
Selenskyjs Feldherren-Roulette: Ein neuer General soll retten, was kaum mehr zu retten ist

Es gleicht mittlerweile einem Ritual: Immer wenn an der Front in der Ukraine der Wind rauer weht, greift Präsident Wolodymyr Selenskyj zum bewährten Mittel des Personalwechsels. Diesmal trifft es die absolute Spitze. Wie das britische Wirtschaftsmagazin „The Economist“ berichtet, habe Selenskyj den 43-jährigen General Mychajlo Drapatyj zum neuen Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte ernannt. Die Präsidialverwaltung habe den Wechsel am 21. Juli bestätigt. Sein Vorgänger, General Oleksandr Syrskyj, sei nach monatelanger Kritik an seiner Amtsführung abgesetzt worden.
Wenn das Personalkarussell zum Dauerlauf wird
Man muss kein Militärstratege sein, um zu erkennen, was sich hinter diesem Manöver verbirgt. Wer im laufenden Betrieb ständig die Kommandeure austauscht, dokumentiert damit vor allem eines: die eigene Ratlosigkeit. Syrskyj galt als fähiger Taktiker und habe den massenhaften Einsatz von Drohnen entscheidend vorangetrieben. Doch zugleich, so heißt es, sei ihm vorgeworfen worden, Ressourcen ungleich zu verteilen, Entscheidungen zu stark zu zentralisieren und an überholten, sowjetisch geprägten Führungsprinzipien festzuhalten.
Anderthalb Jahre hielt sich Syrskyj an der Spitze. Nun soll es also ein Jüngerer richten. Ein Blick in die Geschichte dieses Krieges genügt, um zu ahnen, wie lange dieser neue Mann sich halten dürfte, ehe auch er zum Sündenbock erklärt wird.
Wer ist dieser Mychajlo Drapatyj?
Der neue Oberbefehlshaber ist kein Unbekannter. Bekanntheit erlangte er bereits 2014 rund um die Kämpfe in Mariupol, als er mit einer kleinen Panzerkolonne prorussische Stellungen durchbrochen und einen eingeschlossenen Verband zurück zu den ukrainischen Linien geführt haben soll. Seither gilt er als entschlossener Frontkommandant. Seit Ende 2024 leitete er die Bodentruppen und stieß dort Reformen bei Ausbildung, Rekrutierung und Digitalisierung an.
Statt einer „Kultur der Angst“ solle sich eine „Kultur der Verantwortung“ etablieren – so soll Drapatyj sein Führungsverständnis einst beschrieben haben.
Bemerkenswert: 2025 habe Drapatyj nach einem russischen Raketenangriff auf einen Truppenübungsplatz, bei dem zwölf Soldaten getötet worden seien, die politische Verantwortung übernommen und sei zurückgetreten – nur um wenig später wieder mit operativen Führungsaufgaben betraut zu werden. Ein Rücktritt auf Zeit sozusagen. In der Politik nennt man solche Vorgänge gern „Verantwortung“, meint aber eher ein taktisches Zwischenspiel.
Das eigentliche Problem bleibt ungelöst
Bei aller Diskussion um Führungsstile und Reformrhetorik: Kein General der Welt kann ersetzen, was diesem Konflikt fehlt – eine ernsthafte diplomatische Perspektive. Während in Kiew die Stühle gerückt werden, sterben an der Front weiter junge Männer. Und während westliche Regierungen, allen voran die deutsche unter Kanzler Merz, munter Milliarden über Milliarden nach Osten pumpen, wird der deutsche Steuerzahler zur Kasse gebeten, ohne dass ein Ende dieser Blutspirale in Sicht wäre.
Es ist eine bittere Wahrheit, die ein Großteil der Bürger längst erkannt hat: Man kann einen Krieg nicht durch immer neue Kommandeure gewinnen. Man beendet ihn durch Verhandlungen. Doch davon ist weder in Kiew noch in Berlin ernsthaft die Rede.
Was der Bürger daraus lernen sollte
In Zeiten, in denen ganze Regierungen ihr Personal schneller wechseln als ihre Strategien, in denen geopolitische Unsicherheit zur Dauerkonstante geworden ist und in denen die eigene Kaufkraft durch immer neue Milliarden-Sondervermögen ausgehöhlt wird, gewinnt eine alte Erkenntnis wieder an Bedeutung: Wer sein Vermögen sichern will, sollte sich nicht allein auf Versprechen von Politikern und Notenbanken verlassen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie auch dann Bestand haben, wenn Regierungen wanken und Währungen an Vertrauen verlieren. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio können sie ein Fundament der Stabilität bilden – unabhängig davon, welcher General morgen ernannt und übermorgen wieder entlassen wird.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst. Im Zweifel sollten Sie einen unabhängigen Fachberater konsultieren.

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