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Kettner Edelmetalle
14.08.2026
06:53 Uhr
KI-generiert

Strom direkt aus dem Plasma: US-Firma gelingt Fusions-Coup

Strom direkt aus dem Plasma: US-Firma gelingt Fusions-Coup
Symbolbild: KI-generiert

In Madison im US-Bundesstaat Wisconsin hat das Start-up Realta Fusion am 19. Juni 2026 einen Versuch gefahren, der die Fusionsbranche aufhorchen lässt: Erstmals soll ein kommerzielles Unternehmen elektrischen Strom direkt aus einem Fusionsplasma gewonnen haben — ohne Dampf, ohne Turbine, ohne Generator. Die Ausbeute war bescheiden, die Symbolkraft gewaltig: Ein paar Glühbirnen leuchteten.

Der Umweg über den Dampfkessel entfällt

Fast jedes Kraftwerk der Welt funktioniert im Kern wie eine Dampfmaschine des 19. Jahrhunderts. Kohle, Gas, Uran — am Ende wird immer Wasser erhitzt, das eine Turbine antreibt. Auch die meisten geplanten Fusionskraftwerke folgen diesem Prinzip.

Realta geht einen anderen Weg. In der Versuchsanlage WHAM, einem sogenannten magnetischen Spiegelreaktor, entweichen geladene Teilchen bevorzugt an den Enden des Magnetfeldes. Dort bremst ein elektrostatisches System aus drei feinmaschigen Gittern die schnellen Teilchen ab — und überträgt deren Bewegungsenergie unmittelbar auf einen Stromkreis.

Das Ergebnis: mehrere Ampere bei rund 100 Volt, also einige Hundert Watt. Genug für ein paar Lampen, nicht für eine Stadt.

90 Prozent Wirkungsgrad — aber wovon?

Nach Unternehmensangaben hält Realta bei künftigen Direktwandlern Wirkungsgrade von über 90 Prozent für erreichbar. Thermische Kraftwerkskreisläufe kommen physikalisch bedingt nicht annähernd an solche Werte heran.

Vorsicht ist trotzdem geboten. Medienberichten zufolge bezieht sich der Wert nur auf jenen Teil der Fusionsenergie, der überhaupt in geladenen Teilchen steckt — bei der Deuterium-Tritium-Reaktion etwa ein Fünftel. Einen gemessenen Wirkungsgrad des Prototyps hat das Unternehmen bislang nicht veröffentlicht. Von einem Energieüberschuss ist die Anlage weit entfernt.

Firmenchef Kieran Furlong argumentiert Berichten zufolge vor allem betriebswirtschaftlich: Der direkt gewonnene Strom solle künftig das Plasma selbst heizen und so im Kreis geführt werden.

"Spinning a flywheel of electricity, if you like, is very beneficial" — so wird Furlong in Medienberichten zitiert.

Die Gesamtleistung eines kommerziellen Kraftwerks könne dadurch um 20 bis 30 Prozent steigen, schätzt er.

Von Hunderten Watt in den Megawattbereich

Als Nächstes sollen Wandler im Kilowattbereich folgen, später mehrere Megawatt. Die Bauteile müssen dabei dauerhaft extreme Temperaturen, Teilchenströme und elektromagnetische Lasten aushalten — genau daran sind ambitionierte Energieprojekte schon oft gescheitert.

Das Prinzip ist übrigens nicht neu: An magnetischen Spiegelanlagen wurde es bereits vor Jahrzehnten erforscht, ehe die Tokamak-Forschung dominierte. Realta hebt die alte Idee in ein modernes, privat finanziertes Programm. 2025 sammelte das Unternehmen 36 Millionen Dollar in einer Series-A-Runde ein; die WHAM-Anlage gehört der University of Wisconsin-Madison und wird als öffentlich-private Partnerschaft betrieben.

Und Deutschland?

Während in Wisconsin private Investoren Risikokapital in Reaktorphysik pumpen, diskutiert Deutschland seit Jahren über Netzentgelte, Industriestrompreise und Abschaltpläne. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Vorgang, wie schnell technologische Führung wandert, wenn Kapital, Universitäten und Unternehmergeist zusammenfinden — und wie teuer politische Ideologie beim Thema Energie werden kann.

Ob aus dem Laborversuch je ein Kraftwerk wird, ist offen. Bis dahin bleibt Energie teuer, bleibt Geldentwertung ein Risiko — und bleibt physisches Gold und Silber für viele Anleger eine bewährte Ergänzung im breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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