
Trumps Öl-Schachzug: Wie Venezuela zum Hebel gegen Russland und China wird
Was auf den ersten Blick wie eine unscheinbare Lizenzerteilung des US-Finanzministeriums aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als geopolitischer Paukenschlag mit weitreichenden Konsequenzen für den globalen Energiemarkt. Die sogenannte "Venezuela General License 48" erlaubt US-Unternehmen zwar die Zusammenarbeit mit venezolanischen Energiefirmen – knüpft diese Erlaubnis jedoch an Bedingungen, die es in sich haben.
Die versteckte Botschaft hinter der Lizenz
Die neue Regelung gestattet amerikanischen Firmen, Güter, Technologie, Software und Dienstleistungen für die Exploration, Entwicklung und Produktion von Öl und Gas in Venezuela bereitzustellen. Klingt harmlos. Doch die beiden angehängten Klauseln verändern das gesamte Spielfeld: Erstens müssen sämtliche Verträge der Partnerunternehmen dem US-Recht unterliegen. Zweitens – und hier wird es brisant – sind jegliche Transaktionen mit Russland, Iran, Nordkorea, Kuba und China ausdrücklich untersagt.
De facto handelt es sich also um ein Verbot für venezolanische Ölproduzenten, Geschäfte mit den wichtigsten geopolitischen Rivalen der Vereinigten Staaten zu tätigen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte bereits vor der offiziellen Veröffentlichung der Lizenz beklagt, dass russische Unternehmen „offen aus Venezuela verdrängt" würden. Die Regierung von Delcy Rodríguez habe diese Politik unter amerikanischem Druck bereits informell umgesetzt.
Indien als Schlüsselfigur im Energiepoker
Die eigentliche strategische Dimension dieser Maßnahme offenbart sich erst im Zusammenspiel mit Trumps jüngsten Handelsvereinbarungen. Der US-Präsident hatte Anfang des Monats damit geprahlt, dass Indien im Rahmen eines bilateralen Handelsabkommens zugestimmt habe, den Kauf russischen Öls einzustellen und stattdessen auf amerikanisches sowie möglicherweise venezolanisches Öl umzusteigen.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: China importierte im vergangenen Jahr durchschnittlich 642.000 Barrel venezolanisches Öl pro Tag. Sollte Peking tatsächlich aus dem venezolanischen Energiegeschäft gedrängt werden, könnte Indien diese Mengen übernehmen. Das entspräche mehr als der Hälfte der rund eine Million Barrel pro Tag, die Neu-Delhi zuletzt aus Russland bezog. Eine solche Verschiebung würde Moskaus Haushaltseinnahmen empfindlich treffen.
Die „Strategie der Verweigerung" als Blaupause
Hinter diesem Manöver steckt eine durchdachte Doktrin. Die sogenannte „Strategy of Denial" des einflussreichen Strategen Elbridge Colby zielt darauf ab, systemischen Rivalen der USA den Zugang zu strategischen Ressourcen zu verwehren. Trump setzt diese Strategie offenbar konsequent um – allerdings mit der für ihn typischen Mischung aus öffentlicher Freundlichkeit und harter Realpolitik hinter den Kulissen.
Noch vor kurzem hatte Trump chinesische Investitionen in Venezuelas Energiesektor öffentlich begrüßt. Im Rückblick dürfte dies jedoch lediglich taktisches Kalkül gewesen sein, um die laufenden Handelsgespräche mit Peking nicht zu gefährden. Ein offenes Bekenntnis, China den Zugang zu venezolanischen Ressourcen abschneiden zu wollen, hätte Xi Jinping kaum zu einem Handelsabkommen bewegen können. Also wählte Washington den leisen Weg über eine Lizenzregelung.
Europas Lehrstunde in Energiepolitik
Während die USA mit chirurgischer Präzision globale Energieströme umlenken, sollte man in Berlin und Brüssel genau hinschauen. Denn was Trump hier vorexerziert, ist nichts anderes als knallharte Interessenpolitik – etwas, das der deutschen Bundesregierung seit Jahren fremd zu sein scheint. Statt eigene Energiequellen zu sichern und strategische Partnerschaften aufzubauen, hat man sich in Deutschland jahrelang in ideologische Debatten über Windräder und Wärmepumpen verstrickt, während andere Nationen Fakten schaffen.
Die USA überwachen nach eigenen Angaben bereits aktiv Indiens direkte und indirekte Importe russischen Öls. Sollte Washington diese Politik auch auf iranische Ölexporte nach China ausweiten, könnte Indiens Import russischen Öls nicht nur halbiert, sondern vollständig auf null gefahren werden. Ein Szenario, das den globalen Energiemarkt fundamental umstrukturieren würde – und das zeigt, wie entscheidend der Zugang zu physischen Rohstoffen in einer zunehmend fragmentierten Welt bleibt.
Für Anleger unterstreicht diese Entwicklung einmal mehr, wie fragil globale Lieferketten und Energiemärkte geworden sind. In Zeiten, in denen Großmächte Rohstoffe als geopolitische Waffen einsetzen, gewinnen physische Edelmetalle wie Gold und Silber als krisensichere Vermögenswerte zusätzlich an Bedeutung. Sie sind keiner Sanktionspolitik unterworfen, nicht von Lizenzen abhängig und bieten genau jene Unabhängigkeit, die in einer Welt der Energiekriege und Handelsblockaden unbezahlbar ist.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.
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