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Strafe für Sparer: Warum Deutschland Eigentum so schwer macht

Strafe für Sparer: Warum Deutschland Eigentum so schwer macht
Symbolbild: KI-generiert

Wer in Deutschland fürs Alter vorsorgt, wird vom Staat eher ausgebremst als belohnt. So sieht es Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrats der CDU. In einer aktuellen Kolumne warnt er, dass privates Eigentum Schritt für Schritt ausgehöhlt werde. Sein Urteil fällt deutlich aus: Der „soziale Kitt“ bröckle.

Erhards Versprechen – und was davon übrig ist

Steiger beruft sich auf Ludwig Erhard. Der Vater der Sozialen Marktwirtschaft hat mit der Währungsreform von 1948 die Grundlage für das deutsche Wirtschaftswunder gelegt. „Wohlstand für alle“ hieß damals, dass jeder durch Leistung zu Vermögen kommen kann. Steiger zitiert Erhard mit den Worten: „Von dem Begriff des Wohlstandes ist der des Eigentums auf Dauer nicht zu trennen.“

Die Gegenwart sieht anders aus. Laut verschiedenen Vermögensstudien liege das Medianvermögen deutscher Haushalte deutlich unter dem fast aller anderen Euroländer, und das trotz hoher Einkommen und hoher Sparquote. Auch bei der Wohneigentumsquote liegt Deutschland in Europa weit hinten.

Besonders hart trifft es die Jüngeren. Einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge hat sich der Anteil der Wohneigentümer unter 45 Jahren zwischen 2000 und 2019 mehr als halbiert.

Zehn Jahre sparen – nur für den Fiskus

Wie absurd die Lage ist, zeigt eine IW-Rechnung, auf die Steiger verweist. Ein Paar in Berlin, das rund zehn Prozent seines Einkommens spart, braucht zehn Jahre allein für die Grunderwerbsteuer. Da ist noch kein Stein gekauft. In Berlin besitzen weniger als 20 Prozent der Menschen ihre Wohnung selbst. Gleichzeitig finden Enteignungs- und Umverteilungsideen dort viel Zustimmung.

Bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 wurde die Linke laut amtlichem Endergebnis mit 25,7 Prozent stärkste Kraft. Die CDU kam nur auf 18,8 Prozent. Steiger sieht darin eine Entscheidung der Wähler für Umverteilung.

Der Wirtschaftsrat schlägt deshalb Folgendes vor:

  • Keine Grunderwerbsteuer mehr beim ersten Immobilienkauf
  • Wer selbst bauen oder sanieren will, soll Bau- und Kaufkosten sowie Zinsen für eine gewisse Zeit von der Steuer absetzen können
  • Bürokratische Vorgaben und Umweltauflagen sollen deutlich einfacher werden

Gefährliche Signale aus Berlin

Die Bundesregierung bewertet Steiger mit gemischten Gefühlen. Frühstartrente und Altersvorsorgedepot gingen in die richtige Richtung. Gleichzeitig gerieten aber Kryptowerte und Immobilien immer stärker ins Visier. Zuletzt wurde darüber gestritten, die Zehnjahresfrist abzuschaffen. Nach ihr bleiben Gewinne aus dem Verkauf vermieteter Immobilien steuerfrei.

Medienberichten zufolge lehnte der Bundestag am 8. Oktober 2026 einen entsprechenden Gesetzentwurf der Grünen ab, mit 131 zu 446 Stimmen. Endgültig vom Tisch ist das Thema damit aber nicht. Schon der Wunsch, alle Anlageformen „gleich“ zu besteuern, ist für Steiger falsch. Vermieter stärker zu belasten als Selbstnutzer sei nämlich keine Gleichbehandlung, sondern „eine ideologische Hierarchie von Nutzungsformen“.

„Jeder Bürger, der weitsichtig und eigenverantwortlich vorsorgt, entlastet den Sozialstaat. Er darf dafür nicht bestraft werden.“

Steiger will deshalb genau das Gegenteil: Haltefristen sollen auch für Aktien wieder gelten. Bis zur Einführung der Abgeltungsteuer 2009 blieben Kursgewinne nach einem Jahr steuerfrei. Eine solche Regel gibt es bis heute für physisches Gold und Silber. Sie gehören zu den wenigen Anlagen, bei denen sich langes Halten noch auszahlt.

Am Ende entscheidet der Netto-Lohn

Für Steiger fängt alles beim Gehalt an. In kaum einem anderen Land zahlten die Bürger so viele Steuern und Abgaben wie in Deutschland. Wer arbeite, müsse mehr von seinem Lohn behalten. Außerdem müsse die kalte Progression vollständig ausgeglichen werden. Sonst fresse die Inflation jede Entlastung wieder auf.

Die Botschaft an die Regierung Merz ist klar. Eine Koalition, die ein 500-Milliarden-Sondervermögen auf Pump beschließt und zugleich auf das Ersparte ihrer Bürger schielt, verspielt Vertrauen. Für Sparer heißt das: Wer sich nicht allein auf den Staat verlassen will, sollte breit streuen. Physische Edelmetalle können dabei als krisenfester Baustein der Vermögenssicherung eine sinnvolle Ergänzung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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