
Trump nach Wahl-Debakel: Lob für Demokraten, Abrechnung mit Abbott

Ein Präsident, der Fehler zugibt? Nicht ganz. Nach der krachenden Niederlage seiner Republikaner bei den US-Zwischenwahlen am 3. November hat Donald Trump den Demokraten überraschend gratuliert. Die Schuld am Debakel sucht der 80-Jährige allerdings überall, nur nicht bei sich selbst. Am härtesten trifft es Texas-Gouverneur Greg Abbott.
Plötzlich voll des Lobes
Im Telefoninterview mit Fox News schlug Trump ungewohnt versöhnliche Töne an. Die Demokraten hätten „gute Arbeit geleistet“ und „hart gekämpft“, sagte er. Eine persönliche Ohrfeige sehe er in dem Ergebnis nicht. Internationalen Berichten zufolge fügte er hinzu, die Gegenseite habe elf Jahre auf diesen Moment gewartet.
Das klingt fast staatsmännisch. Im Wahlkampf hatte Trump die Demokraten Medienberichten zufolge noch als Kommunisten beschimpft. Und wer genauer hinhört, merkt schnell: Die Großzügigkeit hat Grenzen.
Vom Verbündeten zum „RINO“ in wenigen Stunden
Greg Abbott, über Jahre einer der profiliertesten Republikaner des Landes, verlor sein Amt an die Demokratin Gina Hinojosa. Trump reagierte auf Truth Social mit einer Abrechnung. Er stempelte Abbott zum „RINO“ ab, zum „Republican in Name Only“, also einem Republikaner nur dem Namen nach.
Abbott sei in den letzten sechs Monaten seines politischen Lebens zu seinem alten Muster zurückgekehrt und habe sich von der MAGA-Bewegung abgewandt, so Trump. Pikant: Kurz vor Schließung der Wahllokale hatte er Abbott noch als stark und hoch angesehen gepriesen und seine Wahlempfehlung erneuert. Loyalität, so scheint es, gilt in Trumps Welt nur für Sieger.
Auch Texas' Senatssitz ging verloren. Der Demokrat James Talarico setzte sich laut Berichten gegen den Trump-Favoriten Ken Paxton durch. Ausgerechnet Texas, jahrzehntelang eine republikanische Festung.
„Wäre ich auf dem Zettel gewesen …“
Trumps zentrale Botschaft lautet: Schuld sind die Kandidaten vor Ort. Hätte er selbst zur Wahl gestanden, hätte es einen Erdrutschsieg gegeben. Auf Truth Social schrieb er:
„I wasn't on the Ballot and if I was, we would have won IN A LANDSLIDE!“
Eine bemerkenswerte Logik. Im Wahlkampf hatte Trump die Wähler immer wieder aufgefordert, so zu tun, als stünde er selbst auf dem Stimmzettel. Genau das haben sie offenbar getan. Gegenüber Fox News räumte er laut Berichten immerhin ein, der Iran-Krieg und die gestiegenen Spritpreise könnten eine Rolle gespielt haben.
Alte Umfragen als Trostpflaster
Gleichzeitig verbreitete Trump CNN-Clips, in denen 53 Prozent der republikanischen Wähler ihn als meistbewunderten Präsidenten nannten, nur 18 Prozent Ronald Reagan. Der Haken: Die Umfrage stammt aus dem Mai, der Mitschnitt aus dem August. Mit der Wahlnacht hat beides nichts zu tun.
Washington droht der Stillstand
Die Machtverhältnisse sind jetzt eindeutig. Die Demokraten kontrollieren in den letzten zwei Jahren von Trumps Amtszeit beide Kammern des Kongresses, im Senat Berichten zufolge mit mindestens 52 Sitzen. Selbst in Kansas, Ohio, Iowa und South Carolina eroberten sie Sitze. Nachwahlbefragungen von NBC deuten auf ein massives Mobilisierungsproblem hin, vor allem bei jungen Wählern und Hispanics.
Gegenüber der New York Times versicherte Trump, er akzeptiere das Ergebnis. Doch dann postete er eine rote MAGA-Mütze mit dem Schriftzug „VETO“. Die Botschaft ist klar: Gesetze der Demokraten will er blockieren.
Für Europa und die exportabhängige deutsche Wirtschaft verheißt das wenig Gutes. Gegenseitige Blockade in Washington, ein ungelöster Iran-Konflikt und Trumps Zollpolitik ergeben eine explosive Mischung aus Unsicherheit. Gerade in solchen Phasen haben physische Edelmetalle wie Gold und Silber ihren Ruf als krisenfester Anker in einem breit gestreuten Vermögen immer wieder bestätigt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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