
Straße von Hormus praktisch lahmgelegt: Iran erzwingt Kontrolle über die wichtigste Ölader der Welt
Was sich derzeit in der Straße von Hormus abspielt, ist nichts weniger als eine geopolitische Machtdemonstration historischen Ausmaßes. Während die Welt gebannt auf einen fragilen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran blickt, hat Teheran die Daumenschrauben an der wichtigsten Meerenge für den globalen Ölhandel so fest angezogen, dass der Schiffsverkehr auf unter zehn Prozent des normalen Volumens eingebrochen ist. Gerade einmal sieben Schiffe passierten in den vergangenen 24 Stunden die Meerenge – normalerweise sind es rund 140.
Ein Fünftel der globalen Ölversorgung abgeschnitten
Seit dem Ausbruch des Iran-Krieges am 28. Februar 2026 sitzen Hunderte Tanker und andere Frachtschiffe im Persischen Golf fest. Die Konsequenz ist verheerend: 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung sind unterbrochen – die größte Versorgungsstörung, die die Welt jemals erlebt hat. Die Preise für physisches Öl erreichten am Donnerstag erneut Allzeithochs, und ein Ende der Krise ist nicht in Sicht.
Der CEO des staatlichen Ölkonzerns ADNOC aus den Vereinigten Arabischen Emiraten forderte unmissverständlich, der Iran müsse die Meerenge bedingungslos öffnen. Doch Teheran denkt gar nicht daran. Im Gegenteil: Die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) haben Schiffen angewiesen, durch iranische Hoheitsgewässer rund um die Insel Larak zu fahren – angeblich, um Seeminen in den üblichen Fahrrinnen auszuweichen. Eine Route, die den Iran faktisch zum Torwächter der globalen Energieversorgung macht.
Mautgebühren in Kryptowährung – Teherans dreiste Forderung
Als wäre die Blockade nicht schon provokant genug, kursieren Berichte, wonach der Iran eine Durchfahrtsgebühr von bis zu zwei Millionen Dollar pro Schiff erheben wolle. Besonders pikant: Laut der Financial Times plane Teheran, diese Zahlungen in Kryptowährung einzufordern, um während des zweiwöchigen Waffenstillstands die Kontrolle über die Meerenge aufrechtzuerhalten. Hamid Hosseini, ein Sprecher der iranischen Öl-, Gas- und Petrochemie-Exporteursunion, habe dies bestätigt.
Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) der Vereinten Nationen stellte unmissverständlich klar, dass es kein internationales Abkommen gebe, das die Erhebung von Mautgebühren für die Durchfahrt internationaler Meerengen erlaube. Ein solcher Schritt würde einen „gefährlichen Präzedenzfall" schaffen, warnte ein IMO-Sprecher. Westliche Staats- und Regierungschefs lehnten die Zahlung solcher Gebühren kategorisch ab.
Einzelne Schiffe wagen die Passage – unter iranischer Aufsicht
Dennoch zeigen Schiffsverfolgungsdaten, dass einige Schiffe bereits die ungewöhnliche Route um die Insel Larak nehmen. Ein indischer LPG-Tanker, die Pine Gas, passierte die Meerenge auf dieser Route, ohne eine Mautgebühr zu entrichten und ohne von den Revolutionsgarden geentert zu werden, wie der leitende Offizier des Schiffes gegenüber Reuters bestätigte. Doch das britische Sicherheitsunternehmen Ambrey warnte eindringlich: Für Schiffe ohne iranische Genehmigung bestünden weiterhin erhebliche Risiken – insbesondere für solche, die mit Israel oder den USA in Verbindung stehen. Selbst Schiffe mit scheinbarer Genehmigung seien in den vergangenen Wochen während der Durchfahrt zurückgeschickt worden.
Indien in der Gaskrise, Japan wartet auf Anweisungen
Die Auswirkungen der Blockade treffen die Weltwirtschaft mit voller Wucht. Indien erlebt die schlimmste Gaskrise seit Jahrzehnten und hat bereits Rationierungen eingeführt, um die Versorgung der Haushalte sicherzustellen. Neu-Delhi erteilte Sondergenehmigungen für zwei iranische Ladungen – darunter Flüssiggas zum Kochen –, die auf einem älteren Tanker und einem unter Sanktionen stehenden Schiff transportiert werden.
Auch Japan spürt den Druck. Die Reederei Mitsui O.S.K. Lines habe es zwar geschafft, in den vergangenen Tagen drei Tanker durch die Meerenge zu bringen, warte nun aber auf Anweisungen der japanischen Regierung, wie unter dem Waffenstillstand weiter verfahren werden solle, erklärte Firmenchef Jotaro Tamura.
Trumps Waiver läuft aus – und dann?
Die USA hatten im vergangenen Monat überraschend eine Ausnahmegenehmigung für iranische Ölexporte erteilt, um die globale Versorgung zu stützen und den Preisanstieg zu dämpfen. Diese Genehmigung läuft am 19. April aus. Seit Kriegsbeginn hätten mindestens 23 iranische Tanker Asien erreicht und damit das Vorkriegsniveau gehalten, berichtete die US-Lobbygruppe United Against Nuclear Iran (UANI).
Unterdessen erwägt Präsident Trump offenbar, Teile der US-Truppen aus Europa abzuziehen – verärgert darüber, dass die NATO-Verbündeten bei der Sicherung der Straße von Hormus nicht ausreichend helfen würden. Ein Schritt, der die ohnehin angespannten transatlantischen Beziehungen weiter belasten dürfte.
Was bedeutet das für Deutschland und Europa?
Für Deutschland und Europa könnte diese Krise kaum zu einem schlechteren Zeitpunkt kommen. Die ohnehin fragile Energieversorgung des Kontinents, die seit dem Bruch mit russischen Gaslieferungen auf wackligen Beinen steht, wird durch die Hormus-Blockade zusätzlich unter Druck gesetzt. Die Energiepreise dürften weiter steigen, die Inflation wird angeheizt, und die Bürger werden einmal mehr die Zeche zahlen müssen.
Man fragt sich unweigerlich: Wo bleibt die strategische Weitsicht der europäischen Politik? Jahrelang hat man sich in Berlin und Brüssel in ideologischen Debatten über Klimaneutralität und Energiewende verloren, während die geopolitischen Realitäten ignoriert wurden. Wer seine Energieversorgung derart von instabilen Regionen und unberechenbaren Akteuren abhängig macht, darf sich über die Konsequenzen nicht wundern. Die Straße von Hormus führt uns einmal mehr vor Augen, wie verwundbar eine Wirtschaft ist, die ihre Souveränität in Energiefragen leichtfertig aufgegeben hat.
Risikoanalyst Torbjorn Soltvedt von Verisk Maplecroft brachte es auf den Punkt: Die meisten Reedereien dürften weiterhin vorsichtig agieren, und selbst bei einer deutlichen Zunahme des Verkehrs würden zwei Wochen nicht ausreichen, um den Rückstau abzubauen. Die Welt steht vor einer Ölkrise, deren Ende nicht absehbar ist – und physische Sachwerte wie Gold und Silber dürften in einem solchen Umfeld der Unsicherheit und Inflation einmal mehr ihre Rolle als verlässlicher Wertspeicher unter Beweis stellen.
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