
Trumps radikaler NATO-Umbau: Zurück zu den „Werkseinstellungen"
Was sich hinter den verschlossenen Türen des NATO-Hauptquartiers in Brüssel abspielt, dürfte so manchen europäischen Verteidigungsminister in kalten Schweiß ausbrechen lassen. Die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump drängen das westliche Militärbündnis zu einem fundamentalen Kurswechsel – weg von globalen Missionen, weg von Krisenmanagement in fernen Weltregionen, zurück zum Kerngeschäft: der Verteidigung des euroatlantischen Raums. Intern hat dieser Vorstoß bereits einen bezeichnenden Spitznamen erhalten: „Return to factory settings" – die Rückkehr zu den Werkseinstellungen.
Das Ende der „ewigen Kriege"?
Konkret fordert Washington von seinen Verbündeten, die NATO-Beratungsmission im Irak bereits im September dieses Jahres zu beenden. Ausgerechnet jene Mission, die 2018 unter Trumps erster Amtszeit ins Leben gerufen und seither auf Bitten Bagdads mehrfach ausgeweitet wurde. Parallel dazu plant die US-Regierung den Abzug von rund 2.500 amerikanischen Soldaten aus dem Irak – ein Schritt, den ein Regierungsvertreter als Teil von Trumps „Verpflichtung zur Beendigung ewiger Kriege" bezeichnete.
Man mag von Trump halten, was man will – doch in diesem Punkt trifft er einen Nerv. Seit Jahrzehnten haben westliche Nationen Milliarden in Auslandseinsätze gepumpt, deren Erfolge bestenfalls als durchwachsen bezeichnet werden können. Die Frage, ob es wirklich Aufgabe der NATO sein sollte, irakische Polizisten auszubilden, während in Europa selbst die Verteidigungsfähigkeit erodiert, ist durchaus berechtigt. Experten warnen allerdings, dass ein überstürzter Abzug Milizgruppen stärken und die kurdische Regionalregierung im Nordirak destabilisieren könnte.
Kosovo: Ein Pulverfass, das niemand entschärfen will
Noch brisanter ist Washingtons Signal, auch die NATO-geführte Kosovo-Truppe KFOR herunterfahren zu wollen. Diese von den Vereinten Nationen mandatierte Friedensmission, die seit 1999 nach den jugoslawischen Kriegen im Einsatz ist, umfasst derzeit etwa 4.500 Soldaten. Für europäische Verbündete ist dieser Vorstoß ein regelrechter Albtraum.
Und das aus gutem Grund. Der Westbalkan ist kein Ort, an dem man leichtfertig Sicherheitsgarantien zurückzieht. Fachleute warnen eindringlich: Ein NATO-Rückzug könnte serbische Separatisten im Norden Kosovos ermutigen und einen gefährlichen Dominoeffekt auslösen – bis hin zur Republika Srpska in Bosnien. „Die Dinge auf dem Westbalkan können schnell eskalieren", mahnte ein hochrangiger NATO-Diplomat. Wer die Geschichte dieser Region kennt, weiß, dass dies keine leere Floskel ist.
Europa muss endlich erwachsen werden
Was Trump hier betreibt, ist im Kern nichts anderes als die konsequente Umsetzung dessen, was er seit Jahren predigt: Europa soll für seine eigene Sicherheit bezahlen und kämpfen. Der stellvertretende Pentagon-Chef Elbridge Colby brachte es auf den Punkt, als er vor den Verteidigungsministern der Allianz erklärte: „Nicht jede Mission kann oberste Priorität haben. Nicht jede Fähigkeit muss vergoldet sein." Der Maßstab müsse sein, ob europäische Streitkräfte in den entscheidenden Szenarien kämpfen, durchhalten und siegen könnten.
Für Deutschland, das jahrzehntelang unter dem amerikanischen Sicherheitsschirm seine Bundeswehr hat verkommen lassen, ist diese Botschaft besonders unbequem. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur auf den Weg gebracht – doch ob davon genug in die tatsächliche Verteidigungsfähigkeit fließt, steht auf einem ganz anderen Blatt. Während Berlin Milliarden für ideologische Projekte und eine aufgeblähte Bürokratie verpulvert, fehlt es der Bundeswehr an allem: an Munition, an einsatzfähigem Gerät, an Personal.
