
„Verrecken“: Grünen-Chef fordert Klimaanlagen-Milliarden vom Staat

Grünen-Chef Felix Banaszak hat mit drastischen Worten mehr staatlichen Hitzeschutz verlangt. In einem Interview mit dem Nachrichtensender Welt warnte er vor den Folgen des Klimawandels und erklärte, es könne nicht hingenommen werden, dass „Menschen elendig in ihren Dachgeschosswohnungen verrecken, weil ihnen nicht rechtzeitig geholfen wird“. Adressat seiner Kritik: Bundeskanzler Friedrich Merz.
Klimaanlagen für Kitas, Kliniken und Pflegeheime
Banaszak fordert nicht, dass sofort in jede Wohnung eine Klimaanlage eingebaut wird. Anfangen müsse man aber in „Altenpflegeeinrichtungen, in Kindertagesstätten, in Krankenhäusern“. Sein Bild dafür: Kinder, die im Sommer bei 36 Grad im Kreißsaal geboren würden – eine Situation, die man nicht einfach zur Kenntnis nehmen könne.
Die Alternative wäre laut Banaszak, „die Menschen sich selbst zu überlassen“. Dass ältere Menschen sich wegen der Hitze nicht mehr auf die Straße trauten, dürfe man nicht „mit einem Schulterzucken“ akzeptieren. Bereits im ZDF-Sommerinterview hatte er den Klimawandel zum zentralen Thema gemacht und von einer älteren Frau aus Sachsen-Anhalt berichtet, deren Freundinnen im Sommer allein in verdunkelten Wohnungen saßen.
Die Rechnung: über 50 Milliarden Euro
Was nach Fürsorge klingt, ist vor allem eine gigantische Rechnung. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft beziffert den Investitionsbedarf für ein Programm für klimaresiliente und klimaneutrale Krankenhäuser auf rund 31 Milliarden Euro – Kühltechnik ist darin nur ein Posten unter vielen.
Nach Verbandsangaben verfügen lediglich 38 Prozent der Krankenhäuser überhaupt über gekühlte Patientenzimmer, und selbst dort ist nur ein Teil der Zimmer entsprechend ausgestattet. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund legt nach: Verbandspräsident Ralph Spiegler bezifferte den Bedarf für Kliniken sowie Alten- und Pflegeheime überschlägig auf mindestens 20 Milliarden Euro.
Erst Strom verteuern, dann kühlen?
Hier beginnt der Teil, den Banaszak im Interview nicht liefert. Klimaanlagen sind keine Klimaneutralitäts-Maschinen, sondern Stromfresser. Und Strom ist in Deutschland teuer – nach BDEW-Zahlen liegt der Durchschnittspreis für kleine und mittlere Industriebetriebe bei Neuabschlüssen für 2026 bei rund 16,7 Cent je Kilowattstunde. Die Bundesregierung stützt energieintensive Betriebe inzwischen mit einem subventionierten Industriestrompreis. Ausgerechnet die Partei, die Atomkraftwerke abschaltete, verlangt nun flächendeckende Kühlung auf Staatskosten.
Aus Sicht unserer Redaktion ist das ein Lehrstück grüner Politiklogik: Zuerst wird Energie durch Abgaben, Umlagen und ideologische Grundsatzentscheidungen verteuert – dann sollen Steuerzahler die Folgen wegklimatisieren. Wer zahlt am Ende? Immer derselbe: der Bürger.
Wie viele Hitzetote gibt es wirklich?
Dass Hitze tödlich sein kann, bestreitet niemand. Das Robert Koch-Institut schätzt für 2026 bis zur Kalenderwoche 31 rund 12.500 hitzebedingte Sterbefälle; für 2025 lagen die Schätzungen laut Institut bei etwa 2.600 bis 4.900. Wichtig ist: Es handelt sich um Modellrechnungen mit erheblichen Schwankungsbreiten, nicht um gezählte Todesfälle.
Bleibt die Wortwahl. „Verrecken“ ist kein Fachbegriff, sondern ein Alarmknopf. Beobachter dürften darin weniger einen Politikvorschlag sehen als den Versuch, eine Partei nach dem Verlust der Regierungsmacht wieder ins Zentrum der Debatte zu drücken – über Angst.
Und während neue Milliardenprogramme gefordert werden, wächst der Schuldenberg: 500 Milliarden Euro Sondervermögen sind längst beschlossen. Wer sein Vermögen gegen schleichenden Kaufkraftverlust absichern will, setzt traditionell auch auf physische Edelmetalle als Beimischung eines breit gestreuten Portfolios.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt unsere Einordnung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser muss eigene Recherchen anstellen und trägt für seine Anlageentscheidungen die volle Verantwortung.

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