
Strompreis-Schock: Deutsche Haushalte zahlen fast viermal so viel wie Ungarn

Die neuesten Eurostat-Zahlen offenbaren ein erschreckendes Bild der deutschen Energiepolitik: Mit durchschnittlich 38,3 Cent pro Kilowattstunde zahlen deutsche Haushalte den höchsten Strompreis in ganz Europa. Während Ungarn seinen Bürgern Strom für lediglich 10,4 Cent anbietet, scheint die Merz-Regierung trotz vollmundiger Versprechen unfähig oder unwillig, die Bürger spürbar zu entlasten.
Ein europäischer Vergleich, der sprachlos macht
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Spanien verlangt von seinen Haushalten rund 26 Cent, Frankreich etwa 26,6 Cent pro Kilowattstunde. Und dann ist da Ungarn – jenes Land, das neue Atomkraftwerke baut, weiterhin russisches Pipelinegas über TurkStream importiert und deutschen Herstellern wie Bosch und Mercedes-Benz als attraktiver Produktionsstandort dient. Die Ironie könnte kaum größer sein: Während deutsche Politiker jahrelang die Energiewende als Erfolgsmodell priesen, wandern Unternehmen in Länder ab, die pragmatischere Wege gehen.
Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung erklärt die ungarischen Niedrigpreise mit staatlichen Preisdeckeln und massiven Subventionen. Der Staat greife dort direkt in die Preisbildung ein. Kurzfristig entlaste das Millionen Haushalte deutlich, langfristig sei das Modell jedoch riskant und fiskalisch wenig transparent.
Der deutsche Sonderweg: Markt ohne Entlastung
In Deutschland hingegen dominiert ein merkwürdiges Hybrid-System. Die Strompreise sind zwar stark marktgetrieben, doch staatliche Preisbestandteile spielen eine zentrale Rolle. Steuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelte machen heute einen Großteil des Strompreises aus, wie Christian Jekat, Sprecher des Berliner Grundversorgers Vattenfall, bestätigt.
Der staatliche Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten 2026 von rund 1,6 Cent klingt zunächst nach einem positiven Signal. Doch gemessen am Gesamtstrompreis entspricht das gerade einmal vier Prozent Entlastung – ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Stromsteuer für private Haushalte liegt weiterhin bei 2,05 Cent pro Kilowattstunde, obwohl eine Absenkung auf das EU-Mindestmaß von 0,1 Cent politisch angekündigt war. Hier zeigt sich einmal mehr: Versprechen werden gemacht, aber nicht gehalten.
Andere Länder, andere Lösungen
Der Blick über die Grenzen zeigt, dass es durchaus Alternativen gibt. Frankreich hält Haushaltsstrom über seinen staatlich dominierten Atomstrom vergleichsweise niedrig. Spanien und Portugal greifen regulierend in Netzentgelte ein. Italien entlastet Haushalte zeitweise über Steuern und Abgaben. Deutschland dagegen greift abgesehen von punktuellen Maßnahmen kaum ein – und das trotz der höchsten Haushaltsstrompreise in Europa.
„Eine dauerhafte Senkung der Stromsteuer auf das EU-Mindestmaß würde Haushalte sofort ohne neue Verzerrungen entlasten."
Diese Einschätzung der Energieexpertin Kemfert verdeutlicht, wo der Hebel liegt. Doch die Merz-Regierung setzt bislang vor allem auf Entlastungen für Unternehmen und Industrie. Die Stromsteuer ist historisch betrachtet nicht einmal eine Energie- oder Klimasteuer im engeren Sinne, sondern eine reine Fiskalsteuer, um die Rentenversicherung zu finanzieren und Haushaltslöcher zu stopfen. Der deutsche Bürger wird also zur Melkkuh degradiert.
Dynamische Tarife als Scheinlösung
Die Bundesnetzagentur setzt derweil auf sogenannte dynamische Stromtarife. Haushalte könnten Kosten senken, wenn sie ihren Verbrauch gezielt in Zeiten niedriger Preise verlagerten. Eine Familie soll also künftig nachts um drei Uhr die Waschmaschine anwerfen, um ein paar Cent zu sparen? Das klingt weniger nach einer Lösung als nach einer Zumutung für arbeitende Menschen mit geregeltem Tagesablauf.
Zu staatlichen Preisdeckeln oder direkten Eingriffen äußert sich die Behörde bezeichnenderweise nicht. Eine Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums zu möglichen weiteren Entlastungen für Haushalte liegt bislang nicht vor. Das Schweigen der Verantwortlichen spricht Bände.
Die Rechnung zahlt der Bürger
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft weist darauf hin, dass Deutschland bei Einbeziehung der Kaufkraft im EU-Vergleich Richtung Mittelfeld rücke. Doch für Haushalte ändert das wenig, denn Strom wird nicht nach Kaufkraft bezahlt, sondern in Euro pro Kilowattstunde. Und hier bleibt Deutschland unangefochten Spitzenreiter – allerdings im negativen Sinne.
Die deutsche Energiepolitik der vergangenen Jahre hat das Land in eine Sackgasse geführt. Der überstürzte Atomausstieg, die ideologisch getriebene Energiewende und die mangelnde Bereitschaft, die Bürger tatsächlich zu entlasten, zeigen ihre Wirkung. Während andere Länder pragmatische Lösungen finden, verharrt Deutschland in einer selbstgewählten Hochpreiszone. Die Zeche zahlen wie immer die Bürger – und die Industrie stimmt mit den Füßen ab und wandert ab.
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