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Kettner Edelmetalle
17.02.2026
19:08 Uhr

Südkoreas Werften im Höhenflug: Trumps Strafgebühren treiben China aus dem Markt

Die globale Schiffbauindustrie erlebt eine tektonische Verschiebung – und es ist ausgerechnet die kompromisslose Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump, die den Stein ins Rollen gebracht hat. Während China, der unangefochtene Platzhirsch im weltweiten Schiffbau, dramatische Auftragseinbrüche hinnehmen muss, fährt Südkorea einen beeindruckenden Kurs nach oben. Ein Lehrstück darüber, wie entschlossene Wirtschaftspolitik ganze Branchenstrukturen umwälzen kann.

Chinas Dominanz bröckelt – und Seoul profitiert

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Weltweit brachen die Neubestellungen im Schiffbau 2025 um satte 27 Prozent auf 56,42 Millionen kompensierte Bruttoregistertonnen (CGT) ein – der erste Rückgang seit zwei Jahren, wie das britische Forschungsinstitut Clarksons Research ermittelte. China hält zwar noch immer den Spitzenplatz, doch die Aufträge stürzten um 35 Prozent auf 35,36 Millionen CGT ab. Der Marktanteil des Reichs der Mitte schrumpfte auf 62,7 Prozent.

Südkorea hingegen schwimmt gegen den Strom. Die Bestellungen bei koreanischen Werften stiegen um acht Prozent auf 11,59 Millionen CGT, der Marktanteil kletterte auf 20,6 Prozent. Japan, traditionell die Nummer drei, erlebte dagegen einen regelrechten Absturz: minus 53 Prozent auf magere 2,77 Millionen CGT – gerade noch 4,9 Prozent Marktanteil.

Trumps Hafengebühren als Katalysator

Was steckt hinter dieser dramatischen Umverteilung? Im April 2025 kündigte die US-Regierung Gebühren für chinesisch gebaute Schiffe an, die amerikanische Häfen anlaufen – mit geplantem Inkrafttreten im Oktober 2025. Zwar wurde die Maßnahme nach einem chinesisch-amerikanischen Gipfeltreffen Ende Oktober um ein Jahr verschoben, doch der Schaden war bereits angerichtet. Die bloße Ankündigung genügte, um internationale Reedereien in Schockstarre zu versetzen. Wer investiert schon Hunderte Millionen in ein Schiff, das möglicherweise bald mit empfindlichen Zusatzkosten belegt wird?

Eine Einheit der China State Shipbuilding Corporation räumte freimütig ein, bei Vertragsverhandlungen im vergangenen Sommer benachteiligt gewesen zu sein. Die Tür stand weit offen – und südkoreanische Werften marschierten hindurch. HD Korea Shipbuilding & Offshore Engineering, der größte Schiffbaukonzern der Welt, benannte die schwächere Nachfrage bei chinesischen Konkurrenten explizit als Hauptgrund für den eigenen Auftragsschub.

Rekordergebnisse bei Südkoreas Branchenprimus

Die Bilanz kann sich sehen lassen: HD Korea Shipbuilding verzeichnete für das Geschäftsjahr 2024 Rekordzahlen. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf rund 29 Billionen Won (etwa 20,1 Milliarden US-Dollar), der Nettogewinn verdoppelte sich auf circa drei Billionen Won. Solche Zahlen lassen Aktionärsherzen höherschlagen – und sie demonstrieren eindrucksvoll, wie schnell sich geopolitische Weichenstellungen in handfeste wirtschaftliche Ergebnisse übersetzen.

Arbeitskräftemangel kreativ gelöst

Doch Südkoreas Erfolg fällt nicht vom Himmel. Die Regierung in Seoul hat mit bemerkenswertem Pragmatismus die Weichen gestellt. Bereits 2024 eröffnete man ein Ausbildungszentrum in Indonesien, um qualifizierte Arbeitskräfte – inklusive Koreanisch-Unterricht – auf den Einsatz in heimischen Werften vorzubereiten. Die Werften selbst erhöhten die Löhne und führten KI-gestützte Werkzeuge ein, um den Arbeitskräftemangel abzufedern. Ende 2024 arbeiteten rekordverdächtige 22.824 ausländische Beschäftigte im südkoreanischen Schiffbausektor – viermal so viele wie noch fünf Jahre zuvor. Ihr Anteil an der Gesamtbelegschaft übersteigt mittlerweile 20 Prozent.

