
Vereinte Nationen am Abgrund: Trump als Retter in der Not – doch zu welchem Preis?

Die Weltorganisation steht vor dem finanziellen Kollaps. Während UN-Generalsekretär António Guterres in dramatischen Worten vor dem Zusammenbruch warnt, bietet ausgerechnet Donald Trump seine Hilfe an. Der US-Präsident, der die Vereinten Nationen in der Vergangenheit scharf kritisierte, sieht plötzlich „gewaltiges Potenzial" – fordert aber im Gegenzug fundamentale Reformen.
1,87 Milliarden Dollar Außenstände: Die UNO als zahlungsunfähiger Riese
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Zum 30. September 2025 beliefen sich die offenen Forderungen der Vereinten Nationen auf sage und schreibe 1,87 Milliarden US-Dollar. Davon entfallen allein 1,5 Milliarden auf die Vereinigten Staaten. Die „New York Times" berichtete unter Berufung auf hochrangige UNO-Funktionäre, dass der Organisation bereits im Juli das Geld ausgehen könnte. Ein Szenario, das noch vor wenigen Jahren undenkbar schien.
Guterres hatte in einem Schreiben an die Mitgliedstaaten Ende Januar auf die prekäre Lage hingewiesen. Viele Länder hätten ihre Beiträge nicht vollständig oder rechtzeitig entrichtet. Die Konsequenzen sind bereits spürbar: Im Vorjahr musste die UNO ihren Mitarbeiterstab von 13.809 auf 11.594 Personen reduzieren – ein Aderlass von über 2.200 Stellen.
Trumps Angebot: Hilfe ja, aber nur mit Bedingungen
Der US-Präsident reagierte auf die Berichte mit einer für ihn typischen Mischung aus Selbstbewusstsein und Pragmatismus. Gegenüber „Politico" erklärte er, ihm sei nicht bewusst gewesen, dass die USA der UNO noch Geld schulden würden. Das Problem könne er jedoch „sehr leicht" lösen:
„Kämen sie zu Trump und sagten es ihm, würde ich alle dazu bringen, zu zahlen, genauso wie ich die NATO dazu gebracht habe. Alles, was ich tun muss, ist, diese Länder anzurufen. Sie würden innerhalb von Minuten Schecks schicken."
Tatsächlich hatte Trump im vergangenen Jahr erheblichen Druck auf die NATO-Bündnispartner ausgeübt. Mit Erfolg: Im Juni stimmten alle Mitglieder außer Spanien zu, ihre Verteidigungsausgaben bis 2035 auf fünf Prozent zu erhöhen. Ein Verhandlungserfolg, den ihm selbst Kritiker nicht absprechen können.
Die ultralinke Agenda als Kernproblem
Doch die US-Regierung hat sich in den vergangenen Monaten deutlich von der Agenda der Vereinten Nationen distanziert. Am 7. Januar erging ein Memorandum, das allen zuständigen Stellen die Anordnung erteilte, Teilnahme und Finanzierung von 31 UNO-Organisationen sowie 35 weiteren internationalen Einrichtungen einzustellen. Die Begründung: Diese agierten konträr zu nationalen Interessen, Sicherheit, wirtschaftlicher Prosperität und Souveränität der USA.
Hillel Neuer, Chef der Organisation UN Watch, brachte das Problem auf den Punkt. Weite Teile der UNO hätten sich eine „ultralinke Agenda" zu eigen gemacht, die von der Realität abgehoben und gegenüber Widerspruch intolerant sei:
„Das hat nicht nur Präsident Trump, sondern viele demokratische Regierungen entfremdet. Die UNO war als Forum und nicht als politische Bewegung gedacht."
Reformdruck und personelle Neuausrichtung
Die Amtszeit von Guterres endet im Dezember. Als Favorit für die Nachfolge gilt derzeit Rafael Mariano Grossi, der Leiter der Internationalen Atomenergieorganisation. Dieser bekannte sich bereits zu einer „gezielten, leistungsorientierten Erneuerung" und versprach mehr Effizienz.
Ob das ausreicht, um die Vereinten Nationen wieder auf Kurs zu bringen, bleibt fraglich. Die USA haben im Vorjahr auch die Auslandshilfsorganisation USAID aufgelöst. Außenminister Marco Rubio begründete dies mit ernüchternden Worten: Entwicklungsziele seien selten erreicht worden, die Instabilität habe sich oft verschärft, und die antiamerikanische Stimmung sei nur gewachsen.
Die Krise der Vereinten Nationen ist symptomatisch für den Zustand vieler internationaler Organisationen. Aufgebläht, ideologisch verblendet und zunehmend ineffizient haben sie das Vertrauen ihrer wichtigsten Geldgeber verspielt. Dass ausgerechnet Trump nun als potenzieller Retter auftritt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie – zeigt aber auch, wie weit sich die UNO von ihrem ursprünglichen Auftrag entfernt hat.

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