
Staatsanwälte stürmen Fed-Baustelle: Powells 2,5-Milliarden-Dollar-Palast unter der Lupe

Was sich am Dienstag vor dem Hauptquartier der US-Notenbank abspielte, liest sich wie das Drehbuch einer politischen Satire – wäre die Angelegenheit nicht so bitterernst. Bundesstaatsanwälte erschienen unangekündigt auf der Großbaustelle der Federal Reserve in Washington, um den Fortgang einer Renovierung zu inspizieren, deren Kosten mittlerweile auf schwindelerregende 2,5 Milliarden Dollar angeschwollen sind. Die Bauarbeiter vor Ort wiesen die Ermittler jedoch ab: Ohne vorherige Genehmigung sei ein Betreten der Baustelle nicht möglich. Man verwies die Staatsanwälte an die Anwälte der Fed, um einen regulären Besuchstermin zu koordinieren.
Ein Renovierungsprojekt, das alle Dimensionen sprengt
Im Kern geht es um die Sanierung zweier Fed-Bürogebäude aus den 1930er Jahren – ein Projekt, das längst zum Symbol für die Selbstbedienungsmentalität einer Institution geworden ist, die eigentlich über die Geldpolitik der größten Volkswirtschaft der Welt wachen soll. Der Direktor des Office of Management and Budget, Russell Vought, hatte bereits im vergangenen Jahr festgestellt, dass die Kosten das ursprüngliche Budget um satte 700 Millionen Dollar überschritten hätten – eine Kostenexplosion von fast 80 Prozent.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Fed-Chef Jerome Powell soll vor dem Kongress falsche Angaben über Umfang und Kosten des Projekts gemacht haben. Konkret hatte Powell Medienberichte und Anschuldigungen von Regierungsvertretern sowie republikanischen Kongressabgeordneten bestritten, wonach das Projekt mit extravaganten Ausstattungsmerkmalen gespickt sei – darunter ein VIP-Speisesaal, Premium-Marmor, Wasserspiele und ein Dachterrassengarten. Man fragt sich unwillkürlich: Ist das eine Zentralbank oder ein Fünf-Sterne-Resort?
Trump und Powell: Baustellenbesuch mit Helm und Spannung
Präsident Donald Trump, der Powell ohnehin seit langem wegen dessen Zinspolitik kritisiert, ließ kein gutes Haar an dem Projekt. „Wenn man 2,5 Milliarden Dollar für eine Renovierung ausgibt, ist das wirklich eine Schande", erklärte er bereits im vergangenen Jahr. Der Hauptauftragnehmer sei „wahrscheinlich einer der reichsten Männer des Landes" geworden, fügte Trump spitz hinzu.
Für einen Moment beinahe komödiantischer Qualität sorgte im Juli ein gemeinsamer Baustellenbesuch von Trump und Powell – beide mit Schutzhelm ausgestattet, Journalisten im Schlepptau. Als Trump Powell mit der Behauptung konfrontierte, die Kosten seien mittlerweile auf 3,1 Milliarden Dollar gestiegen, entgegnete der sichtlich unwohl wirkende Fed-Chef lediglich, davon sei ihm nichts bekannt. Ein Bild, das Bände spricht über das Verhältnis zwischen dem Weißen Haus und der vermeintlich unabhängigen Notenbank.
Justiz zwischen Ermittlungseifer und politischem Kalkül
Die juristische Auseinandersetzung hat bereits mehrere Wendungen genommen. Im vergangenen Monat verwarf US-Bezirksrichter James Boasberg – ein Obama-Ernannter, wohlgemerkt – zwei Vorladungen, die Bundesstaatsanwälte an die Fed gerichtet hatten. Es gebe „reichlich Belege" dafür, dass der vorherrschende, wenn nicht einzige Zweck der Vorladungen darin bestehe, Powell unter Druck zu setzen, damit er entweder dem Präsidenten nachgebe oder zurücktrete, so Boasberg in seiner Begründung.
Doch die Ermittler lassen sich offenbar nicht beirren. Jeanine Pirro, die US-Staatsanwältin für den District of Columbia und langjährige Trump-Verbündete, verteidigte das Vorgehen unmissverständlich: „Jedes Bauprojekt, bei dem die Kosten das ursprüngliche Budget um fast 80 Prozent übersteigen, verdient eine ernsthafte Überprüfung." Und dann setzte sie die rhetorische Spitze: „Und diese Leute sind für die Geldpolitik der Vereinigten Staaten verantwortlich?"
Powells Zukunft – und die Frage der Nachfolge
Die Personalie Powell bleibt ein Politikum ersten Ranges. Seine Amtszeit als Fed-Vorsitzender läuft am 15. Mai aus, doch sein Sitz im Gouverneursrat der Fed besteht formal bis 2028 fort. Trump hat bereits im Januar Kevin Warsh als Nachfolger nominiert, doch dessen Bestätigung durch den Senat stockt – ausgerechnet wegen eines Republikaners. Senator Thom Tillis aus North Carolina weigert sich, der Nominierung zuzustimmen, solange die Ermittlungen gegen Powell und die Fed nicht abgeschlossen seien. Powell selbst hat erklärt, er werde so lange im Amt bleiben, bis sein Nachfolger bestätigt sei.
Was diese Episode über den Zustand der amerikanischen Institutionen verrät, ist bemerkenswert. Eine Zentralbank, die Billionen an Geldpolitik verantwortet, leistet sich eine Renovierung, deren Kosten jedes vernünftige Maß sprengen. Gleichzeitig wird die Unabhängigkeit der Fed zum Spielball politischer Machtkämpfe. Für Anleger, die sich fragen, wem sie ihr Vertrauen in Sachen Geldwertstabilität schenken sollen, dürfte diese Farce ein weiteres Argument dafür sein, auf bewährte Werte zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber kennen weder Kostenexplosionen bei Prestigebauten noch politische Ränkespiele – sie bewahren ihren Wert seit Jahrtausenden, ganz ohne VIP-Speisesaal und Dachterrassengarten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.
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