Ukraine und Indopazifik-Partner vor verschlossenen Türen
Besonders pikant ist Washingtons Forderung, weder die Ukraine noch die vier offiziellen Indopazifik-Partner der NATO – Australien, Neuseeland, Japan und Südkorea – zu den formellen Sitzungen des Gipfeltreffens im Juli in Ankara einzuladen. Die Länder könnten allenfalls an Nebenveranstaltungen teilnehmen. Eine ehemalige NATO-Sprecherin kommentierte trocken, dies würde „ein Signal senden, dass der Fokus viel stärker auf den Kernthemen der NATO liegt".
Für Kiew ist das ein herber Schlag. Während der Ukraine-Krieg unvermindert andauert und europäische Staaten gebetsmühlenartig ihre Solidarität beteuern, wird das Land bei der wichtigsten sicherheitspolitischen Veranstaltung des Jahres an den Katzentisch verbannt. Die Botschaft ist unmissverständlich: Trump betrachtet die NATO nicht als Vehikel für globale Wertegemeinschaft, sondern als das, was sie ursprünglich war – ein Verteidigungsbündnis mit klar definierten geographischen Grenzen.
Auch die Öffentlichkeitsarbeit wird zusammengestrichen
Selbst das traditionelle öffentliche Forum am Rande des NATO-Gipfels – eine Veranstaltung, bei der Staats- und Regierungschefs, Verteidigungsexperten und Regierungsvertreter auf Podien diskutieren – soll in diesem Jahr gestrichen werden. Stattdessen werde es ein „Defence Industry Forum" geben, teilte die NATO mit. Offiziell wird die Maßnahme mit Kosteneinsparungen begründet. Doch Diplomaten vermuten dahinter auch den indirekten Druck Washingtons, das einen regelrechten Kreuzzug gegen die Finanzierung internationaler Organisationen führt.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte, der seit Ende 2024 im Amt ist, hat die Abteilung für öffentliche Diplomatie ohnehin bereits verschlankt und umstrukturiert. Kritiker halten das für einen schweren Fehler – gerade in einer Zeit, in der das Bündnis die Öffentlichkeit von der Notwendigkeit höherer Verteidigungsausgaben überzeugen muss.
Ein überfälliger Realitätscheck
Trumps NATO-Offensive mag vielen europäischen Politikern missfallen. Doch sie zwingt den alten Kontinent zu einer längst überfälligen Selbstbesinnung. Jahrzehntelang hat sich Europa in der bequemen Illusion gewiegt, die Amerikaner würden schon für die Sicherheit sorgen, während man selbst das Geld lieber in Sozialleistungen und grüne Transformationsprojekte steckte. Diese Zeiten sind vorbei.
Ob die europäischen NATO-Mitglieder – allen voran Deutschland – dieser Herausforderung gewachsen sind, wird sich zeigen. Die bisherige Bilanz stimmt nicht gerade optimistisch. Doch eines steht fest: In Zeiten geopolitischer Umbrüche, in denen die Welt unsicherer wird und traditionelle Allianzen auf dem Prüfstand stehen, ist physisches Gold und Silber als krisenfester Vermögensschutz wichtiger denn je. Wer sein Vermögen nicht allein dem guten Willen von Politikern und Zentralbanken anvertrauen möchte, tut gut daran, Edelmetalle als festen Bestandteil eines breit diversifizierten Portfolios zu betrachten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.
Papiervs.PhysischWarum echtes Metall jetzt alles entscheidet
Keine Kreditkarte erforderlich • Keine versteckten Kosten
Ihre Experten im Webinar:

Dominik Kettner
CEO Kettner Edelmetalle

Jochen Staiger
Rohstoffexperte

Rick Rule
Rohstoff-Legende

Alasdair Macleod
Chefstratege GoldMoney
Top-Experten
Dominik Kettner & Star-Gäste
Live Q&A
Ihre Fragen
15.000€ Gold
zu gewinnen
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik















