eskalieren will. Die eigentliche Nachricht ist, dass nach sechs Monaten offenbar niemand in Washington sagen kann, wie dieser Krieg eigentlich enden soll. Und dass die Verantwortlichen in Berlin dazu wie üblich schweigen – während sie die Rechnung schon einmal in den Haushalt einpreisen.

Haftungsausschluss

Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten, Rohstoffen oder sonstigen Vermögenswerten dar. Ebenso wenig handelt es sich um eine Steuer- oder Rechtsberatung. Jede Anlageentscheidung erfordert eine eigenständige, sorgfältige Prüfung sowie gegebenenfalls die Hinzuziehung qualifizierter Berater. Für Vermögensdispositionen und deren Folgen trägt allein der Anleger die Verantwortung. Eine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der dargestellten Informationen wird nicht übernommen.

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