Man mag von dieser Strategie halten, was man will – sie funktioniert. Und sie zeigt, dass eine Regierung, die ihre Schlüsselindustrien aktiv fördert, statt sie mit ideologischen Auflagen zu ersticken, durchaus Erfolge erzielen kann. Ein Gedanke, der manchem deutschen Politiker fremd erscheinen dürfte.

Japan im Abseits – und Deutschlands Lehren

Japans Schiffbauindustrie hingegen bietet ein warnendes Beispiel. Trotz der Auftragsabwanderung aus China konnte das Land der aufgehenden Sonne kaum profitieren. Die Exportverträge fielen 2025 um weitere 20 Prozent auf 8,93 Millionen Bruttoregistertonnen – das vierte Rückgangsjahr in Folge. Begrenzte Werftkapazitäten, bis etwa 2029 ausgebuchte Hellingen und chronischer Arbeitskräftemangel bremsen das Wachstum und treiben die Kosten in die Höhe.

Wer hier Parallelen zur deutschen Industriepolitik erkennt, liegt nicht ganz falsch. Auch hierzulande werden Kapazitätsengpässe, Fachkräftemangel und explodierende Kosten beklagt – während die Politik sich lieber mit Gendersternchen und Klimaneutralitätszielen beschäftigt, statt die industrielle Basis des Landes zu stärken.

Ausblick: Umweltauflagen als nächster Treiber

Für 2026 wird eine Erholung der globalen Nachfrage erwartet. Strengere Umweltvorschriften dürften Bestellungen für Schiffe mit Antrieben der nächsten Generation – Wasserstoff, Ammoniak – beschleunigen. HD Korea Shipbuilding hat sich für 2026 ein Auftragsziel von 23,3 Milliarden US-Dollar gesetzt, ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr.

China gibt sich derweil nicht geschlagen. Im Dezember platzierte die Cosco-Gruppe Aufträge im Wert von 50 Milliarden Yuan (rund 7,23 Milliarden US-Dollar) bei der China State Shipbuilding Corporation – ein koordinierter Kraftakt staatlicher Unternehmen, der die strategische Bedeutung des Sektors für Peking unterstreicht. Japan versucht ebenfalls einen Neustart: Imabari Shipbuilding schloss kürzlich die Übernahme von Japan Marine United ab, und die Regierung peilt eine Verdopplung der heimischen Schiffbaukapazität auf 18 Millionen Bruttoregistertonnen bis 2035 an.

Was Deutschland daraus lernen sollte

Die Umwälzungen im globalen Schiffbau sind mehr als eine Branchenmeldung. Sie sind ein Paradebeispiel dafür, wie entschlossene Wirtschafts- und Handelspolitik ganze Industriezweige umformen kann. Trumps Strafgebühren mögen umstritten sein – doch sie zeigen Wirkung. Sie schützen strategische Interessen und zwingen Marktteilnehmer zur Neuausrichtung. Südkorea wiederum demonstriert, wie eine Regierung ihre Industrie pragmatisch und zielgerichtet unterstützt, ohne sich in ideologischen Grabenkämpfen zu verlieren.

Deutschland, einst stolze Schiffbaunation, hat diese Industrie längst weitgehend aufgegeben. Die Lehre aus Seoul und Washington sollte jedoch über den Schiffbau hinausreichen: Wer seine industrielle Souveränität bewahren will, braucht eine Politik, die Wertschöpfung im eigenen Land fördert – und nicht systematisch vertreibt. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung wäre eine Gelegenheit, genau hier anzusetzen. Ob der politische Wille dafür ausreicht, bleibt abzuwarten.

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