
Spahns Rasenmäher-Methode: Fünf Prozent pauschal weg – und alle sollen klatschen?

Wenn der Koalitionsausschuss in Berlin erneut zur Krisensitzung zusammentritt, wirft der Vorsitzende der Unionsfraktion, Jens Spahn, einen Vorschlag in den Ring, der so simpel klingt wie ein Werbespruch – und doch tief in die Mechanik der deutschen Subventionslandschaft greift. Pauschal fünf Prozent weniger für alle Subventionen und Steuervergünstigungen. Fertig. Damit, so die Argumentation, ließe sich die seit Wochen umstrittene Steuerreform refinanzieren, ohne dass die ohnehin gerupften Leistungsträger im Land noch tiefer in die Tasche greifen müssten.
Der bequeme Weg statt mutiger Reform
Im Podcast eines Hauptstadtportals erklärte Spahn, er komme „immer mehr dahin", dass ein pauschales Abschmelzen aller Vergünstigungen der richtige Weg sei. Das brächte schließlich „auch schon Milliarden". Eine bemerkenswerte Wortwahl für einen Politiker, der eine angeblich große Steuerreform stemmen will. Die höhere Akzeptanz dieser Holzhammer-Methode sei jedenfalls größer, als sich „einzeln durch jede Subvention durchzuarbeiten". Mit anderen Worten: Die mühsame politische Arbeit, jedes einzelne Förderprogramm auf Sinn und Unsinn zu prüfen, möchte man sich offenbar sparen. Bequemer wäre es, einfach überall ein bisschen abzuschneiden – die ideologisch motivierten Klimasubventionen genauso wie sinnvolle Mittelstandsförderungen. Gerecht? Kaum. Aber politisch durchsetzbar, weil niemand laut genug schreien kann.
Hinter den eigenen Reihen zurückgeblieben
Pikant: Spahn bleibt mit seinem Entlastungsvolumen von mindestens zehn Milliarden Euro pro Jahr deutlich hinter dem zurück, was seine eigenen Parteifreunde Yannick Bury und Florian Dorn vorschlagen. Deren Konzept sähe eine Entlastung von bis zu 30 Milliarden Euro vor. Ein Drittel des möglichen Volumens also – und das soll dann „die große Reform" sein, mit der die Union nach Jahren ampelgrüner Belastungsorgien endlich wieder den Bürger im Blick haben will? Wer so klein denkt, sollte sich nicht wundern, wenn die Wähler die Bilanz dieser schwarz-roten Koalition irgendwann mit dem nüchternen Lineal vermessen.
Versprochen, gebrochen – der Koalitionsvertrag als Makulatur
Bemerkenswert ehrlich gibt sich Spahn dann doch noch in einem Punkt: Die im Koalitionsvertrag fest vereinbarte Streichung aller Förderprogramme unter 50 Millionen Euro Jahreswirkung – nichts davon umgesetzt. „Steht da drin, ist leider bis jetzt noch nicht passiert", räumt der Fraktionschef ein. Es ist diese Art von beiläufiger Selbstverständlichkeit, mit der in Berlin Wahlversprechen entsorgt werden, die einen wirklich wütend machen muss. Da unterzeichnen Friedrich Merz und Lars Klingbeil im April 2025 vollmundig ein Papier namens „Verantwortung für Deutschland" – und nicht einmal die einfachsten Konsolidierungsschritte schaffen sie zu erledigen. Stattdessen wird ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur durchs Parlament gepeitscht, die Klimaneutralität bis 2045 ins Grundgesetz gemeißelt, und gleichzeitig hatte Merz im Wahlkampf hoch und heilig versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Das politische Berlin scheint Versprechen offenbar nur noch als Empfehlung zu verstehen.
Das Ausgabenproblem, das niemand benennen will
Während die Koalitionäre also über Pauschalkürzungen sinnieren, drängt sich eine andere, viel grundlegendere Frage auf, die in den Hinterzimmern der Hauptstadt offenbar tabu bleibt: Deutschland hat kein Einnahmenproblem. Deutschland hat ein massives Ausgabenproblem. Während die Bürgergeld-Kosten in Milliardenhöhe explodieren, während Migration in die Sozialsysteme ungebremst weiterläuft und während gleichzeitig immer neue Klimaprogramme und gendergerechte Bildungsprojekte finanziert werden, soll der Steuerzahler glauben, dass eine fünfprozentige Rasenmäher-Kürzung das Land sanieren würde. Eine Realität, die ein Großteil der Bürger längst klarer sieht als die selbstgefällige politische Klasse.
Was bleibt – und warum harte Werte zählen
Der Spahn-Vorschlag ist symptomatisch für eine Politik, die das große Sparen ankündigt, aber sich dann doch nicht traut, an die wirklich teuren Heiligen Kühe heranzugehen. Stattdessen werden die Symbole gepflegt, die Steuerlast bleibt erdrückend, und die Inflation – beflügelt durch hunderte Milliarden frischer Schulden – frisst weiter an den Vermögen der fleißigen Bürger. Wer in einem solchen Umfeld nüchtern auf seine Ersparnisse blickt, kommt zwangsläufig zur Frage, wie er sich gegen die schleichende Entwertung wappnen kann. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg eines bewiesen: Sie sind unabhängig von politischen Pauschalkürzungen, Sondervermögen und Wahlversprechen, die niemand einhält. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio dienen sie der echten Vermögenssicherung – nicht der Vermögensillusion, die Berlin so meisterhaft inszeniert.
Hinweis: Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Die in diesem Beitrag wiedergegebenen Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und gegebenenfalls einen qualifizierten Steuer- oder Rechtsberater zu konsultieren. Für Anlageentscheidungen trägt jeder selbst die Verantwortung.

Die großeUmverteilungDie große UmverteilungVermögensabgabe, Steuer-Hammer & digitaler Euro – wie sich Staat & EU 2026 bedienen
Erbschaftsteuer-Reform, Wegzugsteuer, MwSt-Erhöhung, digitaler Euro: Dominik Kettner zeigt mit 7 Top-Experten LIVE, wie sich Staat & EU 2026 an Ihrem Vermögen bedienen – und wie Sie es jetzt schützen.
Das Star-Aufgebot 2026

DominikKettner

DieterBohlen

ErnstWolff

RolandTichy

Prof.Otte

PhilippHopf

T.-O.Regenauer

JochenStaiger
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik



















