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20.10.2026
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Sintflut über Spaniens Küste: Tote in Valencia, Chaos auf Mallorca!

Sintflut über Spaniens Küste: Tote in Valencia, Chaos auf Mallorca!
Symbolbild: KI-generiert

Sturmtief „Adam“ hat die spanische Mittelmeerküste in eine Seenlandschaft verwandelt. In den Provinzen Valencia und Alicante standen am Montag Straßen, Häuser und Campingplätze unter Wasser, Einsatzkräfte retteten mehr als 450 Menschen. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben. Auch Mallorca und Ibiza traf das Unwetter mit voller Wucht.

Gerettet von Dächern, aus Autos und auf einem Surfbrett

Wie der staatliche Sender RTVE unter Berufung auf die Behörden berichtete, saßen viele Betroffene auf Hausdächern, in überfluteten Gebäuden oder in ihren Fahrzeugen fest. Die Retter schickten Hubschrauber und Boote los.

Und manchmal half auch Improvisation. Ein Video der Polizei zeigt, wie Beamte in Gandia eine 93-jährige Frau auf einem Surfbrett durch die Fluten in Sicherheit bringen. Das Bild steht für eine Lage, in der nichts mehr nach Plan lief.

Die Regionalregierung der Autonomen Gemeinschaft Valencia rief die zweithöchste Notfallstufe aus. Für 145 Gemeinden mit zusammen mehr als 800.000 Einwohnern galt zeitweise eine Ausgangssperre über mehrere Stunden. Einige Orte waren auch danach noch von der Außenwelt abgeschnitten.

Oliva: Zwei Leichen geborgen, 2.000 Camper evakuiert

Am schlimmsten traf es Oliva, eine Küstengemeinde rund 70 Kilometer südlich von Valencia. Dort bargen die Helfer zwei Tote, nach Angaben der Behörden eine 79-jährige Frau und einen 64-jährigen Mann. Regionalpräsident Juanfran Pérez Llorca warnte vor Journalisten, die Zahl der Opfer könne noch steigen.

Schon am Wochenende hatte „Adam“ zwei Menschenleben gefordert: In Sagunto in der Provinz Valencia starb eine Frau, eine weitere im katalanischen Cabrera de Mar.

Bürgermeisterin Yolanda Pastor zufolge mussten in Oliva rund 2.000 Menschen von sieben Campingplätzen evakuiert werden. Im Sender Antena 3 schilderte sie die dramatische Lage:

„Noch sind viele in ihren Häusern von den Wassermassen eingeschlossen.“

Einige Bewohner hätten sich auf die Dächer geflüchtet, sagte Pastor. Ein Sprecher der Einsatzkräfte versicherte, alle Menschen in akuter Lebensgefahr seien inzwischen gerettet worden.

Mehr als halber Hamburger Jahresregen an einem Tag

Was da vom Himmel kam, sprengt jede Vorstellung. Der spanische Wetterdienst Aemet maß in Oliva innerhalb von 24 Stunden mehr als 530 Liter Regen pro Quadratmeter. In Pego in der Provinz Alicante waren es sogar über 620 Liter. Zum Vergleich: In Hamburg fallen im langjährigen Mittel knapp 800 Liter, und zwar im ganzen Jahr.

Am stärksten betroffen waren die Küstenregionen La Safor im Süden der Provinz Valencia und Marina Alta im Norden Alicantes. Die höchste Alarmstufe Rot hoben die Behörden dort am frühen Nachmittag wieder auf. Die Prognose: Der Regen solle nachlassen und weiter nach Katalonien ziehen. Dort hatte es Anfang Oktober bereits Barcelona getroffen.

Mallorca: Traumbucht färbt sich braun

Auf Mallorca ergossen sich Wassermassen in die Bucht Cala Llamp im Südwesten der Insel. Die bei deutschen Urlaubern beliebte Bucht färbte sich komplett braun, weil riesige Mengen Regenwasser vom Land ins Meer gespült wurden. Bäume stürzten um, ein Gebäude galt zeitweise als einsturzgefährdet.

Besonders in Calvià westlich von Palma meldete die Zeitung „Diario de Mallorca“ Überschwemmungen und erhebliche Sachschäden. An den Flughäfen von Palma und Ibiza fielen Flüge aus oder starteten verspätet. Auf allen Balearen-Inseln blieben die Schulen vorsorglich geschlossen.

Die Wunde von 2024 ist noch nicht verheilt

Für die Menschen in Valencia dürfte das wie ein Albtraum in Wiederholung wirken. Erst vor knapp zwei Jahren hatte eine verheerende Flutkatastrophe die Region verwüstet, mehr als 220 Menschen starben. Danach hagelte es Kritik am Krisenmanagement, vor allem an zu späten Warnungen der Behörden.

Diesmal setzte die Regionalregierung früh auf Ausgangssperren und hohe Alarmstufen. Ob das Leben gerettet hat, wird die Aufarbeitung zeigen müssen. Klar ist aber schon jetzt: Gegen solche Regenmengen hilft kein Krisenstab allein. Gefragt sind vor allem Investitionen in Hochwasserschutz und Infrastruktur, und zwar bevor die nächste Flut kommt.

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