
Vom Fließband zur Frontlinie: Renault wird zum Rüstungskonzern

Was für ein bemerkenswerter Wandel der Zeiten: Der französische Automobilgigant Renault, einst Symbol für zivile Mobilität und gallischen Erfindergeist, sattelt nun auf Kriegsgerät um. Das Verteidigungsministerium in Paris hat den Konzern offiziell gebeten, sein industrielles Know-how in den Dienst der nationalen Verteidigung zu stellen. Die Botschaft ist unmissverständlich: Europa rüstet auf.
Drohnen statt Diesel: Ein strategischer Kurswechsel
Die Nachricht mag auf den ersten Blick überraschen, doch bei näherer Betrachtung offenbart sich eine gewisse Logik. Renault verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Massenproduktion komplexer technischer Systeme. Präzision, Qualitätskontrolle und die Einhaltung straffer Zeitpläne gehören zum täglichen Geschäft eines Automobilherstellers. Genau diese Fähigkeiten sind es, die das französische Militär nun für seine Drohnenproduktion anzapfen möchte.
Gemeinsam mit dem Rüstungsunternehmen Turgis Gaillard, das bereits militärische Drohnen entwickelt hat, soll Renault unter der Aufsicht der Generaldirektion für Rüstung eine ferngesteuerte Langstreckenmunition produzieren. Diese sogenannten Loitering Munitions – im Volksmund auch als Kamikaze-Drohnen bekannt – können sowohl für Aufklärungs- als auch für Angriffsmissionen eingesetzt werden.
Milliardenschweres Geschäft mit dem Krieg
Die Dimensionen des Projekts sind beachtlich. Wie die französische Wirtschaftszeitung Les Échos berichtet, sollen monatlich rund 600 dieser Flugkörper vom Band laufen. Der anfängliche Vertragswert beläuft sich auf 35 Millionen Euro, doch über einen Zeitraum von zehn Jahren könnte das Geschäft Renault satte eine Milliarde Euro in die Kassen spülen.
Für einen Automobilhersteller, der wie die gesamte Branche mit dem schwierigen Übergang zur Elektromobilität kämpft, dürfte diese Diversifizierung durchaus willkommen sein. Während die Nachfrage nach Verbrennungsmotoren sinkt und die Konkurrenz aus China den europäischen Markt unter Druck setzt, eröffnet sich hier ein lukratives neues Geschäftsfeld.
Ein Zeichen der Zeit
Der Einstieg eines zivilen Großkonzerns in die Rüstungsproduktion ist symptomatisch für die veränderte geopolitische Lage in Europa. Der Krieg in der Ukraine hat den westlichen Nationen schmerzhaft vor Augen geführt, wie sehr sie ihre Verteidigungsindustrien vernachlässigt haben. Die Produktionskapazitäten für Munition und Waffensysteme sind schlicht unzureichend, um einen längeren Konflikt durchzuhalten.
Frankreich geht nun mit gutem Beispiel voran und mobilisiert seine industrielle Basis. Ob andere europäische Länder diesem Beispiel folgen werden, bleibt abzuwarten. Deutschland jedenfalls täte gut daran, seine eigene Rüstungsindustrie ebenfalls zu stärken – statt weiterhin ideologische Debatten über Waffenlieferungen zu führen, während die Bedrohungslage an den östlichen Grenzen Europas unvermindert anhält.
Die Zeiten, in denen sich Europa auf den amerikanischen Schutzschirm verlassen konnte, neigen sich dem Ende zu. Renaults Wandel vom Autobauer zum Drohnenproduzenten ist mehr als nur eine unternehmerische Entscheidung – es ist ein Weckruf für den gesamten Kontinent.
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