
Sprit-Schock zu Silvester: Bis zu 40 Cent mehr pro Liter droht!

Für Deutschlands Autofahrer könnte das neue Jahr teuer beginnen. Carsten Müller, Chef des Bundesverbands der freien Tankstellen (BFT), erwartet zum Jahreswechsel einen Preissprung bei Benzin und Diesel von bis zu 40 Cent pro Liter. Das sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Den geplanten Spritpreisdeckel der Bundesregierung nennt er „blanken Populismus“.
Die Rechnung, die Pendlern den Atem raubt
Müller rechnet den Aufschlag Posten für Posten vor. Wenn der Tankrabatt ausläuft und wieder der volle Steuersatz gilt, kommen allein dadurch 17 Cent pro Liter hinzu. Weitere sieben bis zehn Cent erwartet er durch die steigende Treibhausgas-Minderungsquote. Sie verpflichtet die Anbieter von Kraftstoffen, den CO2-Ausstoß ihrer Produkte zu senken. Die Kosten dafür landen am Ende beim Kunden an der Zapfsäule.
Dazu kommt die Mittagszeit. Seit diesem Jahr dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr anheben, nach österreichischem Vorbild. Kommen dann noch einmal zehn Cent obendrauf, ergeben sich rechnerisch 34 bis 37 Cent. Insgesamt könne man um die Mittagszeit bei „35 bis 40 Cent pro Liter“ landen, so Müller. Und weiter:
„Das ist dann der Moment, an dem ich nicht an der Tankstellenkasse stehen möchte.“
Tankrabatt: Ein teures Strohfeuer
Wie konnte es so weit kommen? Seit dem Iran-Krieg und den Problemen in der Straße von Hormus sind die Spritpreise kräftig gestiegen. Schwarz-Rot setzte deshalb schon im Mai und Juni die Energiesteuer um 14,04 Cent je Liter herab. Rechnet man die Mehrwertsteuer mit ein, sind das bis zu 17 Cent. Seit dem 1. Oktober läuft eine zweite Runde, die Ende Dezember endet.
Diese Runde kostet laut Finanzministerium rund 2,485 Milliarden Euro an Steuereinnahmen, die Hälfte davon tragen die Länder. Unterm Strich bekommt der Bürger also eine Entlastung auf Zeit, die er über den Haushalt am Ende selbst bezahlt. An den Ursachen der hohen Preise ändert der Rabatt nichts.
Der Deckel, der womöglich nie greift
Preissprünge zum Jahreswechsel will die Regierung mit einem Spritpreisdeckel verhindern, der die Marge der Branche begrenzen soll. Auf Druck der SPD hatte die Koalition ihn Mitte September beschlossen. Medienberichten zufolge hat der erste Entwurf aus dem Haus von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) aber hohe Hürden:
- Aktiviert werden soll der Deckel erst, wenn Benzin und Diesel in drei Wochen hintereinander jeweils um mehr als fünf Prozentpunkte stärker steigen als im Schnitt der übrigen EU-Staaten.
- Bund und Länder sollen ihn aussetzen können, wenn Versorgungsengpässe drohen.
- Die Länder sollen vom bundesweiten Höchstpreis abweichen dürfen.
- Die rechtliche Grundlage soll ab 1. Januar 2027 nur drei Monate gelten.
Berichten zufolge könnte der Deckel frühestens im Februar wirken. Kritiker halten ihn deshalb für ein Placebo, das vor allem gut klingt. Hinzu kommt der übliche Ablauf in Berlin: Erst wird eine Entlastung angekündigt, dann kommt eine Regelung voller Ausnahmen, und die Bürokratie erledigt den Rest.
„Wir zocken niemanden ab“
Müller wehrt sich auch gegen Analysen, wonach die Mineralölkonzerne die niedrigere Energiesteuer nur zum Teil an die Kunden weitergegeben hätten. „Wir zocken niemanden ab“, betont er. Das Bundeskartellamt hatte bereits im Frühjahr angekündigt, genau das gründlich zu prüfen.
Ein großer Fan des Tankrabatts ist der Verbandschef trotzdem nicht. Seine Branche habe von der Steuersenkung nichts. Am Tag vor dem Start müsse er noch höher versteuerten Sprit verkaufen. Am letzten Tag des Rabatts komme es teilweise zu Hamsterkäufen, manche füllten Sprit sogar in Colaflaschen ab. Dann seien die Tanks leer. Das werde sich zum Jahreswechsel wiederholen, warnt Müller, vielleicht sogar schlimmer.
Fazit: Der Bürger zahlt am Ende doppelt
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall ein bekanntes Muster. Mit der einen Hand verteilt der Staat Rabatte auf Pump, mit der anderen holt er sich über Klimaquoten und CO2-Vorgaben das Geld zurück. Für Pendler, Handwerker und Familien bleibt davon vor allem Unsicherheit. Steigende Energiepreise treiben außerdem die Inflation an. Wer seine Kaufkraft schützen will, kann deshalb physisches Gold und Silber als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt unsere redaktionelle Meinung und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
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