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23.10.2026
14:54 Uhr
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Terror-Schüsse bei Paris: Todesfahrt mit automatischer Waffe!

Terror-Schüsse bei Paris: Todesfahrt mit automatischer Waffe!
Symbolbild: KI-generiert

Ein Toter, vier Schwerverletzte, darunter ein zwölfjähriges Mädchen: Am Freitagvormittag hat ein Mann in den Gemeinden Trappes und La Verrière westlich von Paris aus seinem Auto heraus auf Passanten gefeuert. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez stuft die Tat als Terroranschlag ein. Die Ermittler prüfen ein mögliches rassistisches Motiv.

Drei Tatorte, eine Spur der Gewalt

Was sich im Département Yvelines abspielte, klingt nach einem Albtraum. Nach Angaben von Nuñez eröffnete der mutmaßliche Täter an drei verschiedenen Stellen das Feuer und zielte dabei auf fünf Menschen. Er habe offenbar eine Waffe militärischer Bauart benutzt, zumindest aber eine automatische Waffe.

Der Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, sagte dem Sender BFMTV, unter anderem seien eine Tankstelle, ein Gesundheitszentrum und ein Spielplatz unter Beschuss geraten. Der Schütze habe erkennbar wahllos geschossen und ein Blutbad anrichten wollen. Dass es nicht mehr Opfer gegeben habe, nannte Rabeh ein Wunder.

In La Verrière traf es nach Angaben von Bürgermeister Nicolas Dainville das zwölfjährige Mädchen. Außerdem seien zwei Männer im Alter von 29 und 49 Jahren angegriffen und in Kliniken gebracht worden. Die Staatsanwaltschaft mahnt allerdings zur Vorsicht und will bestätigte Opferzahlen erst später nennen.

Festnahme in Coignières, Gasflaschen in der Wohnung

Lange konnte der Mann nicht fliehen. Medienberichten zufolge nahm die Polizei den 39-Jährigen kurz nach der Tat im nahen Coignières fest. Den Geheimdiensten war er nach bisherigen Erkenntnissen nicht bekannt. Genau das sollte nachdenklich machen.

Noch beunruhigender ist eine Meldung von BFMTV. Unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet der Sender, die Ermittler hätten bei der Durchsuchung seiner Wohnung präparierte Gasflaschen gefunden. Stimmt das, ging es womöglich um weit mehr als um eine Schießerei.

„Die Ermittlungen laufen noch, aber es handelt sich eindeutig um ein terroristisches Verbrechen.“

So äußerte sich Nuñez gegenüber Journalisten in Trappes.

Rassistisches Motiv im Fokus

Die nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat den Fall übernommen. Sie ermittelt unter anderem wegen gezielter Tötung im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben und wegen Waffendelikten. Unter Berufung auf den Staatsanwalt sagte Nuñez, die Tat könne rassistisch motiviert sein. Endgültig geklärt sei das Motiv aber noch nicht.

Französischen Medien zufolge war der Getötete ein Mann afrikanischer Herkunft. Ein weiteres Opfer nordafrikanischer Herkunft schwebe in Lebensgefahr. Präsident Emmanuel Macron zeigte sich auf X erschüttert und dankte den Einsatzkräften. Premierminister Sébastien Lecornu sprach von „sehr ernsten Vorfällen“.

Ein Land am Rande der Belastungsgrenze

Der Anschlag trifft Frankreich in einer ohnehin explosiven Lage. Für Samstag sind neue Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten angekündigt, nachdem es in der Vorwoche zu schweren Ausschreitungen gekommen war. Die Regierung zieht deutlich mehr Sicherheitskräfte zusammen.

Und es ist nicht der erste Schock in diesem Monat. Erst am 12. Oktober soll ein 14-Jähriger an einer Schule bei Marseille einen Schulleiter und eine Lehrkraft angeschossen haben. Auch diesen Fall hat die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft an sich gezogen.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt sich hier ein bitteres Muster: Der Staat erfährt von Gewalttätern oft erst dann, wenn sie schon geschossen haben. Wie ein Mann ohne Geheimdienstakte an eine automatische Waffe kommt, ist die Frage, die Paris jetzt schnell beantworten muss.

Auch für Deutschland ist das eine Mahnung. Wer innere Sicherheit ernst nimmt, darf bei Extremismus nicht wegsehen, egal aus welcher Richtung er kommt. Die Bürger haben Anspruch auf einen Staat, der Bedrohungen erkennt, bevor Kinder auf Spielplätzen ins Visier geraten. Betroffenheit allein reicht dafür nicht.

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