
Vier Überstellungen in vier Monaten: Das Asyl-Debakel der Regierung!

Seit dem Start des neuen europäischen Asylsystems GEAS im Juni 2026 hat Deutschland gerade einmal vier Asylbewerber nach Italien und Griechenland zurückgebracht. Das zeigen Zahlen des Bundesinnenministeriums, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet. Angefordert hatte sie der AfD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Münzenmaier. Dabei hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Hunderten Fällen festgestellt, dass eigentlich eines der beiden Länder zuständig wäre.
Zwei hier, zwei da: Die Bilanz einer Großreform
Dem Bericht zufolge gingen je zwei Asylbewerber nach Italien und zwei nach Griechenland. Das ist die ganze Ausbeute. Nach mehr als vier Monaten einer Reform, die Brüssel und Berlin jahrelang als Durchbruch verkauft haben.
Das Gemeinsame Europäische Asylsystem gilt seit dem 12. Juni 2026 in der gesamten EU. Mit seinem Start wurde auch das Dublin-Verfahren wieder aktiviert, das jahrelang ausgesetzt war, um Mittelmeerstaaten wie Italien zu entlasten. Der Grundsatz ist eigentlich einfach: Zuständig für ein Asylverfahren ist das Land, in dem ein Migrant zuerst europäischen Boden betreten hat. In der Praxis bleibt davon aber kaum etwas übrig.
Münzenmaier fand deutliche Worte. Der „Welt am Sonntag“ sagte er:
„Ganze vier Rückführungen seit dem Inkrafttreten der Vereinbarung im Juni: Das ist ein Witz.“
Die Bundesregierung müsse den Druck auf Rom und Athen deutlich erhöhen, forderte er.
Rom macht die Schotten dicht
Der Kern des Problems liegt in Italien. Im August kündigte die Regierung in Rom an, vorerst keine Migranten aus Deutschland zurückzunehmen. Medienberichten zufolge verlangt Italien eine Kompensation für Bootsflüchtlinge, die von deutschen Hilfsorganisationen an seine Küsten gebracht wurden. Einen solchen Ausgleich sieht das GEAS gar nicht vor.
Ganz neu ist das Spiel nicht. Schon vor über drei Jahren hatte Italien Dublin-Überstellungen mit Verweis auf „technische Gründe“ gestoppt. Ausgerechnet Deutschland hatte als erstes Land angekündigt, die Rückführungen unter dem neuen System wieder aufzunehmen. Nun steht Berlin mit leeren Händen da. Laut italienischen Presseberichten rechnet Rom insgesamt mit rund 10.000 Menschen, die andere EU-Staaten zurückschicken wollen, darunter die Schweiz, Österreich und die Niederlande.
Union droht mit Brüssel
Auch in der Regierungskoalition wächst der Unmut. Der CDU-Abgeordnete Detlef Seif fordert ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Italien, falls Rom bei seiner Weigerung bleibt. Das Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt (CSU) ließ zunächst offen, warum die Überstellungen scheitern.
782 Überstellungen und trotzdem Stillstand
Nach Angaben des BAMF hat Deutschland von Juli bis September insgesamt 782 Asylbewerber in andere Staaten überstellt, unter anderem nach Frankreich und Spanien. Das klingt nach einer Zahl, ist aber wenig angesichts des Problems. Ausgerechnet die beiden wichtigsten Ankunftsländer am Mittelmeer fallen fast komplett aus.
Für viele Bürger zeigt sich hier ein Muster. Auf dem Papier entstehen in Brüssel dicke Regelwerke mit neun Verordnungen und einer Richtlinie. In der Wirklichkeit hält sich kaum ein Staat daran, wenn es unbequem wird. Und Deutschland, das Hauptzielland der Sekundärmigration, trägt am Ende die Lasten: Unterbringung, Sozialleistungen und überlastete Kommunen.
Kanzler Friedrich Merz hatte im Wahlkampf eine echte Migrationswende versprochen. Vier Überstellungen in vier Monaten sehen nicht danach aus. Wenn europäische Regeln nur gelten, solange sie niemandem wehtun, sind sie nicht viel wert. Die Bundesregierung muss jetzt zeigen, ob sie gegenüber ihren Partnern auch durchgreifen kann, statt nur Ankündigungen zu machen.
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