
Vance rechnet ab: Kostete der Iran-Krieg Trump den Kongress?

Paukenschlag aus Washington, nur Stunden nach der Wahl: US-Vizepräsident JD Vance macht den Krieg gegen den Iran für das Debakel der Republikaner bei den Zwischenwahlen verantwortlich. Bei der Abstimmung am Dienstag, 3. November, hatten die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat erobert. Damit stellt sich Vance offen gegen die Linie seines eigenen Präsidenten.
Ein Post wie ein Donnerschlag
Vance wählte am Mittwoch den direkten Weg über die Plattform X. Sein langer Beitrag erreichte binnen Stunden mehr als 23 Millionen Aufrufe. Die Kernbotschaft ist so knapp wie brisant:
„Der Grund, warum wir verloren haben, ist der Krieg. Der Präsident selbst hat das gestern Abend gesagt.“
An der Mobilisierung habe es dabei nicht gelegen, betonte Vance. Die eigenen Wähler seien zur Urne gegangen. In Florida etwa habe der Anteil republikanischer Wähler neun Prozentpunkte über dem der Demokraten gelegen – kaum schlechter als 2024. Das eigentliche Problem sei ein anderes: Viele, die 2024 noch für Trump und Vance gestimmt hätten, hätten nun ihr Kreuz bei den Demokraten gemacht.
Die Warnsignale waren längst da
Überraschend kam das offenbar nicht. Schon vor der Wahl habe ihn ein Datenanalyst gewarnt, schrieb Vance: Die Anhänger gingen zwar wählen, stimmten aber womöglich nicht mehr für die eigene Partei. Ein von ihm geschätzter Meinungsforscher habe zudem eine Niederlage bei der landesweiten Parteienpräferenz um 13 Prozentpunkte vorhergesagt.
Dieser Forscher habe abtrünnige Trump-Wähler gefragt, was sie zurückholen könnte. Vier Antworten hätten fast alle Rückmeldungen abgedeckt:
- Den Krieg beenden
- Sich auf Lebenshaltungskosten und Inflation konzentrieren
- Amerika an die erste Stelle setzen
- Das Verhältnis zu Israel verändern
Vance räumte ein, die wirtschaftspolitische Botschaft sei im Wahlkampf nicht scharf genug gewesen. Der wahre Grund sei aber für fast jeden offensichtlich. Wer meine, der Krieg sei den Verlust des Senats für die kommenden sechs Jahre wert gewesen, solle das offen vertreten, so Vance sinngemäß. Bemerkenswert auch seine Warnung: In den kommenden Monaten würden Establishment-Politiker eine Amnestie für illegale Einwanderer als Lösung anpreisen. Wer das tue, sage nicht die Wahrheit.
Trump bleibt stur
Der Präsident selbst gibt sich unbeirrt. Gegenüber Fox News nannte Trump den Krieg zwar einen Faktor der Niederlage, Berichten zufolge sprach er von höheren Spritpreisen als „kurzfristiger Folge“. Am Kurs hält er aber fest. Dem Wall Street Journal sagte er:
„Ich habe das Richtige getan. Ich würde es wieder tun.“
Die Wählerbefragung der Nachrichtenagentur AP unter mehr als 100.000 Bürgern zeichnet ein differenziertes Bild. Rund 60 Prozent hielten den Krieg gegen den Iran für einen Fehler. Doch nur etwa ein Drittel nannte ihn als ausschlaggebend. Lebenshaltungskosten und Korruption wogen für viele schwerer. Und genau dort liegt die Ironie: Krieg treibt Ölpreise, Ölpreise treiben die Inflation – beides zahlt am Ende der Bürger an der Zapfsäule.
Machtkampf um das Erbe von „America First“
Beobachter in US-Medien deuten Vances Vorstoß als gezielte Distanzierung mit Blick auf eine mögliche Präsidentschaftskandidatur 2028. Der Vize positioniert sich als Stimme jener Basis, die einst für ein Ende kostspieliger Auslandsabenteuer gestimmt hatte. Teheran nutzt die Lage bereits propagandistisch: Irans Chefunterhändler erklärte laut Berichten, das Ergebnis zeige, dass die Amerikaner den Krieg ablehnten.
Die Märkte reagierten prompt. Laut Wall Street Journal fiel die Nordseesorte Brent am Mittwoch zeitweise um 9,3 Prozent auf 93,90 Dollar je Barrel – Händler hoffen auf eine Lösung im Nahen Osten. Ob sie kommt, ist offen. Sicher ist nur: Washington steht vor zwei Jahren der Blockade, und Unsicherheit bleibt der ständige Begleiter der Weltwirtschaft. Wer sein Erspartes gegen solche Erschütterungen absichern will, findet in physischem Gold und Silber seit jeher eine bewährte Beimischung.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.
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