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Kettner Edelmetalle
07.04.2026
06:08 Uhr

Taiwans Kehrtwende: Abgeschaltetes Atomkraftwerk soll wieder ans Netz

Während Deutschland seine letzten Kernkraftwerke im April 2023 in einem Akt ideologischer Selbstverstümmelung vom Netz nahm und sich damit weltweit zum energiepolitischen Sonderling machte, geht Taiwan nun den umgekehrten Weg. Die staatliche Taiwan Power Company hat offiziell den Antrag gestellt, das Kernkraftwerk Maanshan wieder in Betrieb zu nehmen. Ein Vorgang, der in seiner Symbolkraft kaum zu überschätzen ist – und der die deutsche Energiepolitik einmal mehr als das entlarvt, was sie ist: ein teurer Irrweg.

Vom Atomausstieg zur Atomrückkehr

Die Geschichte des taiwanesischen Atomausstiegs liest sich wie eine Blaupause für politische Realitätsverweigerung – mit dem entscheidenden Unterschied, dass Taiwan offenbar noch lernfähig ist. Die Demokratische Fortschrittspartei hatte 2016 die Wahl mit dem Versprechen eines „atomfreien" Taiwan bis 2025 gewonnen. Der geplante Energiemix sah 20 Prozent erneuerbare Energien, 50 Prozent Flüssiggas und 30 Prozent Kohle vor. Kommt einem das bekannt vor?

Die beiden Blöcke des Kernkraftwerks Maanshan gingen planmäßig im Juli 2024 und Mai 2025 vom Netz, als ihre 40-jährigen Betriebslizenzen ausliefen. Doch dann kam die Ernüchterung. Bereits bei einem Referendum im November 2018 hatten die taiwanesischen Bürger die entsprechende Gesetzesänderung zum Atomausstieg gekippt. Die Regierung ignorierte den Volkswillen zunächst – ein Muster, das auch hierzulande bestens bekannt sein dürfte.

Die Realität schlägt die Ideologie

Was Taiwan schließlich zur Kehrtwende zwang, waren keine philosophischen Erkenntnisse, sondern knallharte Fakten. Der explodierende Strombedarf durch Künstliche Intelligenz und die Halbleiterindustrie – Taiwan ist bekanntlich die Heimat von TSMC, dem wichtigsten Chiphersteller der Welt – machte die Energieversorgung zur Frage nationaler Sicherheit. Die massive Abhängigkeit von importiertem Flüssiggas erwies sich als strategische Achillesferse. Im Mai 2025 beschloss das Parlament auf Initiative der oppositionellen Kuomintang eine Reform des Atomrechts, die Laufzeitverlängerungen von 40 auf 60 Jahre ermöglicht.

Der damalige Wirtschaftsminister Shen Jong-chin hatte noch im Januar 2019 kategorisch erklärt, es werde „keine Verlängerung oder Neustarts von Kernkraftwerken in Taiwan geben". Sechs Jahre später ist diese Aussage Makulatur. Die Realität hat die Ideologie besiegt – zumindest in Taiwan.

Ein langer Weg zurück ans Netz

Freilich wird der Neustart kein Spaziergang. Der Nuclear Safety Council muss zunächst die eingereichten Unterlagen formal prüfen, bevor eine detaillierte technische Bewertung beginnen kann. Ein eigens zusammengestelltes Prüfgremium aus externen Fachleuten und behördeneigenen Spezialisten soll die Sicherheit nach internationalen Standards bewerten. Selbst bei einem positiven Votum würden anschließend noch 18 bis 24 Monate für unabhängige Sicherheitsinspektionen vergehen. Nachweise zur Alterungsbewertung, zum Strahlenschutz und zur Erdbebensicherheit – Taiwan liegt in einer seismisch hochaktiven Zone – müssen erbracht werden.

Das Verfahren ist komplex, keine Frage. Aber es findet statt. Taiwan stellt sich der Herausforderung, statt vor ihr davonzulaufen.

Deutschland als mahnendes Gegenbeispiel

Man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen, welch grotesken Kontrast die deutsche Energiepolitik zu diesen internationalen Entwicklungen bildet. Während Taiwan, die Niederlande, Schweden und die USA ihre Kernkraftkapazitäten ausbauen oder reaktivieren, hat Deutschland seine modernsten Meiler abgeschaltet und feiert dies als Fortschritt. Die Strompreise in Deutschland gehören zu den höchsten weltweit, die Industrie wandert ab, und die Versorgungssicherheit hängt am seidenen Faden russischer Gaslieferungen – oder eben deren Ausbleiben.

Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat bislang keinerlei Anstalten gemacht, diesen verhängnisvollen Kurs zu korrigieren. Stattdessen werden 500 Milliarden Euro Schulden aufgetürmt, die kommende Generationen abzahlen dürfen. Man fragt sich unwillkürlich: Wann wird auch in Berlin die Erkenntnis reifen, die in Taipeh bereits Gesetz geworden ist? Dass eine moderne Industrienation ohne zuverlässige Grundlastfähigkeit nicht überlebensfähig ist?

Taiwans Entscheidung ist mehr als eine energiepolitische Korrektur. Sie ist ein Signal an die Welt, dass pragmatische Vernunft ideologische Verblendung überwinden kann. Deutschland täte gut daran, hinzuschauen – bevor es endgültig zu spät ist.

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