
Trumps Zollpolitik füllt die Staatskasse: US-Haushaltsdefizit schrumpft um ein Viertel
Während in Deutschland die neue Große Koalition unter Friedrich Merz mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die Schuldenspirale munter weiterdreht, zeigt sich jenseits des Atlantiks ein bemerkenswertes Bild: Die Vereinigten Staaten haben ihr Haushaltsdefizit im Januar deutlich reduziert – und das ausgerechnet dank jener Zollpolitik, die in europäischen Hauptstädten für Entsetzen sorgt.
95 Milliarden Dollar Defizit – ein Rückgang um 26 Prozent
Das US-Finanzministerium vermeldete am Mittwoch ein Januardefizit von 95 Milliarden Dollar. Das klingt nach viel Geld, ist aber 34 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahresmonat – ein Rückgang von satten 26 Prozent. Bereinigt man die Zahlen um kalenderbedingte Verschiebungen bei Sozialleistungen, die durch Feiertage und Wochenenden entstehen, wäre das Defizit sogar um 63 Prozent geschrumpft. Von 82 Milliarden auf gerade einmal 30 Milliarden Dollar.
Die Einnahmen des Bundes stiegen im Januar auf 560 Milliarden Dollar – ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ausgaben wuchsen hingegen nur um bescheidene 2 Prozent auf 655 Milliarden Dollar. Sowohl Einnahmen als auch Ausgaben stellten Rekordwerte für den Monat Januar dar, doch das Defizit selbst war kein Rekord – ein Detail, das die Richtung der fiskalischen Entwicklung unterstreicht.
Zölle als Gelddruck-Maschine
Der eigentliche Treiber dieser Entwicklung ist so offensichtlich wie politisch brisant: Donald Trumps aggressive Zollpolitik. Die Nettozolleinnahmen beliefen sich im Januar auf 27,7 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Im Januar 2025, dem Monat, in dem Trump sein Amt antrat und noch lange bevor seine großen Zollankündigungen kamen, lagen die Zolleinnahmen bei mageren 7,3 Milliarden Dollar. Eine Vervierfachung innerhalb eines Jahres.
Noch eindrucksvoller sind die kumulierten Zahlen für das laufende Fiskaljahr, das am 1. Oktober begann. In den ersten vier Monaten summierten sich die Nettozolleinnahmen auf 117,7 Milliarden Dollar – gegenüber lediglich 28,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Man muss kein Mathematiker sein, um zu erkennen, dass hier eine fundamentale Verschiebung stattfindet.
Das Gesamtbild der ersten vier Fiskalmonate
Über den Zeitraum Oktober bis Januar betrachtet, fiel das kumulierte Defizit auf 697 Milliarden Dollar – ein Rückgang von 143 Milliarden oder 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Gesamteinnahmen kletterten um 12 Prozent auf 1,785 Billionen Dollar, während die Ausgaben mit 2,482 Billionen Dollar nur um 2 Prozent zulegten.
Einen zusätzlichen positiven Effekt hatte ein seltener Rückgang der Zinszahlungen auf die Staatsschulden. Im Januar sanken diese um 12 Milliarden Dollar auf 72 Milliarden – ein Umstand, der laut Finanzministerium auf nachträgliche Anpassungen bei inflationsgebundenen Wertpapieren zurückzuführen sei, die durch den letztjährigen Government Shutdown und verzögerte Verbraucherpreisdaten verursacht worden wären. Allerdings bleibt die Zinslast insgesamt erdrückend: Im bisherigen Fiskaljahr beliefen sich die Zinszahlungen auf 426 Milliarden Dollar – ein Rekord, der um 34 Milliarden oder 9 Prozent über dem Vorjahr liegt.
Was Europa von Amerika lernen könnte
Während Trump also mit seiner – zugegebenermaßen rabiaten – Handelspolitik die Staatseinnahmen sprudeln lässt, verharrt Europa in einer Mischung aus Empörung und Hilflosigkeit. Die 20-prozentigen Zölle auf EU-Importe treffen die europäische Exportwirtschaft hart, doch statt mit eigener wirtschaftlicher Stärke zu antworten, flüchtet man sich in Brüssel in Appelle und Verhandlungsrunden.
Besonders pikant ist der Kontrast zur deutschen Haushaltspolitik. Während die USA ihr Defizit aktiv reduzieren, hat die neue Bundesregierung unter Merz gerade erst ein gigantisches Schuldenpaket geschnürt, das kommende Generationen mit Zins- und Tilgungslasten belasten wird. Das Versprechen, keine neuen Schulden zu machen, hat sich als das entpuppt, was viele Bürger von Anfang an befürchteten: heiße Luft.
Für Anleger bleibt die Erkenntnis, dass fiskalische Disziplin und eine starke Währung langfristig zusammenhängen. In Zeiten, in denen Staaten weltweit ihre Schulden aufblähen und die Zinslast auf Rekordhöhen klettert, erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Gold und Silber kennen keine Staatsverschuldung, keine Zinslasten und keine politischen Versprechen, die gebrochen werden.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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