
Statt Milliarden-Ersparnis: Grundsicherung wird 5,4 Milliarden teurer

Es sollte der große Sparerfolg der Koalition werden – jetzt droht das Gegenteil. Nach internen Berechnungen der Bundesregierung, über die Medien berichten, könnte die neue Grundsicherung bis 2029 rund 5,4 Milliarden Euro mehr kosten als bislang im Haushalt eingeplant. Verantwortlich für das Ressort ist Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD), das Geld verwaltet Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD).
Die Zahlen, die im Ministerium für Unruhe sorgen
Die Kostenlawine baut sich den Berechnungen zufolge langsam auf – und rollt dann. Für 2027 rechnet die Regierung demnach mit etwa 500 Millionen Euro höheren Ausgaben als noch im September kalkuliert. 2028 sollen es rund 1,85 Milliarden Euro sein, 2029 sogar etwa 3,05 Milliarden.
Zusammengerechnet: rund 5,4 Milliarden Euro zusätzlich. Und das bei einer Reform, die eigentlich Geld in die leeren Kassen spülen sollte.
Vom Sparversprechen zur Rechnung für den Steuerzahler
Im Bundesarbeitsministerium war ursprünglich von Einsparungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro die Rede. Nach der Einigung von Union und SPD galt zumindest noch eine Entlastung von mindestens einer Milliarde Euro als gesetzt. Die aktuellen internen Zahlen zeichnen laut den Berichten ein völlig anderes Bild.
Wer sich an den Wahlkampf erinnert, dürfte noch größere Zahlen im Ohr haben: Medienberichten zufolge hatte Bundeskanzler Friedrich Merz zweistellige Milliardenbeträge an Einsparungen durch die Bürgergeld-Reform in Aussicht gestellt. Als der Gesetzentwurf im Oktober 2025 vorlag, war in Berichten dagegen nur noch von rund 90 Millionen Euro die Rede – gemessen an einem Sozialbudget dieser Größenordnung kaum mehr als ein Rundungsfehler.
Neuer Name, härtere Regeln – und trotzdem teurer?
Zum 1. Juli 2026 hat die neue Grundsicherung das Bürgergeld schrittweise ersetzt. Betroffen sind laut Berichten rund 5,5 Millionen Menschen. Verkauft wurde die Reform als Kurswechsel: strengere Mitwirkungspflichten, schärfere Sanktionsandrohungen, weniger Schonzeiten, strengere Regeln bei den Wohnkosten.
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Fall ein Grundmuster deutscher Sozialpolitik: Reformen werden mit Sparzahlen beworben, am Ende steigen die Ausgaben. Wer arbeitet, zahlt die Differenz – über Steuern, Abgaben und eine Inflation, die der Staat mit immer neuen Schulden befeuert.
Klingbeil unter Druck – auch aus der Union
Für den Finanzminister kommen die Mehrkosten zur Unzeit. In der Union gibt es bereits Kritik an seiner Haushaltsplanung, und die zusätzlichen Milliarden dürften die Debatte über die Finanzierung des Bundeshaushalts weiter anheizen.
Gegenwind kommt zudem aus dem Wirtschaftsministerium von CDU-Ministerin Katherina Reiche: Ihr Staatssekretär habe die Steuerpläne des Finanzministers kritisiert, insbesondere den geplanten Umgang mit der kalten Progression. Ein weiterer Streitpunkt ist der Umgang mit Sozialleistungsmissbrauch. Die Union bemängelt, dass ein angekündigter Aktionsplan weiter fehle – unter anderem sollten per Haftbefehl gesuchte Personen von Leistungen ausgeschlossen werden.
Was das für Sparer bedeutet
Steigende Sozialausgaben, ein 500-Milliarden-Sondervermögen, Klimaneutralität im Grundgesetz: Die Rechnung wächst, während die Kaufkraft schrumpft. Viele Bürger suchen deshalb nach Vermögensteilen, die keine Regierung per Beschluss entwerten kann. Physisches Gold und Silber sind als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen seit Jahrhunderten genau dafür bekannt.
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