
Silber-Rausch in London: Royal Mint knackt alle Verkaufsrekorde!

Die britische Royal Mint meldet für die ersten neun Monate 2026 Rekordumsätze mit Silber und Platin, außerdem zieht die Nachfrage nach Gold wieder an. Das hat die traditionsreiche Prägeanstalt am Mittwoch mitgeteilt. Auffällig ist das Timing: Steigende Anleiherenditen und eine hartnäckige Inflation sollten Edelmetallen eigentlich das Leben schwer machen.
Plus 295 Prozent: Silber hängt alles ab
Absolute Absatzmengen veröffentlicht die Royal Mint nicht, wohl aber die Entwicklung der Umsätze. Mit Silberbarren und -münzen über die eigene Webseite setzte sie von Januar bis September demnach 295 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum. Bei Silbermünzen allein kam sie sogar auf ein Plus von 323 Prozent.
Auch Platin legte kräftig zu, die Umsätze stiegen um 118 Prozent. Beide Metalle übertrafen damit laut Royal Mint schon jetzt jedes bisherige Gesamtjahr, obwohl noch ein komplettes Quartal aussteht. Ein Teil dieses Sprungs geht natürlich auf die gestiegenen Preise zurück. Dass Anleger trotzdem in so großer Zahl zugreifen, sagt viel über die Stimmung aus.
Gold meldet sich zurück
Silber und Platin waren vor allem zu Jahresbeginn gefragt. Im dritten Quartal kam dann Gold zurück: Mit Goldmünzen erzielte die Royal Mint zwischen Juli und September 21 Prozent mehr Umsatz als im Vorquartal. Auf neun Monate gerechnet beträgt das Plus zehn Prozent.
Die Basis der Käufer wird außerdem breiter. Fast drei von zehn Kunden im Quartal kauften zum ersten Mal Edelmetalle bei der Royal Mint, genau 29 Prozent. Die Zahl der Neukunden wuchs gegenüber dem Zeitraum von April bis Juni um 13 Prozent. Stuart O'Reilly, Private Wealth Consultant der Royal Mint, sieht darin ein ermutigendes Signal:
„Das zeigt, dass trotz des schwierigen Anlageumfelds weiterhin neue Investoren in den Markt kommen.“
Für das Schlussquartal rechnet O'Reilly mit weiteren Schwankungen. Als mögliche Auslöser nennt er den britischen Haushalt, die US-Zwischenwahlen und die offene Zinsfrage. Wohin sich die Preise bewegen, sei ungewiss. Das Interesse am physischen Besitz von Edelmetallen bleibe nach den eigenen Zahlen aber hoch.
Amerikas Prägeanstalt erlebt ihr Waterloo
Auf der anderen Seite des Atlantiks läuft es ganz anders. Nach ihren monatlichen Verkaufsdaten hat die U.S. Mint in diesem Jahr erst 111.500 Unzen Gold in Form ihrer American-Eagle-Münzen abgesetzt. Damit steuert sie auf das schwächste Ergebnis seit dem Jahr 2000 zu. Damals waren es in den ersten neun Monaten nur 45.500 Unzen.
Woran liegt das? Analysten verweisen auf die Renditen von US-Staatsanleihen, die wegen der steigenden Inflation über fünf Prozent geklettert sind. Das ist der höchste Stand seit mehr als 20 Jahren. Die US-Notenbank Fed schwenkt deshalb wieder auf einen strafferen Kurs ein. Für die Sitzung in der kommenden Woche wird zwar noch keine Zinserhöhung erwartet. Die Märkte preisen aber eine Anhebung bis zum Jahresende und eine weitere im ersten Quartal 2027 ein.
Warum die Briten trotzdem kaufen
Wenn Anleihen über fünf Prozent abwerfen, wirken zinslose Metalle auf dem Papier unattraktiv. Viele Sparer rechnen aber offenbar anders. Eine Rendite hilft wenig, wenn die Inflation sie auffrisst und der Staat, der die Anleihe ausgibt, immer tiefer in die Schulden rutscht.
Diese Sorge kennt man auch hierzulande. Die Bundesregierung hat ein Sondervermögen über 500 Milliarden Euro auf den Weg gebracht, obwohl im Wahlkampf Haushaltsdisziplin versprochen wurde. Kein Wunder also, dass auch in Deutschland viele Bürger einen Teil ihres Vermögens außerhalb des Finanzsystems absichern wollen. Physisches Gold und Silber bieten sich dafür an, als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio. Die Zahlen aus Großbritannien zeigen, dass immer mehr Menschen so denken.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung. Wir geben keine Empfehlungen zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten oder Edelmetallen. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und gegebenenfalls fachkundigen Rat einholen. Für Anlageentscheidungen ist jeder selbst verantwortlich.
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