
Sprit-Schock an der Zapfsäule: Ministerin will Steuer drastisch kappen

Berlin. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) schlägt vor, die Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel von 19 auf sieben Prozent zu senken. Das wäre eine Entlastung „direkt an der Zapfsäule“, sagte sie am Rande eines Treffens der G20-Energieminister in den USA. Der Auslöser: Die Spritpreise in Deutschland haben Rekordniveau erreicht.
Zwei Euro dreißig – und der Staat kassiert kräftig mit
Nach ADAC-Auswertungen kostete ein Liter Super E10 am 15. September im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,300 Euro – ein neues Allzeithoch. Diesel lag bei rund 2,42 Euro und damit nur knapp unter dem Höchststand vom April dieses Jahres.
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) verweist darauf, dass Rohöl binnen eines Jahres um etwa 30 Prozent teurer geworden sei. Hintergrund sind die anhaltenden Gefechte im Nahen Osten und die daraus folgenden Probleme bei der Ölversorgung.
Was dabei gern untergeht: Der Fiskus verdient an jeder Preisspitze automatisch mit. Denn die Mehrwertsteuer wird auf den Endpreis erhoben – also auch auf Energiesteuer und CO₂-Abgabe. Steuer auf Steuer. Je teurer der Sprit, desto voller die Staatskasse.
Die Kehrtwende der Ministerin
Bemerkenswert ist der Sinneswandel. Reiche hatte sich zuvor gegen erneute staatliche Eingriffe ausgesprochen und stand auch der befristeten Senkung der Energiesteuer skeptisch gegenüber, die die Bundesregierung im Frühsommer für zwei Monate gewährte – im Volksmund „Tankrabatt“.
Jetzt heißt es aus ihrem Haus, die hohen Preise träfen Bürger wie Logistikbetriebe täglich, sie kenne diese Sorgen. Zuvor hatte bereits Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) eine Senkung der Umsatzsteuer auf Kraftstoffe ins Spiel gebracht. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte am Dienstag eine staatliche Entlastung an – ohne die Form zu nennen. Medienberichten zufolge sollen Sofortmaßnahmen zum 1. Oktober greifen.
Reparaturbetrieb statt Strategie
Für Kritiker ist der Vorstoß vor allem eines: das Eingeständnis, dass die deutsche Energiepolitik im Dauer-Krisenmodus verharrt. Bereits im März hatte Reiche die Freigabe eines Teils der nationalen Ölreserve angekündigt und eine Begrenzung der täglichen Preiserhöhungen nach österreichischem Vorbild in Aussicht gestellt. Damals war der Brent-Preis zeitweise auf fast 120 Dollar je Barrel geklettert.
Auch innerhalb der Union rumort es. Der Arbeitnehmerflügel der CDU hält die Vorschläge Medienberichten zufolge für unzureichend und verlangt weitergehende Schritte. Reiche selbst hatte zusätzlich Direktzahlungen an Geringverdiener ins Gespräch gebracht.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt die Debatte ein grundsätzliches Problem: Statt die Abgabenlast auf Energie strukturell zu senken, wird von Krise zu Krise nachjustiert. Befristete Rabatte verpuffen, sobald sie auslaufen – die Belastung der Bürger bleibt.
Was das für Ihr Geld bedeutet
Teurer Sprit ist kein isoliertes Ärgernis. Er treibt Transport-, Produktions- und am Ende Lebensmittelpreise. Genau dieser Mechanismus frisst still die Kaufkraft von Sparguthaben, während die Politik über Prozentpunkte debattiert.
Wer sein Vermögen gegen solche Entwertungsphasen absichern will, setzt historisch gern auf Sachwerte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrzehnte als bewährte Ergänzung in einem breit gestreuten Portfolio erwiesen – unabhängig davon, welche Steuer Berlin gerade rauf- oder runtersetzt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt weder eine Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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