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Tödlicher Messerangriff auf Marius aus Trier: Eltern fürchten, dass der mutmaßliche Täter davonkommt

Tödlicher Messerangriff auf Marius aus Trier: Eltern fürchten, dass der mutmaßliche Täter davonkommt
Symbolbild: KI-generiert

Drei Monate nach dem tödlichen Messerangriff auf ihren Sohn Marius haben Elke und Thomas Dick eine neue Angst: Der tatverdächtige Afghane könnte für schuldunfähig erklärt werden. Dann würde er nicht ins Gefängnis kommen, sondern in die Psychiatrie. Die Eltern sind beide bis heute CDU-Mitglieder und gehen jetzt hart mit der Politik ins Gericht, auch mit ihrer eigenen Partei.

Ein Einkauf, ein Messer, ein ausgelöschtes Leben

Es geschah am 15. Juli in Trier. Der 22-jährige Geschichtsstudent war auf dem Heimweg vom Supermarkt, als ihn ein Mann mit einem Küchenmesser angriff. Mindestens zwei Stiche trafen ihn. Kurz darauf starb Marius im Krankenhaus.

Der mutmaßliche Angreifer war damals ebenfalls 22 Jahre alt und kannte sein Opfer laut den Berichten nicht. Er kam 2017 als unbegleiteter Minderjähriger nach Deutschland. Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Wegen eines Abschiebungsverbots durfte er trotzdem bleiben, und 2023 bekam er sogar eine unbefristete Niederlassungserlaubnis. Abgelehnt und trotzdem auf Dauer im Land: Viele Bürger verstehen diese Logik nicht mehr.

Psychiatrie statt Gefängnis?

Gleich nach der Tat kam der Verdächtige in eine geschlossene forensische Psychiatrie. Die Staatsanwaltschaft Trier ermittelt wegen Totschlags. Nach ihren Angaben war der Mann schon vor dem Angriff wegen einer psychischen Erkrankung in Behandlung. Ein Gutachten soll klären, ob er bei der Tat schuldfähig war. Mitte Oktober hieß es, die Ermittlungen seien fast abgeschlossen. Eine Entscheidung gibt es noch nicht.

Die Mutter macht deutlich, was sie davon hält:

„Für uns war dies ein Mord, und er sollte unserer Überzeugung nach als Mörder verurteilt werden“, sagt Elke Dick – auch wenn die Staatsanwaltschaft derzeit wegen Totschlags ermittelt.

Der Vater fürchtet noch etwas anderes. Ein Gutachter könnte den Mann irgendwann als ausreichend behandelt und ungefährlich einstufen, und dann könnte ein Gericht ihn entlassen. Die Unterbringung in der Psychiatrie hat kein festes Ende, sie wird aber regelmäßig überprüft. Marius ist tot. Der mutmaßliche Täter könnte eines Tages wieder frei sein.

„Beta-Tester“ im eigenen Land

Die Eltern stellen auch die Frage nach der Verantwortung. Warum durfte ein Mann mit abgelehntem Asylantrag, der offenbar psychiatrische Hilfe brauchte, dauerhaft bleiben? Thomas Dick wird deutlich: „Die lässt man seit 2015 unkontrolliert ins Land und die Bürger laufen als Beta-Tester herum.“ Seiner Meinung nach wissen die Behörden zu wenig über Herkunft, Vorgeschichte und psychische Erkrankungen der Menschen, die sie aufnehmen.

Pauschal urteilen will er aber nicht. Er unterscheidet klar zwischen illegaler Einwanderung und Menschen, die gut integriert sind, etwa die vielen Beschäftigten mit Migrationshintergrund im Gesundheitswesen. Es sei absurd, findet er, dass gut integrierte Ausländer abgeschoben würden, während andere trotz Ablehnung bleiben dürften. Er fordert konsequente Grenzkontrollen, ein Ende der illegalen Migration und Behörden, die beim Aufenthaltsrecht besser zusammenarbeiten.

CDU-Mitglieder gegen die Brandmauer

Auch die eigene Partei bekommt Kritik ab. Die Brandmauer zur AfD löse kein einziges Problem, sagen die Eltern. „Wir sagen es noch einmal explizit, die Brandmauer müsste endlich eingerissen werden“, verlangt Thomas Dick. Statt über ein Verbot der AfD zu streiten, sollten die Parteien seiner Ansicht nach gemeinsam nach Lösungen suchen.

Kanzler Friedrich Merz rief die Familie nach der Tat an, hochrangige Landespolitiker kamen zu Besuch. Danach hörten die Eltern nach eigener Aussage nichts mehr, auch nicht über politische Konsequenzen. Sie fühlen sich als „Opfer 2. Klasse“. Thomas Dick verweist auf das jährliche Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau 2020, zu dem regelmäßig hochrangige Politiker kommen. Ein solches Zeichen des Staates vermisst er für Opfer wie seinen Sohn. Gemeinsam mit der Initiative Trauerwache Deutschland setzt sich die Familie deshalb dafür ein, an Opfer tödlicher Gewalt stärker zu erinnern.

Eine Familie am Abgrund und trotzdem nicht still

Wie sehr die Familie leidet, zeigt der Vater. Im August erlitt er beim Tennis einen schweren Herzinfarkt. In einer fünfstündigen Operation bekam er fünf Bypässe und lag zeitweise im künstlichen Koma. Er selbst sieht in der seelischen Belastung einen wesentlichen Grund dafür.

Aus Sicht unserer Redaktion steht dieser Fall für ein Muster, das viele Bürger nicht länger hinnehmen wollen. Die Kriminalstatistik meldet nach offiziellen Angaben Rekordwerte und deutlich mehr Messerangriffe. Gleichzeitig müssen Eltern fürchten, als „Nazi“ beschimpft zu werden, wenn sie nach dem Tod ihres Kindes Fragen zur Migrationspolitik stellen. Elke Dick macht trotzdem weiter, wie sie sagt: „Damit anderen Eltern so etwas erspart bleibt.“

Hinweis der Redaktion: Für den Tatverdächtigen gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung. Die Staatsanwaltschaft Trier ermittelt derzeit wegen Totschlags; ob und in welcher Form eine Anklage erfolgt und ob der Beschuldigte als schuldfähig gilt, ist Gegenstand eines noch laufenden Gutachtens und einer gerichtlichen Entscheidung. Zitierte Einschätzungen der Eltern geben deren persönliche Bewertung der Tat wieder.

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